Montage der Gipskartonplatten

Montage der Gipskartonplatten im Tonstudio

Hallo und frohe Ostern zusammen. Genau im Zeitplan aber nach enormer Schufterei sind nun die Arbeiten mit Gipskarton beendet. Wir möchten hier heute nicht näher darauf eingehen, wie man nun im Detail Gipskartonplatten verlegt. Dazu gibt es im Internet genügend Video – und Text Tutorials bei denen man sehr viel lernen kann. Vielmehr möchten wir euch zeigen welches Material wir verwendet haben und in welcher Menge. Noch dazu zeigen wir euch eine Möglichkeit, wie man Gipskartonplatten an die Decke montiert wenn man ganz alleine da steht. Hierzu gibt es im Internet die abenteuerlichsten Videos. Wir zeigen euch die amtliche Lösung 🙂

Nach langer Recherche und Vergleichen von Kosten/ Nutzen Faktor haben wir uns für Gipskartonplatten der Firma LA Farge entschieden. Die genaue Bezeichnung ist:
LA Farge LA SOUND. Diese haben eine Stärke von 12,5mm und sind speziell für den Schallschutz ausgelegt. D.h. sie haben ein deutlich höheres Gewicht bei gleicher Stärke als herkömmliche Gipsplatten. Das hat sich dann auch bei der Verarbeitung bemerkbar gemacht. Diese ging ganz schön in die Knochen und alleine lies sich eine Platte gerade so noch heben.
Die Platten hatten die Maße: 2,00m x 1,25m. Davon haben wir 150 Stück bestellt und auch komplett verbraucht. (375 m2)

Wie gesagt – auf die grundlegende Verlegung von Gipsplatten gehen wir heute nicht ein. Trotzdem möchten wir euch einen Trick zur Deckenmontage zeigen, den bestimmt die meisten noch nicht kennen. Das Problem bei der Deckenmontage ist ganz klar die Schwerkraft. Dazu kommen noch die wirklich sehr schweren Soundplatten. Selbst zu zweit war das hochmachen noch eine echte Anstrengung. Besonders in einem Tonstudio, in dem man eigentlich fast bei jeder Platte irgendwelche Kabeldurchbrüche hat und beim montieren auch noch ständig die Kabel in die Platten einfädeln muss.

So haben wirs dann gemacht:

Plattenlift vom Maler ausgeliehen.

Bevor Ihr euch groß plagt, fragt euren Maler des Vertrauens oder im Baumarkt ob die so was haben. Ist eine enorme Erleichterung:

Plattenlift1
Das ist so ein Plattenlift. Und so wirds gemacht:

Platte_richten
Wie gewohnt – Platte richten – zuschneiden, Löcher für Durchbrüche setzen.

Plattenlift2
Den Kopf des Plattenliftes kann man kippen – Platte bequem draufstellen. Dabei immer bedenken wie die Platte nachher hoch kommen soll.

Plattenlift3
Dann kann man die Platte ganz leicht in die Waagrechte kippen.

Plattenlift4
So – jetzt ein bisschen hochkurbeln – schön die Kabel ganz gemütlich in bequemer Arbeitshöhe einfädeln und wieder weiter hochkurbeln.

Plattenlift6
Bis knapp unter die Decke kurbeln. Da der Lift auf Rollen steht kann man noch schön die Platte ausrichten. Dann press an die Decke ranliften.

Plattenlift7
Um nachher besser verschrauben zu können haben wir zwei Stützen gesetzt und den Lift entfernt. Natürlich kann man auch direkt mit dem Lift verschrauben.

Fertiger_Gipskaton
Hier jetzt die fertigen Räume. 3- fach beplankt und mit der finish Spachtelung – fertig zum Tapezieren.

Dreifachbeplankung
Der Beweis – 3-fach beplankt – hier ein Ausschnitt an einem Türrahmen.

Gips_Kabeldurchbruch
Wir haben jede Lage verspachtelt. Bei Kabeldurchbrüchen besonders sorgsam arbeiten.

Versenkte_Klima
Hier noch der fertig eingebundene Montagekasten der Klimaanlage. Dieser musste auf Grund seiner Bauart nach der ersten Lage Gips eingesetzt werden. Die zwei anderen Lagen laufen auf den umlaufenden Fals.

Das wars wieder für heute. Ab jetzt wird es nach eigentlich eher normalen baulichen Themen zunehmend interessanter. Es folgen nun Details wie Türen, Regiescheibe, Böden, Möbel u.s.w.

