Planung der Studioverkabelung (Hinterwandverkabelung)

Planung der Verkabelung

Die Zwangs-Faschingspause ist vorbei und es kann endlich wieder weiter gehen auf unserer Soundhouse7 Baustelle und mit unserem dazugehörigen Blog.

Heute geht es um die Planung der Studioverkabelung.

Vorab möchte ich ausdrücklich erwähnen, dass jede Studioverkabelung so individuell wie sein Studiobesitzer ist und somit die hier erläuterte Planung eben auf unser Studio zugeschnitten ist. Jedoch gibt es ja rein von den Möglichkeiten oder Arten von Kabeln nicht so viele Gruppierungen.

Bei der Planung eines Tonstudios muss man sehr viele Dinge beachten, bedenken und berücksichtigen. Das ging ja schon los mit dem bürokratischen Kram über den Schallschutz, den vielen kleinen baulichen Herausforderungen bis jetzt eben der Planung der Kabel. Und spätestens jetzt muss einem endgültig klar sein, wie sein Studio später auszusehen hat und welche Funktionen es nach dem Bau, aber auch in weiterer Zukunft haben soll. Das Problem ist, dass wir uns noch in einem recht frühen Stadium des Studiobaus befinden, wir aber jetzt schon wissen müssen, welche Kabel und wie viele davon und vor allem wo gebraucht werden.

Die Wände sind noch offen und hinter diese sollen nun Kabel verlegt werden, an die man später nicht mehr oder nur sehr schwer heran kommt. Das Studio soll kommerziell genutzt werden und es kommt sehr uncool im fertigen Zustand lose Kabel oder Sichtkabel zu haben.

Mit der Planung der Kabel kommt also spätestens jetzt zugleich die Planung der Möbel, des Equipments, Platzierung der Patchbay, Abhören usw. hinzu. Mit einem Auge sollte man aber auch immer auf die Zukunft schauen. Was will ich später mal in meinem Studio alles machen? Wo kann es mal hingehen? Klar hat niemand von uns eine Glaskugel in der man sehen kann, was die Zukunft für Aufträge bringt oder welche technischen Neuerungen die Industrie die nächsten Jahre bereithält. Ihr merkt schon, an diesem Punkt des Baus sollte man ruhig eine kleine Pause einlegen und mit Bedacht sein Vorhaben nochmals genau überdenken.

Jetzt wird vielleicht der ein oder andere sagen: „wieso? Schmeiss ich halt ein paar Leerrohre rein und fertig. – kann ich dann immer noch was nachziehen wenn ich es brauche“

Nun das wollen wir aus ein paar Gründen vermeiden:

1. Leerrohre= immer eine mögliche Schallbrücke. Wenn man diese mit diversen Schallknicken einbaut erschwert es wieder das Nachziehen neuer Kabel.

2. Wie dick sollte man denn ein Leerrohr wählen? Wählt man es zu dick ist es ein immer größerer negativer Schalldämmfaktor, wählt man es zu dünn bringt es einem auch nicht viel, wenn man später nur 1 bis 2 Kabel durchbringt.

3. Wohin mit den Leerrohren? Ein Leerrohr bringt  mir an einer falschen Stelle später auch nicht viel.

Wir haben uns dazu entschlossen, die Verkabelung ganz genau und mit sehr vielen Reserven zu planen und zu verlegen. Wir verzichten auf Leerrohre und werden die Wanddurchbrüche direkt mit den durchgehenden Kabeln abdichten.

Es geht nun um die Planung der Kabel die hinter die Wand kommen. Nicht zu verwechseln mit der Rackverkabelung oder die Verkabelung später in einem Aufputz-Kabelkanal. Das kommt später dran. Nein rein die Kabel in der Wand.

