Türen schalldicht herstellen

Herstellung schalldichter Türen im Tonstudio

Hallo liebe Studiobauer,

heute geht es um ein sehr interessantes Thema im Studiobaubereich: der Herstellung von absolut schalldichten Studiotüren. Wir gehen hier in unserem Studiobaublog auf die von uns durchgeführte Lösung ein. Man kann diese als eine Art “Low Budget Lösung” deklarieren. Klar – umsonst war das Ganze auch nicht, aber das Preis – Leistungs – Verhältnis ist einfach genial.

Gegenüber richtig teuren Schallschutztüren spart man hierbei wahnsinnig viel Geld.

Jetzt gehts los:

Tür Roh
Hier nochmals die Ausgangssituation. Der rohe Raum mit Beton und Kalksteinwänden. Die Türdurchlässe sind schon hergestellt.

Tür_Estrich_abschneiden
Dann wurde der Estrich in allen Räumen abgeschnitten um die Raum in Raum Konstruktionen auf den Rohboden montieren zu können. Der Türbereich wurde komplett vom Estrich befreit.

Tür_Rahmenbau
Der nächste Schritt war die Montage der Tragkonstruktion. Hierbei wurde für jeden Türdurchlass in jede Wandschale eine Holzunterkonstruktion hergestellt. Es ist bei der Herstellung einer Raum in Raum Konstruktion immer und überall darauf zu achten, dass keine mechanische Verbindung zur Rohwand besteht. Dies muss man unbedingt bis zum letzten Arbeitsschritt beachten und einhalten, sonst ist die ganze Mühe vergebens.

Tür_Rahmenbau_Oben
Kein Kontakt zur Rohwand. Die einzelnen Räume können später jeder für sich frei schwingen.

Tür_Rahmenbau_unten_isoliert
Im Bodenbereich für jede Schale eine Fußschwelle herstellen für die spätere Montage der Trittbretter. Die Zwischenräume mit Mineralwolle ausfüllen.

Tür_Zargen_unten
Dann baut man in die äußeren Schalen die Türzargen ein. Die Zargen berühren sich und die Rohwand nicht. Das Zwischenbodenbrett hat mind. 1cm Luft zu den äußeren Türzargen.

Tür_Zargen
Hier der Türaufbau mit einer 11,5er Rohwand als Zwischenschale.

Tür_Zarge_2_schalig
Hier eine Tür in einem Zweischaligen Gesamtaufbau. Die Zargen berühren sich nicht. Man sieht hier schön die Trennfuge.

Tür_mineralwolle
Den tiefen Zwischenraum zwischen den Zargen füllt man dann zuerst mit Mineralwolle.

Tür_schaumstoff
Man befestigt Anschlagleisten, montiert eine Dampfsperre über die Mineralwolle und füllt den Zwischenraum in Höhe der Leisten mit Akustikschaumstoff. Dieser soll Reflektionen zwischen den Scheiben bei geschlossenen Türen verhindern.

Tür_Stoffbespannung
Der nächste Schritt ist die Stoffbespannung. Diese dient der schöneren Optik und verdeckt die darunter liegenden akustischen Maßnahmen. Wählt hierbei eher dunkle Farben – vorzüglich schwarz – um Reflektionen zwischen den Scheiben zu vermeiden.

Tür_Kunstoffrahmen
Jetzt werden handelsübliche Balkon – oder Terassentüren eingesetzt. Jede äußere Schale bekommt eine Türe. Achtet darauf, dass die Türen einer Wand unterschiedliches Gewicht aufweisen. Dadurch erhält man unterschiedliche Grenzfrequenzen für jede Tür, und somit eine bessere Schalldämmung. Auf der lauteren Seite, meistens die des Aufnahmeraums, baut man in den Kunststoffrahmen eine Scheibe mit erhöhtem Schalldämmwert ein. In die andere Türe genügt eine “normale” Scheibe mit üblichen Schalldämmwerten.
Die Terassentüren haben den Vorteil einer umseitig schleißenden Dichtung, sie sind relativ günstig und leicht zu montieren. Dafür hat man den Nachteil einer Bodenschwelle über die man immer drüber steigen muss. Ein Übel mit dem man aber gut leben kann.

Tür_anschrauben
Die Türen werden an die mit Stoff bespannten Anschlagleisten gedrückt und in die Holzrahmen verschraubt. Danach noch mit speziellem Schallschutzschaum ausschäumen.