Vergesst nicht, wenn euch dieser Blog gefällt, hier unten bei Facebook zu teilen und zu liken. Wir freuen uns immer über positive Resonanz. Wem es nicht gefällt oder dieser Blog nichts bringt weil er schon alles weiß, der kann es ja für sich behalten.

Bleibt uns also treu und verpasst nichts. Wir versprechen euch noch einen super spannenden und detaillierten Blog.

Also bis bald

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

14 comments on “Montage der Gipskartonplatten

  1. Fledi says:

    Hallo! Sehr interessante Artikelreihe. Danke schomal dafür. Eine Frage hätte ich allerdings. Mir ist etwas unklar, wie die Kombination aus Dampfsperre und Gipskarton funktionieren soll. Sobald ich die Platten an die Wand schraube, mache ich doch die zuvor sorgfältig abgedichtete Dampfsperre sofort wieder kaputt, oder nicht?
    Im übrigen hoffe ich einfach mal, das eure Wände nicht so rechtwinklig und parallel sind, wie es auf den Bildern den Anschein hat 🙂

  2. Soundhouse7 says:

    Hallo Fledi,doch, die Wände sind im Rohraum absolut parallel. Jedem prof. Akustikbauer sind rechtwinklige Räume vor dem Akustikeinbau lieber als unförmige Grundrisse. Aus einfachem Grund: Gerade Räume sind berechenbar, beherrschbar, vorhersehbar. Ein unsymetrischer, verwinkelter Raum ist nicht mehr zu berechnen zwecks Nachhallzeit und Absorption. Außerdem ist es handwerklich schwieriger außerhalb eines rechten Winkels in jedem Arbeitsschritt alles sauber und dicht hinzubekommen. Es verteuert den ganzen Bau ungemein.Das Problem, das du siehst wird mit dem nächsten Schritt, dem Akustikbau bewerkstelligt.Im Prinzip hast du recht, durch Schrauben bringt man Löcher in die Folie. Diese schmiegt sich allerdings homogen an und um die Schraube. Wir halten uns hier an die Verlegevorschriften der Hersteller. Nach Stand der Technik.
    Danke für dein Interesse an unserem Blog.
    viele Grüße
    Simone

  3. peter says:

    Das mit den Wänden ist einfach:
     
    keine parallen – sich gegenüberstehenden – Wände . dann klappts auch mit den Raummoden….tiefe Moden schafft auch kein Bassabsorber weg!

  4. Soundhouse7 says:

    Hallo Peter,da muss ich dir energisch widersprechen. Einfach ist das Thema Akustik bestimmt nicht. Nur wahllos parallele Wände vermeiden bringt nicht automatisch ein perfektes Ergebnis. Es gibt noch viele andere Aspekte die man im Auge behalten muss. Z.B. die gewünschte Nachhallzeit, störende Reflektionen an der Abhörposition und natürlich die Raummoden. Für die akustischen Berechnungen ist ein “gerader Raum” mit wenig bis gar keinen Kanten am besten geeignet. Selbst der beste Akustikbauer kann einen asymetrischen, verwinkelt und verschachtelten Raum nicht mehr berechnen. Das schafft auch kein noch so modernes Mess- oder Planungsprogramm. Je komplizierter der Raum vor den Akustikmaßnahmen ist, umso größer wird der Unterschied vom errechneten Wert zum schließlich gemessenen Wert sein. Erst nach Festlegung der Position der Abhöre, dem Raytracingverfahren, den Nachhallmessungen des Rohraumes, Analyse der Impulsantwort des Rohraumes und abschließend der Feststellung der Raummoden können konstruktive akustische Maßnahmen erfolgen. Dazu gehören im gehobenen Akustikbau selbstverständlich die Ablenkung des Schalls durch Wandschrägen an der richtigen Stelle aber ebenso Absorber, Diffusoren, Platten-Lochplatten-Folienschwinger bis hin zur Bassfalle und Helmholzresonatoren. Mit einer Bassfalle kann man die Nachhallzeit im tieffrequenten Bereich in den Griff bekommen.
    Mit Helmholzresonatoren geht man gezielt die Raummoden im tieffrequenten Bereich an.Fazit:Bitte niemals einfach schräge Wände bauen und denken: alles wird gut. Vergesst bei euren Planungen auch nicht die Flächen Boden und Decke. Wände dürfen durchaus auch mal parallel sein. Dann aber mindestens eine Wand absorbtiv gestalten, möglichst mit weit nach unten gehenden Breitbandabsorbern. Ganz tiefe Raummoden mit Helmholzresonatoren gezielt eliminieren.GrüßeThomas von Soundhouse7

