Individuelle Studiobaukurse im Einzelunterricht

Hallo liebe Studiobauer,
mich freut es sehr, dass dieser Blog so erfolgreich bei euch ankommt. Mit täglich über 1000 Besuchern und auch fast täglichen Rückmeldungen und Fragen telefonisch wie per Mail haben wir wirklich nicht gerechnet. Der Studiobau ist nun schon 5 Jahre her und wir durften in dieser Zeit  viele tolle Erfahrungen machen.
Von sehr vielen Follower dieses Blogs haben wir Anfragen erhalten uns einmal im Studio besuchen zu kommen um ein paar persönliche Fragen zu ihrem eigenen Studiobau klären zu können. Daraus hat sich unser Angebot eines persönlichen Studiobaukurses ergeben.
Wenn ihr also gerade am Bauen seit oder in der Planung dann scheut euch nicht einen Termin bei mir auszumachen. Ob einen Tageskurs, einen “Two and a half Powerdays” oder eine ganze Woche (hatten wir alles schon). In dieser Zeit gehöre ich euch nur ganz alleine und wir können gemeinsam über eure Pläne schauen, Details klären, Kabel planen, Equipment planen, Patchbay planen, Wissen schaffen, rechnen und und und…

Falls ihr zu uns kommt ist für Übernachtung gesorgt.

-Ein Tageskurs kostet 250,- Euro
-“Two and a half Powerdays” (20 Stunden an 2,5 Tagen geballtes Wissen) 550,- Euro
– Wochenkurs (36 Stunden an 4,5 Tagen) 990,- Euro

alle Preise incl MwSt und Übernachtung im Studiogästezimmer ohne Verpflegung

Es ist sinnvoll einen persönlichen Kurs zu belegen, da man Baufehler im Nachhinein nur sehr sehr kostspielig und zeitintensiv wieder rückgängig machen kann.

Die Tipps und Kniffe in diesem Blog sind zwar schon recht umfangreich und detailliert, aber jedes Studio ist individuell und hat event. andere Anforderungen an die Ausführung.

Hier ein paar Impressionen von einigen wenigen vergangenen Kursen:

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und hier einmal 2 Bilder des Tonstudios unseres Kursteilnehmers Jürgen Mutz aus Warburg. Nach 2 “Two and a half Powerdays” kam das als Resultat dabei raus.
Kann sich doch sehen lassen 🙂 und hören auch 🙂

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und hier der Aufnahmeraum:
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Ich würde mich auch freuen, wenn ihr mir mal Bilder von eurem Studio schickt, wenn ihr es mit Hilfe dieses Blogs verwirklicht habt.

Also nicht vergessen !!
Studiokurs buchen !! Noch heute !!

Viele Grüße aus dem Soundhouse7
Thomas

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Bau von Breitbandabsorbern

Bau von Breitbandabsorbern

Heute wollen wir euch beschreiben, wie wir die Breitbandabsorber im Soundhouse7 realisiert haben.
Ich möchte vorweggreifen, dass es sich um eine individuelle Lösung handelt, man sich aber bestimmt Ideen und Anregungen aus unserer Methode herausholen kann. Der ein oder andere wird event sogar unsere Methode eins zu eins übernehmen.
Ich gehe heute in diesem Blog nicht darauf ein, für was man Breitbandabsorber braucht und in welcher Menge und an welchen Stellen diese platziert werden müssen. Ich gehe davon aus, ihr wisst warum ihr einen BA bauen wollt und habt aber noch keine Idee wie.
Wir von Soundhouse7 haben uns Gedanken gemacht, selbst solche Absorber zu bauen, diese sollen aber vom Aussehen und ihrer Funktion in nichts den fertig gekauften nachstehen. Also keine in Stoff gehüllten Dämmungspäckchen, Noppenschaum, Eierkartons oder ähnliche pseudoakustischen Maßnahmen die mir den Raum wahrscheinlich mehr zerstören als gradebiegen. Nein, wir machen es amtlich und mit Hand und Fuß.

Nach ausreichender Planungsphase wie Raytracing, Ausmessen der Wände, Decken und Böden, akustische Leerraummessungen, haben wir die Positionen, die Größe und Menge unserer einzelnen Akustikmodule bestimmt. Ein ganz wichtiger Faktor war für uns die Editierbarkeit der einzelnen Akustikelemente. Denn nicht an jeder Stelle braucht man einen Breitbandabsorber. Manchmal braucht man auch Reflektoren, Diffusoren, Resonatoren oder Schwinger. Aber egal was an welcher Stelle im Raum montiert werden soll, oberflächlich sollte alles gleich aussehen, d.h. auf den ersten Blick fällt einem nicht auf um welchen Typ Akustikmodul es sich letztlich handelt.

Unsere Lösung:

Wir haben uns entschlossen, an die vorher berechneten Stellen an Wänden und Decke leere Rahmen zu bauen. Wir haben zwecks Style uns für das selbe Holzdekor entschieden wie für die Studiomöbel und die Kabelkanäle.
Man richtet sich also 4 Rahmenteile und montiert diese mit Dübeln und PU Kleber oder Leim und je Ecke eine Schraube zusammen. Die Rahmentiefe richtet sich nach deinen Bedürfnissen, eben wie stark du diese brauchst.