Tür_Überblick
So schaut es dann aus, wenn in jeder Schale eine Türe eingebaut ist. Die Scheiben wurden bei uns später eingesetzt, da die Glaslieferung beim ersten mal leider komplett zu Bruch ging.

Tür_fertig
Die Türen nach der Montage. Die Stoffbespannung füllt den Zwischenraum schön aus. Darunter besteht kein mechanischer Kontakt der einzelnen Schalen.

IMG_1754
Jetzt nur noch den Rest streichen. Auf die Bodenbretter kommt später noch ein Teppich und die jetzt noch sichtbare Schäumung der Türe wird mit einer kleinen Abdeckleiste verdeckt.

– Fertig –

Wir haben das Ganze auch schon in der Praxis getestet. Selbst ohne Akustikbau, der auch noch sehr viel Wirkung zeigen wird in Sachen Schallschutz,  hörte man eine Horde schreiender, an der Schmerzgrenze liegenden Kinder, absolut nicht mehr. Da die Regiescheibe noch nicht ganz fertig war, konnten wir bisher nur den Übergang Kleiner Aufnahmeraum – Großer Aufnahmeraum effektiv praktisch ausprobieren. Hier ist nur eine 11,5er Rohwand zwischen den Raumschalen. Also selbst hier schon phänomenale Ergebnisse. Für den Härtetest zwischen Regie und Aufnahme Groß müssen wir noch auf die Letzte Scheibe für das Regiefenster warten. Hier haben wir eine 24er Rohwand zwischen den Schalen. Wir werden dann auch den Schlagzeugtest durchführen.

Ich hoffe dieser Beitrag hat euch gefallen und bringt etwas für das eigene Projekt.
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Alle weiteren Infos über Soundhouse7 findet ihr auf  www.soundhouse7.de
Im nächsten Blog geht es um die Regiescheibe.

Bleibt also dran

viele Grüße

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

Kabeldurchbrüche im Tonstudio

Kabeldurchbrüche im Tonstudio

Heute geht es um die Herstellung von Kabeldurchbrüchen und die Durchführung bis hin zur tapezierten Wand. Der Prozess des Kabeldurchführens verfolgt einen Studiobauer generell vom ersten Handstreich bis zum fertigen Objekt. Die “blöden” Kabel sind einem die ganze Bauphase hindurch im Weg und man muss ab dem Moment der Kabelverlegung bei jedem Arbeitsschritt darauf achten, dass die Kabel unversehrt bleiben. Ein defektes, hinter der Wand verlegtes Kabel ist später nicht mehr auszutauschen.

Schon im Rohbau muss man sich Gedanken machen, wo man wieviele Kabel und vor allem welche man braucht. Hierfür haben wir ja aber schon einen ausreichenden Blog veröffentlicht. Heute soll es um die Führung der Kabel durch die Wände in die einzelnen Räume gehen.

Es führt kein Weg daran vorbei, es müssen Löcher in die Rohwand gebohrt werden. Wählt den Durchmesser des Durchbruchs nur minimal größer als der Strang der Kabel die hindurch geführt werden sollen. Von einer Verlegung von Kabeln in Leerrohren ist aus Schallschutztechnischen Gründen dringends abzuraten. Plant eure Kabel anständig und mit Reserve. Zwar ist eine nachträgliche Änderung so nur schwer möglich, aber so bekommt man die Löcher später auch wieder anständig dicht.

Ist das Loch hergestellt, können auch schon die Kabel durchgezogen werden.

Durchbrueche_klein_roh
Man kann geeignete Kabel zusammen durch ein Loch führen, oder diese wegen Schirmung auch einzeln, getrennt bohren.

Nun dichtet man die Löcher am besten mit 2 verschiedenen Materialien ab. Erstens mit Mineralwolle, und dann noch mit speziellem Schaum mit erhöhten Schalldämmwerten. Dies hat den Grund, dass man eine doppelte Sicherheit hat, falls eines der Materialien mit der Zeit seine Wirkung auf Grund physikalischer Einflüsse etwas verlieren sollte.

Mineralwolle_Dichtung
Erste Dichtungsschicht mit Mineralwolle

Mineralwolle_Dichtung_klein

Durchbruch_groß_Schaum
Zweite Dichtungsschicht – geschäumt. Wir verwendeten einen Dichtschaum von Würth mit 68 dB Schalldämmwert.

Durchbrüche_Mineralwolle
Danach kann die 2. Schale gedämmt werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Dämmung die Kabel fest umschließt.

Durchbrüche_Dampfsperre
Ebenso beim Einbau der Dampfsperre auf einen Luftdichten Anschluss der Kabel achten.

