Ein paar Schritte zurück: DIE BAUGENEHMIGUNG

Die Baugenehmigung

Hallo liebe Baugemeinde:-))

Der heutige Blog katapultiert uns nochmals zurück an die Ursprünge des Seins. Viele Zuschriften kamen bei uns rein um zu Fragen wie es denn bei uns mit der Genehmigung gewesen sei. Dies hat uns nun veranlasst einen Blog darüber zu verfassen. Für die Praktiker unter uns ein sicher sehr trockenes Thema, aber dafür um so wichtiger. Auch für die, welche nur ein Hobbyzimmer betreiben ist dieser Blog interessant.

Die Vorschriften und Gesetze von unserem Staat/unserem Land/unserer Gemeinde usw. 🙂

wenn man ein Studio bauen möchte…

(Hierzu eine kleine Vorbemerkung: Dies sind die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sie beziehen sich auf unsere Situation – jeder Tonstudiobau hat eine andere Situation. Wir hoffen, ihr könnt Anregungen und Wissen  daraus mitnehmen – aber für das eigene Studio im Zweifelsfalle IMMER bei den Ämtern nachfragen. Wir sind hier in Baden-Württemberg – in Nordrhein-Westfalen kann (muss aber nicht)  das schon alles wieder anders geregelt sein.)

Wir gehen hier auf die (doch recht interessante Situation) gewerbliches Tonstudio in einem Wohngebiet ein.

Wir haben 2004 ein Haus gebaut. Ein Studio wurde in dem Zuge gleich im Rohbau im Keller angelegt. Das heißt, wir haben einen separaten Eingang gebaut, einen Aufenthaltsraum, einen Regie- und einen Aufnahmeraum. Gleichzeitig wurde eine Gästetoilette mit eingebaut.

Zu dem Zeitpunkt des Hausbaus wurde das Studio als Hobbyraum deklariert.

Um nun auf eine gewerbliche Nutzung umzusteigen, war in unserem Falle ein „Nutzungsänderungsantrag“ beim Bauamt des zuständigen Landratsamtes  nötig.

Der Entschluss ist gefasst: Wir wollen endlich unser Rohbau-Studio ausbauen, und gewerblich nutzen!

Sehr schnell landet man dann wieder auf dem Boden der Tatsachen, wenn man nun an den bürokratischen Aufwand denkt – aber was nicht tötet, härtet ab!!

Vollen Mutes wendeten wir uns an……. ja…… wohin eigentlich?? Wer ist der erste Ansprechpartner, wenn man ein Studio einrichten möchte und sich natürlich auch an die deutschen Vorschriften und Vorgaben halten möchte? (wie auch immer die sein mögen – soweit waren wir ja noch gar nicht)

Die wichtigste Definition für einen Studiobau lautet:

1. Wird es ein gewerbliches Studio oder ein privater Hobbyraum?

Bei einem privaten Hobbyraum hängt es doch meist von der Toleranz der Mitmieter/Nachbarn ab – es besteht zwar keine Meldepflicht, aber man sollte sich durchaus einmal mit den rechtlichen Vorschriften auseinandersetzen, um Problemen vorzubeugen. Wenn man beginnt, regelmäßig Leistungen gegen Bezahlung zu erbringen, rutscht es ins Gewerbe ab (aber das ist jetzt Steuerrecht)

In unserem Falle soll aus den gemeldeten Hobbyräumen ein gewerbliches Studio werden. Um nun auf eine gewerbliche Nutzung umzusteigen, war in unserem Falle ein „Nutzungsänderungsantrag“ beim Bauamt des zuständigen Landratsamtes  nötig. Dies erfuhren wir auf dem Rathaus unserer Gemeinde.

2. Wo entsteht ein gewerbliches Studio? In einem Gewerbegebiet oder in einem Wohngebiet?

Wir hatten die große Hürde zu meistern, dass unser Einfamilienhaus, in dem das Studio entstehen soll, in einem reinen WOHNGEBIET liegt.

Das hieß für uns: Die Gemeinde und das Landratsamt müssen dies genehmigen.

Denn  bei einem gewerblichen Studio  ist mit Kunden  zu rechnen, (erhöhtes Verkehrsaufkommen im Wohngebiet )Ebenso brauchen die Kunden einen Parkplatz,sie machen Lärm, der Studiobetrieb an sich könnte zu laut sein etc.. Falls man die Absicht hat, Angestellte zu haben, muss man auch noch für deren Arbeitsschutz sorgen (was in unserem Falle aber noch nicht zutrifft, von daher lassen wir das mal links liegen J

Dazu wurde hier eine Ortsbesichtigung mit einem Vertreter der Gemeinde und dem zuständigen Kreisbaumeister  gemacht, wir erläuterten die Vorstellungen, wie unser Studiobetrieb ablaufen soll und wie für Schall- und Brandschutz gesorgt wird. Ebenso wurde bei der Ortsbegehung gleich geprüft, ob wir für unser Unternehmen ausreichend Parkplätze zur Verfügung stellen können.