05 Rahmen

06 Rahmen

07 Rahmen
Als nächstes montiert man sich die Modulrahmen an die Wand. Aus platzsparenden Gründen haben wir uns für ein Füllmaterial entschieden, mit dem eine Montage der Breitbandabsorber direkt an der Wand möglich ist und funktioniert. Wenn ihr die Absorber mit Mineralwolle, Steinwolle oder Hanf füllt ist eine Montage ca. 10cm vor der Wand nötig oder ihr müsst die Rahmen eben 10cm breiter bauen als die eigentliche Dämmstärke und dann an die Wand montieren. Wenn ihr Abstand zur Wand haben wollt, dann ist noch eine Rückwand hinten an den Rahmen auszuführen.

08 Rahmen montiert

13 Modul Montage

Wie auf dem letzten Bild zu sehen, haben wir nun auf der Innenseite Anschlaghölzer montiert. Diese sorgen später dafür, dass der Stoffrahmen nicht nach innen drücken kann. Ebenfalls wird an diesem Innenrahmen das Klettband aufgetackert, an den die Stoffbespannung später festgeklettet wird. Der Gesamtaufbau von Innenrahmen und Stoffbespannrahmen sollte die gleiche Stärke haben wie der Außenrahmen. Wie auf dem Bild zu sehen.

Doch erst müssen wir uns wieder Rahmen bauen, und zwar die Stoffbespannrahmen. Den Holzquerschnitt so gering wie möglich wählen. Wir nahmen 2cm auf 2cm. Auf Gehrung zurechtschneiden und zusammenschrauben, leimen oder hier mit Schwalbenschwanzverbindung.

02 Spannrahmen

03 Spannrahmen

04 Spannrahmen

Zwecks der Stabilität haben wir in der Mitte jeweils ein Stabilitätsholz eingezogen, damit uns der Rahmen später bei der Stoffbespannung nicht verbogen wird.

Ist der Rahmen fertig kann er auch schon mit Stoff bespannt werden.
Bei der Wahl des Stoffes unbedingt darauf achten, dass der Stoff Luftdurchlässig aber blickdicht ist. Der Bespannstoff selbst darf keinen akustischen Einfluss haben. Diese Aufgabe hat ja unsere spätere Befüllung. Der Stoff dient nur der besseren Optik.
Baumwollstoffe sind hier sehr gut geeignet. Beim Kauf kann man im Laden zum Test in den Stoff hineinpusten und mit der Hand fühlen, dass so viel Luft wie möglich auf der anderen Seite ankommt. Der von uns verwendete Stoff nennt sich in der Stoffbranche auch Fahnenstoff und gibt es in sehr vielen Farben. Wer viel Geld hat, der kann sich aber auch etwas teureren, speziellen Akustikstoff besorgen.

12 Stoff zuschneiden

09 Stoff

10 Stoff tackern

Den Stoff gut spannen und auf der Rückseite des Rahmens festtackern.

Dann tackert man ebenfalls auf die Rückseite in regelmäßigen Abständen Klettstücke in 25 bis 30cm Länge.

11 Klett

Die Gegenstücke des Klettbandes tackert man an den selben Positionen an die im montierten Rahmen angebrachten Innenleisten.

Jetzt kann man seine Absorber befüllen. Wir beschreiben heute hier unsere Breitbandabsorber und befüllen diese mit Homatherm Flex CL. Homatherm Flex CL war das einzigste Produkt, welches einen Labornachweis hatte über die Funktionalität in Bezug auf die Montage direkt an der Wand. Mit den Absorbtionswerten konnten wir arbeiten jedoch erwies sich die Verarbeitung des Materials als besonders schwierig. Mit einem Messer oder einer Handsäge kommt man nicht weit. Die Dämmung flockt und reisst aus. Erst das Schneiden mit einer Hand- oder Tischkreissäge brachte optimale Ergebnisse aber auch maximalen Dreck. Doch die Werte waren es wert und die Gesundheit auch. Immerhin wird Homatherm aus Altpapier hergestellt.

19 Modulaufbau

20 Modul Befüllung

Hier oben sieht man die einzelnen Arbeitsschritte recht gut. Wandmontage, Innenrahmen, Stoffbespannrahmen, Befüllung und ein fertiges Modul. Ein Breitbandabsorber mit den Maßen 0,80m Breite, 2.00m Höhe und 10cm Stärke.

14 Deckenabsorber fertig

Fertige Deckenabsorber. Von der Herstellung her genau wie die Kollegen an der Wand. Für Einbauten wie Lichter, Steckdosen und Schalter haben wir Holzunterkonstruktionen gebaut, die vorne plan unter dem Stoff abschließen.

22 Unterbau

16 Anschlussleitungen

Auch wenn ihr vor habt z.B. einen Bildschirm an die Wand, sprich an den Absorber zu hängen, solltet ihr an eine Unterkonstruktion aus Holz denken an die ihr dann das Objekt befestigen könnt.

18 Reflektoren

Auf diesem Bild sieht man noch Deckenreflektoren. Ganz einfach ausgeführt:
Holzplatte mit Stoff überspannt und mittels Ketten an der Decke befestigt. Durch die Kettenglieder kann man die Neigungen exakt einstellen und gleich in der Praxis testen.

15 Wandabsorber fertig

Nach der Befüllung klettet man nun nur noch den Stoffbespannrahmen auf den Innenrahmen und fertig ist ein Modul. Sieht auber aus und keiner ahnt was sich dahinter verbirgt.

01 Messung

Während der Befüllung wurde immer wieder nachgemessen. Denn zuviel Absorbtion, besonders in den Höhen bis hohen Mitten sollte man vermeiden und stoppen. Die tiefen Frequenzen und Raummoden sind dann gezielter anzugehen. Hierfür haben wir noch Helmholzresonatoren und Plattenschwinger eingebaut.