Durchbruch_groß_Dampfsperre

Gips_Kabeldurchbruch
Nach der Verlegung der Gipskartonplatten nach jeder Lage die Kabel dicht verspachteln und die Löcher ausreichend mit Spachtelmasse satt füllen.

Durchbrüche_Gipskarton
Das schlimmste ist nun geschafft. Jetzt noch tapezieren und die Kabel liegen oder hängen sauber abgedichtet in den Räumen.

Durchbruch_Taperziert
Hier fertig tapeziert.

Wer die Möglichkeit hat der kann Kabel auch im Boden verlegen. Es ist aber immer darauf zu achten, keinen Kontakt oder gar eine mechanische Verbindung der einzelnen Schalen und Räume zu bekommen (Raum in Raum Prinzip)

Weiter geht es nun in die Kabelkanäle und Führungen der Studiomöbel. Hier kann man die Dichtigkeit des Durchbruchs noch verbessern, wenn man im entsprechenden Bereich den Kabelkanal größer baut, also eine Art Vorbaukasten und diesen mit Sand füllt. Das Kabel bettet sich dann sauber in den Sand ein und wird nach oben in den weiteren Kabelweg aus dem Sand heraus geführt.

Leider haben wir davon noch keine Bilder – kommen aber noch –

Das war´s wieder für heute. Bleibt dran an der Soundhouse7 Baustelle. Jetzt wird es zunehmend spannender.

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Viele rockige Grüße

Simone und Thomas
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Montage der Gipskartonplatten

Montage der Gipskartonplatten im Tonstudio

Hallo und frohe Ostern zusammen. Genau im Zeitplan aber nach enormer Schufterei sind nun die Arbeiten mit Gipskarton beendet. Wir möchten hier heute nicht näher darauf eingehen, wie man nun im Detail Gipskartonplatten verlegt. Dazu gibt es im Internet genügend Video – und Text Tutorials bei denen man sehr viel lernen kann. Vielmehr möchten wir euch zeigen welches Material wir verwendet haben und in welcher Menge. Noch dazu zeigen wir euch eine Möglichkeit, wie man Gipskartonplatten an die Decke montiert wenn man ganz alleine da steht. Hierzu gibt es im Internet die abenteuerlichsten Videos. Wir zeigen euch die amtliche Lösung 🙂

Nach langer Recherche und Vergleichen von Kosten/ Nutzen Faktor haben wir uns für Gipskartonplatten der Firma LA Farge entschieden. Die genaue Bezeichnung ist:
LA Farge LA SOUND. Diese haben eine Stärke von 12,5mm und sind speziell für den Schallschutz ausgelegt. D.h. sie haben ein deutlich höheres Gewicht bei gleicher Stärke als herkömmliche Gipsplatten. Das hat sich dann auch bei der Verarbeitung bemerkbar gemacht. Diese ging ganz schön in die Knochen und alleine lies sich eine Platte gerade so noch heben.
Die Platten hatten die Maße: 2,00m x 1,25m. Davon haben wir 150 Stück bestellt und auch komplett verbraucht. (375 m2)

Wie gesagt – auf die grundlegende Verlegung von Gipsplatten gehen wir heute nicht ein. Trotzdem möchten wir euch einen Trick zur Deckenmontage zeigen, den bestimmt die meisten noch nicht kennen. Das Problem bei der Deckenmontage ist ganz klar die Schwerkraft. Dazu kommen noch die wirklich sehr schweren Soundplatten. Selbst zu zweit war das hochmachen noch eine echte Anstrengung. Besonders in einem Tonstudio, in dem man eigentlich fast bei jeder Platte irgendwelche Kabeldurchbrüche hat und beim montieren auch noch ständig die Kabel in die Platten einfädeln muss.

So haben wirs dann gemacht:

Plattenlift vom Maler ausgeliehen.

Bevor Ihr euch groß plagt, fragt euren Maler des Vertrauens oder im Baumarkt ob die so was haben. Ist eine enorme Erleichterung:

Plattenlift1
Das ist so ein Plattenlift. Und so wirds gemacht:

Platte_richten
Wie gewohnt – Platte richten – zuschneiden, Löcher für Durchbrüche setzen.

Plattenlift2
Den Kopf des Plattenliftes kann man kippen – Platte bequem draufstellen. Dabei immer bedenken wie die Platte nachher hoch kommen soll.

Plattenlift3
Dann kann man die Platte ganz leicht in die Waagrechte kippen.