Anschließend schickte die Gemeinde Einverständnisanfragen an die angrenzenden Nachbarn. Diese müssen das erlauben. (was sie auch taten – deswegen: immer mit den Nachbarn offen reden und sich gut stellen, damit sie wissen, das man auch ALLES dafür tut, dass die Musiker nicht schon ihre Session auf der Straße abhalten, wenn doch ein tolles Studio auf sie wartet gg – aber das bekamen wir tatsächlich zu hören )

3. Was soll in dem Studio gemacht werden? (z.B. „nur“ Einzelkünstler oder jeden Tag Big-Bands 🙂

Das war (glauben wir) das Zünglein, dass uns die Erlaubnis gegeben hat: Wir rechnen mit Publikumsverkehr, aber nur sehr begrenzt. Wir planen zwar ein gewerbliches Tonstudio, aber mit einer etwas anderen Arbeitsweise! (Zum späteren Zeitpunkt mehr dazu ) Wollten wir hier Big-Band o.ä.  produzieren – ich glaube, wir hätten keine Genehmigung bekommen!!

Wir bekamen die Genehmigung – das waren die Punkte, die dazu rein flossen.

1)    Für ausreichende Parkmöglichkeiten ist zu sorgen – je nach geschätztem Publikumsverkehr

2)    Baurechtlich hatten wir ja schon einige Vorschriften im Rohbau eingehalten: Fluchtweg, Toilette, Aufenthaltsraum, Mindesthöhe der Räume ( lichtes Maß :2,10 m)

3)    Und nun direkt aus der Baufreigabe: (einer der wichtigsten Punkte, wenn man in einem reinen Wohngebiet baut):   SCHALLSCHUTZ

Durch schall- und erschütterungstechnische Maßnahmen an den betrieblichen Einrichtungen ist sicherzustellen, dass der Beurteilungspegel der durch den Betrieb der Anlage verursachten Geräuschemissionen im Einwirkungsbereich folgende Immisionswerte  nicht übersteigt:

Im allgemeinen Wohngebiet (WA)

tagsüber: 49 dB (A)

Nachts     34 dB (A)

Einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen dürfen den Immissionsrichtwert am Tage um nicht mehr als 30 db(A) und in der Nacht nicht mehr als 20 db(A) überschreiten.

Die von den gewerblich genutzten Räumen ausgehenden Geräuschübertragungen innerhalb von Gebäuden und bei Körperschallübertragung (z.B. durch den Betrieb von Maschinen und Geräten) dürfen in den baulich verbundenen schutzbedürftigen Räumen folgende Immisionswerte nicht überschreiten

Tags  35 dB (A)

Nachts 25 dB (A)

Gemessen und bewertet nach Nr. 6.2. der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm – TA-Lärm-. Kurzzeitige Geräuschspitzen dürfen die vorgenannten Immisionsrichtwerte um nicht mehr als 10 db(A) überschreiten.

Hierzu sind im übrigen auch die Anfahrten der Kunden mit den Autos rein zu berechnen .. ;-))

Auf gut Deutsch:  Der Geschäftsbetrieb in und außerhalb der geplanten Räume darf keinen Nachbarn stören –am besten unbemerkt ablaufen :-))))))))))))))

Nicht zu unterschätzen sind übrigens auch die Kosten, die mit so einem Bauantrag (bzw. in unserem Falle einen Nutzungsänderungsantrag) auf einen zukommen. Wir haben für den grünen Schein 150 Euro gezahlt.

So geschafft – ich hoffe ihr habt was Neues erfahren oder habt wenigsten eine Kleinigkeit mitnehmen können.

Im nächsten Blog wird es dann wieder praktisch zugehen. Im Augenblick planen wir die Kabel (welche, wieviele davon und wohin – sehr,sehr wichtiges Thema) – aber dazu mehr im nächsten Blog.

Vergesst nicht, wenn euch dieser Blog gefällt, hier unten bei Facebook zu teilen und zu liken. Wir freuen uns immer über positive Resonanz. Wem es nicht gefällt oder dieser Blog nichts bringt weil er schon alles weiß, der kann es ja für sich behalten.

viele rockige Grüße

Simone und Thomas

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