Tonstudio Soundhouse7 Rückwand Studiobau

Die fertige Rückwand der Regie mit der obligatorischen Produzentencouch.

Tonstudio Soundhouse7 Front Regie

Regie Front: Montage eines Monitors auf einem Absorber.

Wir hoffen, dass euch diese Beitrag Anregungen bringt um eure Breitbandabsorber selbst zu verwirklichen.

Wer sich das Studio mal in live anschauen möchte kann das gerne tun. Einfach kurz vorher anmelden – am besten per Mail an:
mail@soundhouse7.de oder per Telefon: 07931/46376

weitere Infos und Bilder vom Studio gibt es auf:
http://www.soundhouse7.de

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Machts gut und bis zum nächsten Thema hier beim Studiobau-Blog.

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

Raumakustik in einem Tonstudio

Raumakustik in einem Tonstudio

 

Nachdem wir uns jetzt monatelang mit der Herstellung eines schalldichten Tonstudios beschäftigt haben, also mit der so genannten Bauakustik, geht es nun daran, den einzelnen Räumen unseres Bauprojekts zum optimalen Klang zu verhelfen.

Im Gegensatz zum freien Schallfeld, nehmen wir mal verbildlicht ein weites, weites  Feld mitten in der Pampa, wo dem Schall nach seiner Anregung keinerlei Hindernisse im Wege stehen, ergibt sich generell in geschlossenen Räumen eine Raumakustik. Diese ist so individuell wie der Raum selbst und ist das Ergebnis der Summe aus Reflektionen, Absorption, Diffusion und der Form und Größe des jeweiligen Baukörpers. Der Klang eines Raumes wird ebenso beeinflusst von den verbauten Materialien und der Art und Positionierung der Schallquelle. Baut man also einen Kasten mit Boden, Wänden und Decke, dann hat dieser Kasten oder eben in unserem Fall unsere Regie oder Aufnahmeraum schon mal eine sich gegebene Akustik. Um noch mal zum freien Schallfeld zurück zu kommen, im Gegensatz zu diesem stoßen die Schallwellen in geschlossenen Räumen nun durchaus auf Hindernisse. Nämlich Boden, Decke und Wände. Andere Hindernisse sind z.B. Pfosten, Säulen oder auch Möbel.

Betreten wir nun z.B. unseren leeren, tapezierten Raum mit Parkettfußboden und hören uns mal seine Akustik an. Beim Reden oder in die Hände klatschen fällt den meisten ein sehr langer Nachhall auf. Dieser kann je nach normaler Raumgröße zwischen 1sec. und 3 sec. liegen. Die Nachhallzeit eines Raumes sagt aber nichts über die Qualität der gesamten Akustik aus. Nicht immer ist eine lange Nachhallzeit als schlecht oder ungewollt zu bezeichnen. Je nach späterer Nutzung des Raumes können  2,5 sec Nachhall durchaus angestrebt werden wie z.B. in einem größeren Konzertsaal. Die Nachhallzeit ist aber nur ein  Beurteilungsfaktor von mehreren an denen man die Raumakustik fest macht. Die Nachhallzeit ist aber auch der Faktor, der am eindeutigsten wahrgenommen wird wenn man einen Raum betritt. Die anderen Faktoren, die in der Raumakustik eine Rolle spielen, sind meist gar nicht auffällig, meist unbemerkt oder erst bei genauerer Betrachtung merklich. In einem gut optimierten Konferenzsaal z.B. sitzt man und hört dem Referendar zu, man befindet sich ziemlich hinten im Raum und versteht doch jedes Wort perfekt und deutlich. In diesem Fall wird man sich sicherlich keine Gedanken über die tolle Raumakustik machen, sondern es als gegeben hinnehmen und dem Sprecher wohlfühlend lauschen. Die Auswirkungen der akustischen Baumaßnahmen und die damit optimierten Werte bleiben dem Besucher praktisch verborgen oder unbemerkt. Eine schlechte Raumakustik dagegen fällt jedem direkt auf, wird als störend empfunden und macht sich oft durch Dröhnen, Unverständlichkeit, nicht Ortbarkeit oder erhöhte Lautstärken in einzelnen Frequenzbereichen bemerkbar.

Wenn man nun eine optimale Raumakustik schaffen möchte, sollte man sich vorher Gedanken über die Art der späteren Nutzung der Räumlichkeit machen.

Im normalen Wohnungsbau wird sich über die Raumakustik relativ selten Gedanken gemacht. Ist die neue Wohnung noch leer, hallt diese ziemlich stark. Stellt man später seine Möbel rein, hängt Vorhänge und Bilder auf, legt eventuell noch einen Teppich – hat sich die Raumakustik für den Heimgebrauch fast von alleine reguliert. Die Betonung liegt auf „Heimgebrauch.“ Dies ist nun der Punkt um etwas tiefer in die Welt der Raumakustik einzutauchen.

Warum hat sich nach dem Einrichten des Wohnzimmers die Akustik wohl merklich auf uns Menschen reguliert? Dies hat zwei wichtige Gründe:

 

1. Das menschliche Gehör ist am empfindlichsten bei einer Frequenz um 4000 HZ.

Dies hat die Evolution so eingerichtet, damit wir unsere Artgenossen besser verstehen, aber auch Gefahren besser und früher erkennen zu können.

 

2. Die normale Nutzung eines Wohnraumes beschränkt sich meist auf Sprache und mäßige Lautstärken beim Genuss von TV oder Musik.