Plattenlift4
So – jetzt ein bisschen hochkurbeln – schön die Kabel ganz gemütlich in bequemer Arbeitshöhe einfädeln und wieder weiter hochkurbeln.

Plattenlift6
Bis knapp unter die Decke kurbeln. Da der Lift auf Rollen steht kann man noch schön die Platte ausrichten. Dann press an die Decke ranliften.

Plattenlift7
Um nachher besser verschrauben zu können haben wir zwei Stützen gesetzt und den Lift entfernt. Natürlich kann man auch direkt mit dem Lift verschrauben.

Fertiger_Gipskaton
Hier jetzt die fertigen Räume. 3- fach beplankt und mit der finish Spachtelung – fertig zum Tapezieren.

Dreifachbeplankung
Der Beweis – 3-fach beplankt – hier ein Ausschnitt an einem Türrahmen.

Gips_Kabeldurchbruch
Wir haben jede Lage verspachtelt. Bei Kabeldurchbrüchen besonders sorgsam arbeiten.

Versenkte_Klima
Hier noch der fertig eingebundene Montagekasten der Klimaanlage. Dieser musste auf Grund seiner Bauart nach der ersten Lage Gips eingesetzt werden. Die zwei anderen Lagen laufen auf den umlaufenden Fals.

Das wars wieder für heute. Ab jetzt wird es nach eigentlich eher normalen baulichen Themen zunehmend interessanter. Es folgen nun Details wie Türen, Regiescheibe, Böden, Möbel u.s.w.

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Bleibt uns also treu und verpasst nichts. Wir versprechen euch noch einen super spannenden und detaillierten Blog.

Also bis bald

Simone und Thomas
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Klimaanlage-Einbau Teil 2

Klimaanlage – Einbau in einem Tonstudio Teil 2

Heute geht es weiter mit dem Einbau der Klimaanlage in unseren Studioräumen. Wie es halt oft so ist bei Baumaßnahmen, greift ein Arbeitsgang in den nächsten und der eine Schritt kann ohne die Fertigung des anderen Schritts nicht weiter gemacht werden. So verhält es sich auch mit der Klimaanlage. Um alle Wände nun endgültig dämmen und schließen zu können ist es nun nötig die letzten Arbeiten hinter den Wänden zu erledigen.
Geplant war in unserem Fall das Außengerät der Klimaanlage zwei Stock höher auf einer Terrasse zu installieren. Hierzu mussten wir erst zwei Kernlochbohrungen durchführen. Ein 100 mm Loch vom Studio nach außen und eines oben wieder durch eine Betonbrüstung wieder auf die Terrasse.

Kernlochbohrung_Aussen
Kernlochbohrungen durch Beton sind sehr aufwendig und sollten bei Unerfahrenheit besser vom Fachmann durchgeführt werden. Allein schon wegen dem nötigen Kernlochbohrgerätschaften.

Nachdem die Löcher gesetzt waren montierten wir ein 100mm Regenfallrohr aus Zink als “Fake” Kabelkanal. Das Zinkrohr passt eben optisch zum Haus und es fällt nicht auf, dass wir hier ein Kabelbündel nach oben führen. Dafür ist aber auf eine 100% ige Abdichtung gegen eindringendes Wasser zu achten. Da das Rohr direkt durch die Außenwand hinter unsere Studiowand führt darf absolut kein Wasser eindringen.

Fallrohr_Komplett
Hier das fertige Fallrohr vom Keller auf die Terrasse. Sieht aus wie ein gewöhnliches Fallrohr, beherbergt jedoch die Klimaleitungen, die Stromversorgung und die Steuerleitungen zu den Innengeräten.

Fallrohr_Abdichtung
Die Wanddurchdringung wurde mit qualitativ hochwertiger Abdichtungsmasse (Enkopur) mit Fliesverstärkung abgedichtet.

Fallrohr_Innen
Man sieht hier wie das Zinkrohr etwa 4cm zurückversetzt in die Wand eindringt. Hier können nun die Leitungen nach oben gezogen werden.

Kabeldurchfuehrung_Innen
Klimaleitungen, Steuerleitungen und die Stromversorgung für das Außengerät durchgezogen. 

Aussengerät_Installiert
Das Außengerät wurde auf der Terrasse stehend montiert. Bei Bedarf kann man noch eine Gummimatte unterlegen um event. Vibrationen zu dämpfen.

Kabeldurchbruch_Terasse
Hier der Leitungsdurchbruch auf der Terrasse. Den Schaum später abschneiden und den Wandanschluss mit Silkon abdichten.