  5. Thomas says:

    Hallo,
    ein paar Dinge möchte ich so nicht stehen lassen. Peter hat ganz rtecht mit den parall verlaufenden Wände. Die ist nicht optimal. Im gehobenen Akustikbau können auch winklige Flächen berechnet werden. Zudem gibt es Programme, die eine Auralisierung jedes Raumes zulassen.
    Thomas, ich gebe dir recht, wenn es um einen Selbstbau geht, da lieber eher etwas einfacher gebastelt. Jedoch können unter Umständen die Nacharbeitungskosten deutlich in die Höhe gehen. Also, manchmal ist es besser, einen Fachmann zu Rate zu ziehen.
    Was mich auch etwas stutzig macht, ist Eure Raumhöhe. Wie hoch sind denn die Räume, und was für eine Nachhallzeit habt ihr im Aufnahmeraum.
    Jekürzer, umsoweniger kann man mit der Raumakustik arbeiten. Besonders schwierig wird es dann, wenn Streichinstrumente, Chöre, Bläser (mehr als einer) aufgenommen werden sollten.
    Was mich auch noch Interessiert, du sagtes, Ihr habt Eure Absorber, etc, selbst entwickelt. Sind denn diese ausgemessen, wenn ja wie und wo?
    Noch ein Tipp an alle, es gibt heute deutliche bessere Füllstoffe als Mineralwolle. Sicherlich sind die in den Kosten etwas höher, aber lässt sich unsere Gesundheit mit Geld aufrechnen?
    Flachs, Hanf oder Iso Bond sind die Materialen, die zum einen, deutlich bessere gemessene Werte besitzen, und zum zweiten nicht Gesundheits gefährtend sind.
    Dann kommt es noch darauf an, was ich für eine Mineralwolle nehme, mit eine kaschierten Belag, ohne, was für eine Dichte, etc.
    Ich hoffe ich konnte nun etwas produktives hier als Anregung beitragen.

  6. Soundhouse7 says:

    Hallo Thomas,deine Aussagen sind richtig. Wie du schon sagtest, ist dieser Blog für Selbstbauer, die ein professionelleres Ergebnis erhalten möchten. Es stimmt, dass es Programme gibt, die auch komplizierte Räume rechnen. Man muss aber auch beachten, dass die handwerkliche Ausführung wesentlich schwieriger wird, das Ganze wesentlich verteuert und das wichtigste – das errechnete Ergebnis von realen Ergebnis viel weiter auseinander driftet wie bei ursprünglich rechteckigen Räumen.Zu deinen Fragen:unsere Räume sind nicht die größten, umso weniger kann man mit der Akustik spielen – du hast recht. In der Regie ist das aber weniger interessant, da man eh eine Nachhallzeit von 0,2 bis 0,3 sec. anstreben sollte, und diese auch so bleibt. Wir haben eine gemessene Nachhallzeit von 0,25 sec bis hinunter auf 200 Hz und darunter geht es auf 0,45 sec bei 20 – 30 Hz. Als Füllmaterial verwendeten wir Homatherm Flex CL (Mit Labor gemessenen Ausgangswerten) und haben während des Füllvorgangs ständig nachgemessen bis Höhen, Mitten bis 200 Hz gepasst haben. Im tieferen Bereich haben wir mit Plattenschwingern und Helmholzresonatoren die Nachhallzeit und Raummoden in den Griff bekommen. In der Ausgabe 1/12 des Recoding Magazins kommt ein 8 seitiger Bericht über unseren Akustikbau – Erscheinnungsdatum 25.11.2011.
    Das Thema Akustik wird in diesem Blog aber auch noch ausreichend behandelt werden.Und vielen Dank für deinen Beitrag und Anregungen.Viele GrüßeThomas 

  7. Oliver says:

    Warum wurde über dem Dampfschutz 3fach beplankt ? Genügt es nicht auch 1x ? lg… ich habe soviele offene Fragen :/

    • soundhouse7 says:

      Hallo Oliver,
      die Beplankung dient in erster Linie dazu, der inneren Schale ein entsprechend hohes Gewicht zuzuteilen. Das Gewicht der inneren Schale und der Abstand dieser zur Rohwand sind die wichtigsten Faktoren um eine angestrebte Grenzfrequenz der Bauteile zu erreichen.
      Wenn du noch so viele Fragen hast wäre ein Besuch bei uns im Studio sicherlich empfehlenswert. Dann könntest du dich auch von der Funktionalität direkt vor Ort überzeugen.
      LG
      Thomas vom Soundhouse7

  8. Josua says:

    Hallo! Wenn ich alles richtig verstanden habe, war an diesem Arbeitsschritt noch eine Lücke zwischen Estrich und den Gipskartonplatten der Innenwände? Mit welchem Material habt ihr denn diese aufgefüllt?
    Tausend Dank für die ausführliche Dokumentation eures Studiobaus!