 

Aha, das menschliche Gehör ist also am empfindlichsten bei 4000 HZ. Das bedeutet, diese Frequenzen liegen im oberen Mitteltonbereich. Alle oben aufgeführten Gegenstände wie Möbel, Vorhänge oder Teppiche sind Schallabsorbierende Materialien. D.h. Schallwellen, die auf diese Materialien auftreffen, werden nicht mehr reflektiert. Doch so einfach ist es nicht. Diese Materialien sind nur bis zu einer bestimmten Frequenz absorbtiv. Meist nur hinunter bis in den Bereich von 1- 2 kHz. Darunter sind sie wieder ganz normal reflektiv. Dies reicht aber aus, um die vom menschlichen Gehör favorisierten 4 kHZ mit einzuschließen.

Diese Erkenntnis bedeutet nun, dass sich für unser Gehör bei normaler Nutzung des Raumes die Nachhallzeit verkürzt hat. Unserem Ohr und damit unserem Gehirn ist aber nicht klar, dass unterhalb von 1 – 2 kHz sich die Nachhallzeit nicht verändert hat. Da aber in einem normalen Wohnraum solch tiefe Frequenzen kaum mit entsprechendem Druck angeregt werden, gilt die erreichte Akustik in Wohnräumen als reale Raumakustik.
Leider werden in vielen Tonstudios oder Homerecordingstudios eigentlich gleiche Mittel verwendet um die Akustik zu optimieren. In diesem Fall würde ich dann nicht mehr von einer realen Akustik sprechen sondern von einer „PseudoAkustik.“

 

Viele privaten Tonstudiobauer pflastern ihre Wände und Decken mit Teppichen, Vorhängen, Eierkartons, Noppenschaumstoffen und vielem mehr zu, um eine Tonstudioakustik zu erreichen. Aber was haben sie erreicht? Eigentlich nur eine wie oben beschriebene Wohnzimmerakustik mit etwas kürzeren Nachhallzeiten im Hoch- und oberen Mitteltonbereich. Die unteren Mitten und die tiefen Frequenzen sind gänzlich unbeachtet und unverändert. Wir sprechen hier also von einer PseudoAkustik.

 

Nun kann man sich ja denken – wen juckts? – was stört mich das? – klingt doch dumpfer!!

 

Ja schon – dumpfer heißt aber nicht gleich, dass der Raum besser klingt für deine Bedürfnisse. Und jetzt kommen wir zum Punkt. Du willst den Raum ja nicht als Wohnzimmer nutzen, sondern als Tonstudioregie. In einer Regie werden eben auch Frequenzen durch deine Abhöre angeregt, welche in einem normalen Zimmer nicht zum Zuge kommen. Dazu möchtest du an deinem Arbeitsplatz dein Audiomaterial neutral und unverfälscht beurteilen können. In einem nur mit PseudoAkustik bestückten Studio wird es unmöglich sein, Audiomaterial besonders im Bass- und LowMid Bereich eindeutig zu beurteilen und zu mischen. Dein Mix wird sich auf anderen Boxen und unter anderen Bedingungen immer anders anhören als du es dir bei deiner Mischung in deinem Studio gedacht hast.

Das bedeutet, nicht nur die Art und Weise wie ich meine Akustik in den Griff bekomme ist wichtig, sondern auch an welchen Stellen im Raum ich welche Maßnahmen ergreife. Die Maßnahmen sollten auf den gesamten Frequenzbereich meiner Abhörmonitore abgestimmt sein. Im besten Fall bis hinunter auf 20 Hz.

 

Du musst dir einen „Sweet-Spot“ schaffen. Ein Punkt im Raum, meistens der Abhörpunkt, an dem dein Audiomaterial im gesamten Hörspektrum von 20 Hz bis 20 kHz neutral, möglichst frequenzlinear und frei von störenden stehenden Wellen, oder auch Raummoden genannt, wiedergegeben und abgehört werden kann.

 

Wir von Soundhouse7 möchten euch in den weiteren Beiträgen unseres Studiobaublogs detailliert aufzeigen, wie man professionell und doch selbst gemacht sein Studio akustisch ausbauen kann. Bleibt also dran. Der nächste Blog folgt bald.

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Viele Grüße

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

 

 

Akustikbau von Soundhouse7

In der Ausgabe 1/12 des Recording Magazins (Herausgabe: 25.11.2011) kommt ein 8-seitiger Bericht über unseren Akustikbau und den dazugehörigen Messungen. Bilder vom fertigen Studio seht ihr auf unserer Homepage: http://www.soundhouse7.de

Bis nach dieser Ausgabe werden wir das Thema Akustikbau auf diesem Blog noch ausklammern. Wir werden das Thema aber auf diesem Blog in mehreren Beiträgen noch sehr viel ausführlicher behandeln.

Jetzt wo das Studio sozusagen fertig ist sind wir noch lange nicht am Ende dieses Blogs angelangt. Also, bleibt dabei – wir versorgen euch noch mit sehr viel nützlichen Infos auch weiterhin auf diesem Blog.