Sind die Leitungen alle verlegt kann es an die Installation der Innen-Montagekästen gehen.
Diese sind zwar nicht bei jedem Klimasystem nötig, jedoch bei unserem System waren sie eben dabei und wurden eingebaut. Man kann Innengeräte auch ohne einen solchen Kasten einbauen. Noch dazu waren diese etwas ungeschickt produziert, da die Einbautiefe nur für eine Einfachbeplankung konzipiert ist, wir aber 3- fach beplanken werden. Es musste also vor der Installation der Kästen die erste Lage Gipskartonplatten zumindest an den entsprechenden Stellen  montiert sein. Es bedarf einer Hand in Hand Arbeit zwischen uns und dem Klimabauer, da ja auch im Bereich des installationskastens der Wandaufbau eingehalten werden musste. (Leitungen rauslegen, dämmen, Dampfsperrfolie luftdicht anbringen, Gipskarton schließen, Kasten einfädeln und einschäumen)

Leitungsmontage_Klima
Die Leitungen wurden rausgelegt und dahinter gedämmt.

Montagekasten_Einbau
Die Dampfsperre wurde geschlossen, die Gipskartonplatten angebracht und nun wird der Kasten eingefädelt und passgenau montiert.

Montagekasten_Eingebaut
Ein fertig eingebauter Montagekasten für ein Klimainnengerät. In unserem Fall werden nun die weiteren Lagen auf den umlaufenden Falz des Kastens aufliegen lassen. Das Innengerät kann nun nach dem Tapezieren und Streichen ganz einfach montiert werden.

Info:
Die aus Japan stammende Klimaanlage wurde vor der Katastrophe geliefert und ist nicht verstrahlt :-))

Für heute war es das mal wieder. Zur Zeit ist es schwer regelmäßig zu bloggen, da wir sehr viel Eigenleistung erbringen. Ab nächster Woche wird es wieder etwas ruhiger für uns, da wir dann wieder tatkräftig von Firmen unterstützt werden.
Zur Zeit stecken wir noch mitten im Fertigstellen der Gipskartonverkleidung. Ca. 400 m2 halten da ganz schön auf und gehen echt in die Knochen. Aber ich glaube es wird sich lohnen.

Wir freuen uns, einige unserer mittlerweile recht großen Community auf der Musikmesse kennengelernt zu haben. Es hat uns gezeigt: die Musikszene ist voll von netten und super Menschen mit denen man viel Spaß haben kann.

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Bleibt uns treu – bis bald

Simone und Thomas

Montage der Dampfsperre im Tonstudio

Montage der Dampfsperre im Tonstudio

Hallo wieder mal auf der Soundhouse7 Baustelle. Heute wird es um die Anbringung und die Notwendigkeit einer Dampfsperre in unserem Studio gehen. Wer schon mal versucht hat ein Geschenk akkurat einzupacken ist bestimmt das ein oder andere mal verzweifelt. Hierbei geht es nun darum sozusagen raumgroße Geschenke absolut Luftdicht, faltenfrei und passgenau einzupacken.

Den genauen Grund und Notwendigkeit der Dampfsperre haben wir schon in dem Blog: “WASSER- DER KILLER DER SCHALLDÄMMUNG” behandelt. Kurzgefasst geht es darum, zu verhindern, dass Wasserdampf in die Mineralwolle eindringt, die Luft sich dort abkühlt, und entsprechende Mengen Wasserdampf wieder flüssig werden und langsam unsere Dämmung versotten und somit unbrauchbar machen. In einem Tonstudio entstehen entgegen dem normalen Wohnungsbau enorme Raumtemperaturen mit enormen Luftfeuchtigkeitswerten. Je wärmer die Luft, umso mehr Feuchtigkeit kann diese in Form von Wasserdampf speichern. Diese hochfeuchte Luft möchte nun durch die Wände und Decken ausweichen. An irgendeinem bestimmten Punkt (dem Taupunkt) wird sich die Luft langsam abkühlen. Kühlere Luft kann weniger Wasserdampf speichern und gibt den überschüssigen Dampf in flüssiger Form frei. Dümmsten Falls wäre das hinter oder in der Dämmung. Die Folge wären spätere Wasserschäden, event. Schimmelbildung und eine nachlassende Wirkung der Schalldämmung. Deshalb gilt die Grundregel:
Die Dampfsperre immer auf der wärmeren Seite einzubauen. Zwischen zwei Räumen, in denen eigentlich fast indentische Raumtemperaturen herrschen braucht man folglich auch keine Dampfsperre, da sich die Temperatur der Luft nicht verändert.
Jedoch, wie gesagt, in einem Tonstudio herrschen eben extreme klimatische Verhältnisse. Der Einbau der Klimaanlage bringt zwar ein angenehmeres Klima in den Raum, senkt aber nicht die Luftfeuchtigleit.