Bleibt nun erst einmal die Überlegung was für Kabel in ein Tonstudio kommen können. Als erstes natürlich die normale Stromversorgung, die Lampen, die Lichtschalter u.s.w. – Steckdosen werden wir später in einem auf dem Boden entlangfahrenden Kabelkanal einbauen. Hier hat man später auch die Möglichkeit je nach Bedarf Steckdosen oder Netzwerkanschlüsse einzubauen.

Zweitens selbstverständlich die Audiokabel. Da die Kabel alle durch die Bank hinter der Wand verschwinden und auch eine Weile halten sollen, haben wir uns für hochwertige Multicores von Sommercable entschieden. Ich kann über diese Firma nur positives berichten. Die Qualität ist super und der Service und die Logistik absolut professionell.

 Sommercable

Man überlegt sich nun genau wo man wie viele Audioanschlüsse braucht und errechnet sich dann die benötigten Meter je Multicore. Wählt bei den Multicores immer eine oder besser zwei Nummern größer. Dann habt ihr genügend Reserve für event. Erweiterungen oder als Ersatzweg falls mal ein Kabel den Geist aufgibt.

Multicores

Die Verlegung der Kabel behandeln wir im nächsten Blog.

So wir haben nun Strom und Audio. Fehlt als nächstes das Netzwerk. Netzwerkkabel kann man für die verschiedensten Sachen gebrauchen und gehören generell in die Wand mit eingebaut. Auch wenn man es nicht gleich braucht – rein damit. Du kannst damit z.B. ein Computernetzwerk betreiben, Internet, Netzwerkkameras oder über einen Server arbeiten. Es gibt da sehr viele Möglichkeiten.

Wer in seinem Studio später auch mit Bild arbeiten möchte, auf den kommt nun das leidige Thema der Bildübertragung hinzu. Es gibt unzählige Standards und Anschlussmöglichkeiten, dass man sich selbst schlau machen muss was man davon braucht und was nicht. Nicht zu unterschätzen ist auch der Qualitätsverlust bei z.B. HDMI u.s.w. wo nach einer schon geringen Meterzahl wieder Zwischenverstärker oder gleich Verstärkerkabel nötig werden können. Man muss sich genau überlegen, in welchem Aufnahmerraum und an welcher Stelle später ein Monitor platziert werden soll und was man später an diesen senden möchte.

Zum Thema Bildübertragung im Studio könnte man selbst ein ganzes Buch schreiben. Event. gehen wir da noch mal gezielt in einem Blog darauf ein.

So was haben wir nun alles geplant?

Strom, Audio, Video, LAN,

fehlen nur noch die Lautsprecherkabel. Lautsprecherkabel benötigen wir überall dort, wo später einmal passive Boxen montiert werden sollen – oder als Throughline Weg von der Regie in die Aufnahmeräume falls man einmal ein verstärktes Gitarrensignal oder ähnliches von der Regie in einen Aufnahmeraum schicken möchte. Dies ermöglicht es einem z.B. mit dem Gitarristen bequem in der Regie bei angenehmer Mischung und Abhörlautstärke einzuspielen, während im Aufnahmeraum die Lautheitshölle losbricht.

Zusammengefasst haben wir nun folgende Kabel geplant:

– Stromversorgung

– Audioverkabelung

– Videosignale (verschiedenste Standards)

– LAN Kabel

– Lautsprecherkabel

– Erdungskabel

 KabelKomplett

wie wir nun diese fast 2 km Kabel verlegt haben kommt im nächsten Blog.

Wir werden auch noch näher auf die Erdung eines Tonstudios eingehen.

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Viele verkabelte Grüße

Simone und Thomas

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2 comments on “Planung der Studioverkabelung (Hinterwandverkabelung)

  1. Jochen says:

    Hi Thomas, schreibst Du noch, welche Kabel (z.B. LAN oder Video) ihr für welchen Zweck verwenden werdet?

  2. Soundhouse7 says:

    Kann ich ja dann beim “Kabelverleg-Blog” nachholen.

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