Tonstudio_Soundhouse7_Tonstudiobau_Front

Tonstudio_Soundhouse7_Studiobau_Front2

Tonstudio_Soundhouse7_Tonstudiobau_Rückwand_Regie

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Viele Grüße
Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

Die Erdung eines Tonstudios

Die richtige Erdung eines Tonstudios
“Produzieren ohne Brummen”

Ein ärgerliches Phänomen der Studioverkabelung können unangenehm auftretende, tieffrequente Brummschleifen sein. Wer hat nicht schon einmal das nervenzereisende Brummen aus den Lautsprechern gehört nach dem er ein neues Audiogerät an sein Setup angeschlossen hat? Man versucht dann event. den Netzstecker umzudrehen, doch wenn überhaupt, dann bringt das nur leichte Minderung. Das Brummen ist immer noch da. Ganz todesmutige kleben dann aus Gier zum Musik produzieren den Schutzkontakt mit Gaffatape ab. Das Brummen ist dann weg – doch event. auch bald der mutige Tontechniker.

Sinnvoll ist es, das Ganze doch mal professionell anzugehen.

Wie entsteht eigentlich so eine Brummschleife?
Wenn man mindestens zwei Audiogeräte mit Schutzkontaktsteckern an den Stromkreislauf anschließt und diese beiden Geräte über ein Audiosignal miteinander verbindet, entsteht prinzipiell eine Brummschleife. Allerdings kann man nicht vorhersagen, wie stark dieses Brummen zu hören sein wird.
In einem Tonstudio hat man nun aber das Problem, dass nicht nur zwei sondern sehr viele Audiogeräte an den Strom angeschlossen werden müssen und auch audiotechnisch miteinander verbunden sind. Die zwei Gründe für das Brummen sind:

1. Es wird ein geschlossener Stromkreis (Schleife) von den Gerätemassen und dem Schutzleiter hergestellt.

2. In einem Stromkabel liegen die Kabel für Phase und Null parallel zum Schutzleiterkabel.

Es gilt nun mindestens einer dieser Gründe – besser beide – zu eliminieren. In einem Tonstudio mit sehr vielen technischen Geräten ist es sinnvoll die Signalmasse vom Stromschutzleiter zu trennen und konsequent an eine eigene Erdung anzuschließen. Das kann man beispielsweise durch eine sternförmige Erdung realisieren. Dies bedeutet:
Man installiert an einem zentralen Punkt im Studio eine Potenzialausgleichschiene. Ich nenne diese mal Hauptpotenzial.
Hauptpotenzialschiene
Diese Hauptpotenzialschiene verbindet man jetzt mit der Hauserde oder an ein extra für das Studio gelegtes Erdungsband.
Erdungsband

Nun verteilt man in jedem Rack wiederum Potenzialausgleichschienen. An diese kann man dann die Signalmassen der Geräte auf kurzen Weg anschließen. Jede Rackpotenzialschiene wird nun, wie im Erdungsbereich üblich, über ein gelbgrünes Kabel ebenfalls mit der Hauptpotenzialschiene verbunden. Graphisch betrachtet sind jetzt aller Rackpotenziale sternförmig mit dem Hauptpotenzial verbunden.
Rackpotenzial

Nun hat man den Grundstein für die Studioerdung gelegt. In den Racks kann man nun handelsübliche Mehrfachsteckdosen installieren. In die Steckdosen kommen jetzt nur noch Eurostromstecker. Diese besitzen keine Erdung. Eurostecker sind die flachen Netzstecker. Manche Audiogeräte, meist mit Kunststoffgehäuse, haben von Haus aus Eurostecker am Start.
Audiogeräte mit Netzteil besitzen auch schon einen Euronetzstecker. All diese Geräte kann man schon mal an den Strom anschließen.
Eurosteckerleiste
Komplizierter wird es nun mit all den Studiogeräten welche ein Kaltgerätekabel mit dazugehörigem Schutzkontaktstecker benötigen. Diese dürfen wir jetzt nicht einfach an die Steckdosen anschließen, denn sonst haben wir die Schleife von Signalmasse und Schutzleiter hergestellt. Nicht umsonst haben wir die extra Erdung installiert.

Also was tun? Erst einmal alle mitgelieferten Kaltgerätekabel, nicht gerade wegwerfen, aber dennoch in eine Kiste packen und beiseite stellen wo sie dich die nächsten Jahre nicht stören.

Dann braucht man Kaltgerätestecker zum aufschrauben, Eurokabel mit Euronetzstecker dran und gelbgrünes Kabel. Für jedes Gerät baut man nun sein individuelles Stromkabel. So kurz wie möglich, so lang wie nötig.
Das Eurokabel mit Phase und Null schließt man ganz normal an den aufgeschraubten Kaltgerätestecker an. Die Signalmasse wird über das gelbgrüne Kabel separat aus dem Stecker geführt und an die jeweilige Rackpotenzialschiene angeschraubt. Achtet bitte darauf, dass das Erdungskabel mindestens ein paar Zentimeter Abstand zu den Stromkabeln hat. Das muss man konsequent mit allen Geräten mit Schutzkontaktsteckern machen. Wenn man es bei einem nicht macht, kann es sein, dass man wieder ein Brummen bekommt und die ganze Arbeit wäre umsonst gewesen.
Kaltsteckerselbstbau1

Kaltsteckerselberbau2

Möchte man einen Computer an eine Art Hifiverstärker anschließen, der wiederum mit einem Antennenanschluss verbunden ist, benötigt man höchstwahrscheinlich einen Mantelstromfilter. Dieses ist ein einfacher Steckfilter in Form eines Hochpassfilters. Das 50HZ Brummen wird nicht durchgelassen. Erst Frequenzen ab ca. 80HZ können den Filter passieren. Dies ist in diesem Fall nötig, da der Antennenanschluss aus Blitzschutzgründen mit dem Schutzkontakt verbunden ist.