Beim Einbau der Dampfsperre verwendeten wir eine spezielle Folie mit einem SD-Wert von über 100m. Eigentlich hätte ein Material mit einem SD-Wert von ca. 10m ausgereicht, jedoch bei den extremen Anforderungen sind wir auf Nummer sicher gegangen. Bei Einbauten in der Wand wollten wir keine Experimente eingehen, da spätere Wasserschäden sehr, sehr teuer zu beheben sind.

Bild 4
Die Verlegung muss absolut dicht erfolgen. D.h. sämtliche Stöße oder Löcher müssen sorgfältig mit speziellem Klebeband verklebt werden. Außerdem sollte auf eine möglichst faltenfreie Verlegung geachtet werden um später keine Probleme mit der Verlegung der Gipsplatten zu bekommen. (Folie kann gefaltet sehr störrisch und störend sein)
Aufnahme1_fertig_Dampfsperre2
hier ein fertig verklebter Raum. Die Decke ist nur blau, da uns zwischendurch die Folie ausging und wir auf eine andere Marke gewechselt sind. 

Regie_und_Aufnahme_Dampfsperre

Raum_fertig_Dampfsperre
Hier die Regie fertig verlegt. Wo Holz- wurde die Folie getackert – wo Metall- haben wir die Folie mit doppelseitigem an die Metallunterkonstruktion fixiert. Hat super funktioniert.

Doppelseitiges_Klebeband
Das doppelseitige Klebeband vor der Verlegung punktuell anbringen. Dann die Folie glatt darüber verstreichen.

Kabeldurchbruch_Einzel
Kabeldurchbrüche sauber und Luftdicht mit speziellem hochflexieblen Klebeband verkleben.

 Kabeldurchbruch_Regie
Hier zwei Kabelstränge der Regie. Es ist nicht immer Leicht. Aber mit dem richtigen Material geht es schon nicht schlecht.

 Kabeldurchbruch_Wallbox
Detail eines Kabeldurchbruchs von Audioleitungen an einer späteren Wallbox.

Ich hoffe unser Beitrag hat euch heute wieder gefallen. Wir freuen uns riesig über die stetig wachsende Studiobaugemeinde von Soundhouse7.

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Für heute wars das mal wieder. Wir wünschen euch noch einen sonnigen Aprilsonntag und bis zum nächsten Blog.

Simone und Thomas 

Montage der Dämmung im Tonstudio

Montage der Dämmung zwischen den Wandprofilen und den Deckenbalken

Hallo zusammen. Zur Zeit mangelt es uns nicht an Arbeit und da wir gerade in einer Phase sind, in der wir sehr viel Eigenleistung erbringen, ist die Zeit etwas knapp gewesen um einen neuen Blog zu verfassen. Dafür können wir euch heute viele Bilder unseres Baufortschrittes aus der letzten Woche präsentieren.

Beim Dämmen handelt es sich um eine Arbeit, die bestimmt der ein oder andere schon einmal in seinem Leben geleistet hat. Auch die Anbringung einer Dampfsperre ist eventuell nichts neues. Deshalb möchte ich heute auch gar nicht viele Worte verlieren und euch mit vielen Bildern erfreuen.

Dazu zu sagen ist aber, dass bei diesem Arbeitsschritt auf besondere Sorgfalt geachtet werden muss. Es ist darauf zu achten, nicht die kleinste Lücke oder einen Spalt zu hinterlassen, welcher später unseren Dämmwert der Wand schwächen könnte. Ebenso solltet ihr an eure Gesundheit denken und immer mit entsprechendem Atemschutz und Augenschutz arbeiten. An diesen Tagen haben wir uns immer besonders auf die abendliche Dusche gefreut.

Wir verwendeten zur Dämmung an den senkrechten Wänden 100mm Trennwandplatten aus Mineralwolle. Dies war die günstigste Lösung und die beste in Bezug auf Preis und Resultat.
Berechnungen mit alternativen Materialien brachten keinen nenneswerten Dämmvorteil.

Daemmung_Soundhouse7
Hier das gesamte Studio fast fertig gedämmt.

Haltebrett
Um später besseren Halt bei Wandmontagen zu bekommen, haben wir 30mm Bretter an den entsprechenden Stellen eingezogen.