    • soundhouse7 says:

      Hallo Josua,
      ja, ca. 1cm Lücke zwischen Gipsplatten und Estrich. Gefüllt haben wir die Lücke mit den handelsüblichen Trennstreifen, die die Estrichleger auch verwenden. Diese blauen, biegsamen aber etwas härteren Schaumstoffstreifen. Mineralwolle geht aber auch.
      Viele Grüße
      Thomas vom Soundhouse7

  9. Ralf says:

    Hallo Simone, hallo Thomas,

    einen tollen Blog habt ihr da! Super! Ich hab vor kurzem mit den Jungs den Proberaum schalldicht gemacht und wir sind größtenteils ähnlich vorgegangen 🙂
    Eine Frage hab ich aber doch: wieso habt ihr euch für die LaSound Gipskartonplatten entschieden? Die sind im Vergleich zu z. B. Massivbauplatten (>= 20kg) wesentlich leichter, dabei schreibt ihr ja selbst, dass je mehr Masse pro Fläche, desto besser. Das einzige, was ich den LaSound zugestehen kann, ist eine vergleichsweise hohe Rohdichte (1400 im Vergleich zu 800 bei Massivbauplatte). Nun stellt sich die Frage: was denn nu? Hohes Gewicht/Fläche oder hohe Rohdichte?
    Viele Grüße
    Ralf

    • soundhouse7 says:

      Hallo Ralf,
      du kannst natürlich gerne schwerere Platten verwenden. Kein Problem.
      Aus unserer Praxis heraus zeigt sich, dass aber das Gewicht der LaSound vollkommend ausreichend ist.
      Unsere Räume sind extrem Schalldicht. Kann man sich auch gerne bei uns vor Ort überzeugen wenn man will.
      Da habe ich gar kein Problem damit.
      Die Entscheidung für die LaSound lag ganz klar zudem am Preis und an der Beibehaltung der 12mm Stärke/Dicke.
      Wie gesagt, wenn du für dein Projekt eine super Alternative hast steht dem nichts im Wege.
      Interessiert bestimmt auch die anderen Verfolger dieses Blogs, wenn du deine Erfahrungen hier teilst.
      Viele Grüße
      Thomas vom Soundhouse7

  10. Peat says:

    Moin liebe Leute,

    zuerst mal ganz fettes lob an euren blog. großartige Sache und vor allem sehr nachvollziehbar dokumentiert. daumen hoch! ich vermisse nur ein paar Worte zum Boden. wände etc. stehen ja längst und Türen und schreibe sind auch fertig. aber wie habt ihr denn den Boden nun realisiert? hoffe ich habs nicht nur übersehen 😛

    beste grüße

    peat

    • soundhouse7 says:

      Hallo Peat,
      vielen Dank für dein Lob und deinen Hinweis.
      Den Boden haben wir nicht vergessen. Wurde in einem Beitrag nur kurz beschrieben, bei uns ist das Studio im Keller. Als Fundament eine 26cm Beton Bodenplatte plan auf Erde. Dann ein handelsüblicher schwimmender Estrich auf 5cm Styropor. Für die Ausführung bei uns im Kellergeschoss vollkommen ausreichend.
      Bei einem Studio, dass in einem Obergeschoss ausgeführt werden soll, würden diese Maßnahmen alleine wohl nicht ganz genügen.
      Hier würde ich wahrscheinlich versuchen einen Unterbau aus Rahmenschenkeln zu bauen und diesen gut und ausreichend auf Sylomer lagern. Bevor man nun Spanplatten darauf verlegt, kann man schon mal testen ob die Konstruktion funktioniert indem man mit einem Vorschlaghammer auf die Rahmen schlägt und einen Stock tiefer hört, ob die Schwingungen dort ankommen, sprich ob man die Schläge hört. Ist das noch so würde ich die Sylomerstärke oder Farbe (jede Farbe entspricht einem anderen Belastungsgrad) ausprobieren. Erst wenn die Konstruktion wirklich ihre Wirkung erzielt weiterbauen. Zwischen die Rahmenschenkel kann man auch noch Mineralwolle packen. Nun kann man z.B. eine Lage Spanplatten verlegen und dann darauf den gewünschten Bodenbelag.
      In einem Obergeschoss wird das ganze natürlich aufwendiger und kostspieliger als wie hier bei uns im Kellergeschoss.
      Ich hoffe ich konnte ausreichend weiterhelfen.
      Thomas vom Soundhouse7

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