Am Ende möchten wir uns nochmals für das große Interesse an unserem Studiobau – Blog bedanken. Das Soundhouse7 ist bald fertig gestellt. Über 30 000 Seitenaufrufe im letzten halben Jahr sind eine schöne Belohnung für unsere Arbeit. Auch schon der ein oder andere nette Kontakt konnten wir gewinnen und wir haben schon von anderen Studioprojekten gehört, welche den ein oder anderen Trick aus unserem Blog umgesetzt haben.

Bleibt uns bitte weiter treu – Wir bleiben am Ball und versorgen euch auch in Zukunft mit vielen Tipps und Trick zum Thema Studiobau und Akustikbau.

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Beste Grüße

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

Patchbay – Was ist das? – Planung – Normalisierungsarten

Patchbay – Was ist das? –  Planung – Normalisierungsarten

So langsam wird es Zeit die ganzen Kabelbündel, die aus den Wänden schauen irgendwie sinnvoll anzubringen. Wenn man es sich zunächst einfach macht, könnte man an jedes Kabelende einen passenden Stecker löten und in die entsprechenden Gerätebuchsen einstecken. Würde fürs erste auch funktionieren. Bis man eventuell auf die Idee kommt, das Mikrofon, das bis jetzt auf Mic In 1 in das Mischpult manövriert wurde, man plötzlich im Mic Input 3 des Mixers einspeisen möchte – aus welchem Grund auch immer. Nun jetzt heißt es Sporthosen anziehen, Taschenlampe und Staubwedel besorgen – und abtauchen in die unendlichen Weiten der Kabelgalaxis, Heimat vieler vom Aussterben bedrohten noch nie gesehenen Lebewesen, Zeitzeugen des Speiseplans der letzten Monate und Jahre… — um in yogaähnlichen Positionen, Arme und Beine verknotend den Mic IN Stecker von 1 nach 3 umzustecken.

Genauso könnte es dir mit vielen veränderten Signalflüssen gehen. Irgendwann würde dir die ewige Krabbelei keinen Spaß mehr machen bis dort hingehend, dass dir die ganze Tontechnik keinen Spaß mehr macht.

Abhilfe schafft hier eine so genannte „PATCHBAY.“

Eine Patchbay soll dir die Änderungen in deinem Signalfluss vereinfachen und dir die Kriecherei hinter dein Equipment ersparen. Eine Patchbay ist ein passives Stück Audioequipment mit vielen Anschlussbuchsen auf der Vorderseite und meistens Lötkontakten auf der Rückseite. Es gibt sie in unsymmetrischer, symmetrischer, günstiger und hochwertiger Ausführung. Die Variationen an Buchsenarten auf der Vorderseite und Anschlussarten auf der Rückseite sind sehr, sehr vielfältig.

Was macht nun eine Patchbay genau? Ganz einfach ausgedrückt – Alle Anschlüsse deiner Geräte in deinem Studio, egal ob Mischpult, Interfaces, Zumischeffekte, Ersetzungseffekte u.s.w. werden an einen zentralen Punkt in deinem Studio geführt – der Patchbay – dort steckst oder lötest du diese Anschlüsse an die Rückseite der PB und dir stehen somit diese Anschlüsse auf der Vorderseite zum Abgriff zur Verfügung. Je nach Art des Studios kommen da schon mal mehrere Hundert Anschlüsse zusammen. Das bedeutet aber dann auch, sich irgendwann Gedanken über die Art der zu verwendeten Patchbay zu machen.

Nehmen wir mal an, du hast ein Studio mit 300 Anschlüssen insgesamt an allen Geräterückseiten die du hast. Dann brauchst du folglich auch mindestens eine Patchbay mit 300 Anschlüssen – eher mehr, aber dazu später mehr. Es gibt 19“ Patchbays mit symmetrischen Klinkenbuchsen auf der Vorderseite. Diese sind im Allgemeinen noch recht günstig, jedoch passen auf ein Panel mit 1 HE nur 2 x 24 Buchsen – also 48 Anschlüsse. Folglich müsstest du dir mind. 7 solcher Patchbays zulegen und 7 HE in einem Rack verbauen um deine 300 Anschlüsse unter zu bringen. Besser und professioneller sind da dann schon so genannte Bantam/ TT- Patchbays. Diese haben zwar einen stolzen Preis, sind aber wesentlich robuster, halten mehr Plugs aus und sind Kontaktsicherer. Der größte Vorteil von TT-Patchbays ist aber die Platzersparnis. Da die Buchsen und Stecker sehr schmal gebaut sind, passen 96 Buchsen auf ein 1 HE Patchpanel. Somit wärst du bei 300 Anschlüssen bei nur 4 HE und hättest noch viel Platz für spätere Erweiterungen. Ist einmal alles richtig installiert, kannst du nun ganz einfach mit Hilfe eines kurzen, so genannten Patchkabels, dein Mic Signal von 1 nach 3 umstecken – Ganz bequem von Vorne und in einem Bruchteil der sonst benötigten Zeit. Wichtig ist nur noch eine ordentliche Beschriftung deiner einzelnen Patchpunkte. Sonst bist du wieder verloren.