Wallboxausbildung
Kabeldurchbruch bei einer späteren Wallbox. Die Dämmung muss die Kabel fest umschließen.

Gedaemmte_Wand
Hier sieht man schön wie unsere “Dämmungshalter” funktionieren.

Eckausbildung
Eckausführung mit Haltebrettern für spätere Boxen- oder Monitorhalterungen.

Deckendaemmung
Dämmung der Decke mit 120er Klemmfilz. Das Zeug ist noch ekelhafter als die Wandplatten.

Wandaufbau_Regie_Aufnahme1
Bisheriger Wandaufbau: hier zwischen Regie und Aufnahme1

Gipsplattenlieferung
Zwischendurch kamen noch 140 Gipskartonplatten die per Hand ein Stock tiefer in die Studioräume transportiert werden mussten.

So weit für heute. Der nächste Blog kommt jetzt wieder etwas zeitnaher. Dann geht es um die Anbringung der Dampfsperre.

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viele Grüße

Simone und Thomas

Die praktische Hinterwandverkabelung eines Tonstudios

Kabelverlegung in unserem Tonstudio

Da die Planung der Verkabelung ja schon erledigt ist (letzter Blog) geht es jetzt an die Praxis und die Verlegung sämtlicher Kabel. Und das sind in einem Ton- oder Filmstudio nicht gerade wenige. Wie gesagt, man muss sich jetzt schon genau sicher sein, wo man was und wie viel davon haben will plus einer angemessenen Reserve. Man sollte auch in die Zukunft gedacht haben – welche Arbeiten erledige ich heute in meinem Studio und welche event. in 5-8 Jahren. Es ist später nicht so leicht, Kabel ohne größeren Aufwand an eine entsprechende Stelle hinter der Wand zu ziehen.

Wir haben erst einmal mit der Stromversorgung begonnen. In einem der vorhergehenden Blogs habt ihr ja gesehen, dass uns der Elektriker einen separaten Verteilerkasten installiert hat. Von dort haben wir nun die Stromzuleitungen in die einzelnen Räume verlegt. Hierfür haben wir für jeden Raum, egal ob Regie oder Aufnahmeraum mehrere getrennte Stromkreise vorgesehen. Es werden in den Räumen hinter Wand und Decke die Kabel für Licht und Schalter verlegt. Die Stromverteilung erfolgt später in einem Aufputz-Kabelkanal. Somit brauchen wir uns zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gedanken über Anzahl und Positionierung von Steckdosen machen. Die kann man dann später im Kanal setzen wie man sie braucht.

 Stromzentrale
Die Stromversorgung trifft auf einen Punkt 

Die Erdungskabel werden ebenfalls gleich mit verlegt. Das Thema Erdung in einem Tonstudio ist so ein Fall für sich und wird in einem der nächsten Blogs behandelt. Aber kurz gesagt werden wir die Erdung Sternförmig verlegen auf einen zentralen Punkt – der Hauptpotenzialausgleichsschiene. Diese ist auch direkt neben dem Studioverteilerkasten montiert und bildet eine komplett separate Erdung für die Studiogeräte.

 Erdungstrennung
Die separate Erdung auch immer schön trennen von den Stromleitungen 

Als zweites haben wir uns an die Audioverkabelung gemacht. In unserem Fall verwendeten wir folgende Kabelsorten:

1. Sommercable SC Mistral-20 (er Multicore) 20x2x0,22mm / paarweise isoliert durchnummeriert und farbcodiert.
PVC-Schlauch, AL/PT-Folie + Gesamtfolienschirm

2. Sommercable SC Mistral-24 (er Multicore) 20x2x0,22mm / paarweise isoliert durchnummeriert und farbcodiert.
PVC-Schlauch, AL/PT-Folie + Gesamtfolienschirm

3. Sommercable SC Mistral-16 (er Multicore) 20x2x0,22mm / paarweise isoliert durchnummeriert und farbcodiert.
PVC-Schlauch, AL/PT-Folie + Gesamtfolienschirm

4. Sommercable SC Mistral-8 (er Multicore) 20x2x0,22mm / paarweise isoliert durchnummeriert und farbcodiert.
PVC-Schlauch, AL/PT-Folie + Gesamtfolienschirm

5. The Planet FMC-12+2 Multicore 14x2x0,19mm als Blindkabel für event. Erweiterungen.

6. Club Series Mikrofonkabel 2×0,34 für Einzelzuleitungen

7. Lautsprecherkabel Ampire XLS250 2,5mm Premium Kupfer

Dies sind alles nur die Kabel, die hinter der Wand verschwinden.