Planung einer Patchbay

Bei der Planung einer Patchbay legt man meistens an die obere Buchsenreihe die Ausgänge der Geräte an, und an die untere Buchsenreihe die Eingänge. Dieses macht Sinn, da man sich bei der Planung gründlich Gedanken machen sollte, welcher Studiosignalfluss am meisten Sinn macht – ohne ein einziges Patchkabel verwenden zu müssen. Wie? Jetzt haben wir jede Menge Zeit und Geld in eine Patchbay gesteckt und nun soll doch alles fest verkabelt sein? – Jain – Wir geniesen nun zwar die Freiheit und Flexibilität jederzeit den Signalfluss zu ändern, doch liegt es im Gemüht des Tontechnikers faul zu sein und nicht gleich bei jedem z.B. eingesteckten Mikrofon gleich ein Patchkabel in die Hand nehmen zu müssen und auch noch einstecken zu müssen. Nein, sinnvolle Signalroutings werden auf der Patchbay „hardgepatched“ d.h. der Ausgang eines Gerätes (oberer Patchpunkt) wird auf den darunter liegenden Patchpunkt, sinnvoller Weise ein Eingang eines anderen Gerätes, durchgeschleift. Bestes Beispiel hiefür ist: Du steckst im Aufnahmeraum an der Wallbox ein Mikrofon in Eingang 1 ein. Das Mikrofonsignal liegt nun an deiner Patchbay am Patchpunkt Wall-1 an. Sinnvoll ist es nun den Mikrofoneingang von Channel1 an deinem Mischpult direkt am Patchpunkt darunter angebracht zu haben und diese zwei Patchpunkte „hardzupatchen.“

Du musst nun kein Patchkabel in die Hand nehmen. Das Mikrofonsignal wird direkt über die Patchbay in den Mic In 1 in dein Mischpult weiter geleitet.

Es gibt sehr viele sinnvolle Hardpatches. Du musst dir selbst Gedanken machen welche für dich und deine Arbeitsweise sinnvoll sind. Eine Patchbay ist so individuell wie sein Besitzer.

Nicht immer ist ein Hardpatch gewünscht. Dann lässt man ihn einfach weg. Ausführung eines Hardpatches kann gelötet sein, teuere Patchbays sind auf der Rückseite schaltbar, oder es gibt Patchbays, die fix gepatched sind – unveränderbar.

Normalisierungs-Arten

Verwendet man nun einen Hardpatch gibt es noch mehrere Möglichkeiten der Art des Hardpatches. Die gängigsten sind „halb-normalisiert“ und „voll-normalisiert.“

Voll-Normalisiert

Beim „Voll-Normalisierten“ Hardpatch steht einem das Signal nur einmal zur Verfügung. D.h. steckt kein Patchkabel in der oberen und unteren Buchse, so wird das Ausgangssignal wie oben beschrieben an den unteren Patchpunkt durchgeschleift. Greift man nun an der oberen Buchse das Signal ab, so wird der Hardpatch unterbrochen und das Signal liegt nun an dem anderen Ende meines Patchkabels an und kann irgendwo anders hin geleitet werden.

Steckt man in die untere Buchse ein Patchkabel, so wird der Hardpatch auch unterbrochen. Dies macht z.B. Sinn bei Mikrofoneingängen vom Mischpult. Wenn man wo anders her dort was einspeisen möchte, aber auch zufällig am Patchpunkt darüber ein Signal anliegt, vermeidet man Störungen, Fehler oder sogar Zerstörung der Vorverstärker.

Halb-Normalisiert

Beim „Halb-Normalisierten“ Hardpatch wird dieser nur beim Einstecken in die untere Buchse unterbrochen. Steckt man in die obere Buchse ein Patchkabel, so wird das Signal trotzdem an den unteren Patchpunkt durchgeschleift. Gleichzeitig liegt das Signal an dem anderen Ende meines Patchkabels an. Das Signal steht somit zweimal zur Verfügung. Man kann es dort abgreifen und parallel in den Eingang eines weiteren Gerätes schicken.

Offene Ausführung

„Offen“ bedeutet einfach – kein Hardpatch. Der obere und der untere Patchpunkt haben von sich aus keine Verbindung.

Parallel-Verbindung

Diese Art des Hardpatches stellt eine Vervielfachung des Signals dar. Die Patchpunkte sind so miteinander verbunden, dass an mehreren Buchsen das gleiche Signal anliegt, und zwar egal an welchen der betroffenen Punkte mein Input Signal anliegt.

Ich hoffe wir konnten euch ein bisschen in die Welt der Patchbays versetzen und es war was Nützliches für den ein oder anderen dabei. Im Anschluss noch ein paar Bilder von unseren Lötsessions und unserer Patchbay. Wir haben 6 Stck. 96er TT-Patchbays voll bestückt. Das macht 6 x 96 x 5 Lötpunkte = 2880 Lötpunkte. Und auf die andere Seite müssen auch noch die passenden Stecker. Geschätzt haben wir ca. 6000 Lötstellen zu bewältigen gehabt.

Bis bald zum nächsten Blogbeitrag

Simone und Thomas

 Patch1
all diese Kabel müssen nun irgendwo hingelötet werden.

 Patch2
es sieht mehr durcheinander aus als es ist. Wir haben alles im Griff 🙂

 Patch3
Lötpatchbay von hinten. Vorne befinden sich die TT-Buchsen.

Das wars erst mal wieder von der Soundhouse7 Baustelle.

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Viele lötende Grüße

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

Herstellung einer Regiescheibe

Herstellung einer Regiescheibe für Tonstudios

Heute geht es um eine Möglichkeit zur Herstellung einer Regiescheibe für ein Tonstudio. Wie immer im Leben gibt es mehrere Vorgehensweisen. Die nun folgende Lösung ist aber die, welche man am häufigsten in der Studioszene antrifft.

Wäre es nicht toll, wenn man bei einer Recording-Session den Künstler und dieser auch den Tontechniker im anderen Raum sehen – und beide auch visuell kommunizieren könnten? Vorteilhaft ist es auch, wenn der Tontechniker bei Problemen diese schnell erkennen kann, wenn er vom Arbeitsplatz aus in den Aufnahmeraum einsehen kann. Event. ist das Mikrofon im falschen Abstand zur Schallquelle, oder der Künstler singt in die Off-Axis, oder das Kabel ist nicht eingesteckt… und und und.
Es gibt viele Vorteile für das Vorhandensein einer Regiescheibe. Die Alternative ist eine Videokommunikation. Diese kann aber nicht aller Bereiche der Vorteile einer Regiescheibe abdecken. Möchte man Videotechnisch den Aufnahmeraum genauso im Blick haben wie mit einer Regiescheibe, dann wird der technische Aufwand und die Anzahl der Kameras sehr hoch. In unserem Fall haben wir uns für beides entschieden. Da wir später auch Filmvertonung machen werden, brauchen wir eh Videosignale in allen Aufnahmeräumen und natürlich der Regie.

Nun aber zur Herstellung einer Regiescheibe:

Regiescheibe_gemauert
Alles beginnt mit einem leeren Loch. Schon in der Planung sollte einem selbstverständlich bewußt sein, wo und wie groß eine Regiescheibe vorhanden sein soll. Wählt die Größe bedacht aus. Man sollte vom späteren Arbeitsplatz den Aufnahmeraum gut einsehen können und auch in event. weiter entfernte Aufnahmeräume und folgende Scheiben sollte man noch Sichtkontakt haben.

Regiescheibe_Holz_Daemmung
Dann folgt die Raum-in-Raum-Konstruktion. Die einzelnen Schalen haben keinen Kontakt zueinander. Diesen Schritt haben wir aber schon in einem früheren Blog ausreichend beschrieben.

Regiescheibe_Gips_Tapeziert
Auch in den folgenden Arbeitsschritten wie Gipskartonmontage und Tapezieren bleibt die Scheibenaussparung nicht unbeachtet. Die Größe der Schalenaussparungen ist immer gleich der Größe der Rohwandaussparung.

Regiescheibe_Unterlage_Sylomer
Man hat nun die Möglichkeit für jede einzelne Schale einen Rahmen einzubauen. Dies ist auch die Grundregel des Raum-in-Raum Prinzips. Jedoch werden dann die Rahmen sehr schmal und man hat nicht mehr viel Spielraum, die Scheiben schräg zu stellen. Die spätere Schrägstellung der Scheiben trifft man sehr oft in Tonstudios an. Diese hat zwei wichtige Vorteile:
1. Schallreflektionen werden vom Abhörpunkt weggeleitet
2. Reflektionen zwischen den Scheiben werden weitestgehend vermieden.
Um eben einen größeren Spielraum zur Schrägstellung zu bekommen, haben wir uns entschlossen, nur 2 Rahmen in den 3 schaligen Aufbau einzubauen. Hierzu muss aber unbedingt der mechanische Kontakt zur mittleren Rohwand vermieden werden. Dazu haben wir auf die Zwischenwand je einen Streifen Sylomer gelegt. Auf diesen werden die Rahmen später lose aufliegen. Die Befestigung der Rahmen erfolgt nur in den äußeren Schalen.

Regiescheibe_Rahmen
Nun sind die Rahmen eingebaut. Man erkennt hier gut die 1cm breite Fuge. Die Rahmen haben keinerlei Kontakt.

Regiescheibe_Anschlagleisten
Nun werden Anschlagleisten an die Rahmen geschraubt. Diese dienen als späterer Anschlagspunkt für die eigentlichen Scheiben. Bis es aber soweit ist gibt es noch einiges zu tun.

Regiescheibe_Silicagel1
in die untere Fuge füllt man jetzt ein Trocknungsmittel. (Silica-Gel). Dieses verhindert die Entstehung von Kondenswasser zwischen den Scheiben. Der Zwischenraum zwischen beiden Scheiben ist später praktisch nicht mehr zugänglich. Somit ist auch ein Putzen oder Trocknen nicht mehr möglich.

Regiescheibe_Dampfsperre
Dann klebt man die Anschlagsleisten luftdicht ab. Dies verhindert das Eindringen von Wasserdampf zwischen die Scheibe.

Regiescheibe_Stoffbespannung
Jetzt füllt man den Zwischenraum zwischen den Anschlagsleisten mit absorbierenden Material und bespannt das Ganze mit Stoff. Vorteilhaft ist hier die Farbe “Schwarz”, da diese Lichtreflektionen zwischen den Scheiben verhindert.

Regiescheibe_Streichen
Jetzt streicht man den restlichen Rahmen auch schwarz. Ebenfalls wegen den Reflektionen.

Regiescheibe_Lieferung
Nun ist die Zeit der Scheibenlieferung gekommen. Am besten verwendet man zwei unterschiedlich schwere Scheiben. Damit hat jede Scheibe eine andere Resonanzfrequenz und man vermeidet dadurch einen Einbruch in der Dämmwirkung.

Regiescheibe_Einsetzen
Vorsichtig die Scheiben einsetzen und mit Silicon dicht einkleben.
Dann werden die Scheiben mit weiteren Halteleisten von außen fixiert.

Regiescheibe_fertig
Die fertige Scheibe. Es sind doch viele Arbeitsschritte nötig, bis die Regiescheibe dann so ausschaut – doch es lohnt sich.
Wir von Soundhouse7 wünschen euch ein frohes Nachbauen.

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Bis zum nächsten Blog

Simone und Thomas
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