Bei der Verlegung ist jetzt immer darauf zu achten, dass man Audiokabel und Stromkabel möglichst getrennt und weit voneinander entfernt verlegt. Dies ist nötig, um spätere Einstreuungen in das Audiosignal und somit Störgeräusche zu vermeiden.

 Getrennte_Verlegung
saubere Trennung von Audio/Video und Strom
Die Multicores verlaufen unten am Boden hinter der Fußschwelle

 Getrennte_Verlegung2
hier die räumliche Trennung Strom/Audio an einer Wallbox

Sollte es sich einmal nicht vermeiden lassen, dass sich ein Audiokabel mit einer Stromleitung kreuzt, dann immer im rechten Winkel die Kabel überkreuzen. Niemals Audiokabel parallel mit Stromkabeln im direkten Kontakt verlegen. Wenn parallel, dann mit entsprechenden Abstand.

 Kreuzung_Trennung
Audioleitung kreuzt Stromleitung im rechten Winkel

Schlaufenbruecke
rechtwinklige Audio/Strom Kreuzung mit Schlaufenbrücke für höhere Sicherheit gegen Störsignale

Die Anfälligkeit von Einstreuungen hängt natürlich gravierend von der Qualität und der Abschirmung der verwendeten Audiokabel ab. Gewöhnliche Lautsprecherkabel sind in der Regel am störanfälligsten. Bei ihnen ist auf eine besonders bedachte Verlegung zu achten.

Wie ihr seht, bedarf es nicht nur einer guten Bedarfsplanung, sondern auch einer guten Verlegeplanung um später keine bösen Überraschungen zu erleben. Fehler hinter der Wand, egal welcher Art können später fast unreparabel sein.

Als nächstes kam die Verlegung der Netzwerkkabel (LAN)
Wir verwendeten folgendes Kabel:

Belden 1885ENH CAT7

7 einzeln geschirmte Twisted-Pair-Kabel
23 AWG Blanker Massivkupferleiter mit Polyethylen-Isolierung
Abschirmung aus verzinntem Kupfergeflecht
Raucharme, halogenfreie (LSZH) Umhüllung
Betriebstemperatur: -20 °C bis +60 °C
Entspricht ISO/IEC 11801 2. Ausgabe und prEN 50288-3-1
Verwendung als Standard-Horizontalverkabelung in Cat. 6- und Cat. 7-Anwendungen und 1000Base-T (Gigabit-Ethernet)-, FDDI- und ATM-Anwendungen

 

Die LAN-Kabel gehören in jeden Raum hineingelegt auch wenn man noch keine Verwendung dafür weiss. Jedoch eine Anbindung an das kabelgebundene Hausnetzwerk schadet auf jeden Fall nie.

In unserem Fall hatten wir schon eine genaue Planung und somit war die Verlegung vorgegeben. Auch die Einbindung von Netzwerkkameras, Standorte von mehreren Rechnern in verschiedenen Räumen und der zentrale Standpunkt eines Servers sollte berücksichtigt werden. Für mobile Rechner sollten ausreichend LAN-Steckdosen in den einzelnen Räumen vorgesehen sein.

Wir bekommen auch noch in jeden Raum eine Bildübertragung zu etlichen Monitoren.

Wenn man so etwas vorhat, sollte man für die wichtigsten Bildsignale gewappnet sein.

An jeden Monitor Haben wir vier Broadcastkabel gelegt, die dann mit den Steckern bestückt werden können die man eben dann braucht. Zusätzlich liegt an jedem Monitor ein HDMI und ein Tos-Link Kabel. Zum großen Monitor in der Regie haben wir noch Kabel TV und Stereo Chinch für TV Audio verlegt.

Insgesamt haben wir nun ca. 2000 Meter Kabel verlegt. Die gesamten Stränge kommen nun an der zentralen Stelle in der Regie an. Dort wo später die Patchbay und der Rechner stehen werden. Wir freuen uns schon auf vergnügliche Wochen beim Löten. Event. ist es bis dahin schon etwas wärmer und es wird die ein oder andere Grillparty dazu geben.

 AlleRaeume
In alle Räume sind die Kabel verlegt. Kann es ja weiter gehen.

P.S. Die Kabeldurchbrüche kommen im nächsten Blog.

So, das wars vorerst vom Verkabeln. Bleibt uns weiter treu. Bis zum nächsten Blog.

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