Der Killer der Schalldämmung – WASSER –

Hallo zusammen,

in unserem Samstags-Blog gehe ich heute direkt auf eine Mail ein, die mich heute von einem Mitverfolger unseres Blogs erreicht hat.

Er hat mich auf einige Dinge aufmerksam gemacht, die wir unabsichtlich übergangen haben, dennoch enorm wichtig sind.
Neben den ganzen Schallschutz- und Akustikmaßnahmen darf man natürlich die üblichen Bauphysikalischen Maßnahmen nach Stand der Technik nicht vernachlässigen.

Ich fange mit einem Erlebnis aus meiner Praxis an:
In einem Gebäude, in dem sich mehrere Regie- und Aufnahmeräume befinden haben ich und auch andere dort Arbeitende festgestellt, dass die Schalldämmung irgendwie mit der Zeit immer schlechter wird. Dass dies so ist bestätigt eigentlich jeder der schon länger in dem Gebäude arbeitet, da wir den Vergleich über Jahre hinweg ziehen können. Was kann denn der Grund dafür sein?

Meine Vermutung ist die fehlende oder mangelhaft ausgeführte Dampf- oder Feuchtigkeitssperre.

In Studioräumen entsteht durch Abwärme der Studiogeräte, der schwitzenden und triefenden Musikern und der Atemluft von nicht selten 7-8 Bandmitgleidern in einem etwas zu klein geratenen Schuhkarton, eine enorme Menge an Feuchtigkeit, die sich Gasförmig in der Raumluft aufhält. Diese feuchte Luft dringt durch die Wandschichten und wird am sogenannten Taupunkt wieder zu flüssigem Wasser. Man nennt es auch Kondenswasser. Besonders in der Bautechnik ein heiß diskutiertes Thema und die Baurichtlinien und Vorschriften hierzu werden öfters gewechselt wie mancher Musiker seine Unterwäsche :-)) Nicht selten findet man bei Sachverständigen-Untersuchungen triefend nasse Dämmungen vor.
Besonders problematisch sind Wände an derer beiden Seiten ein sehr großer Temperaturunterschied herrscht – z.B. Außenwände. Hier kann es im Winter locker mal ein Temperaturunterschied von 40 Grad oder mehr geben. Klar ist, dass die Luftfeuchtigkeit ,die bei 22 Grad Raumtemperatur Gasförmig ist und durch die Außenwand nach außen drängt irgendwann eine Temperatur vorfindet bei der sie flüssig wird. Blöd wenn das dann gerade in der Wärmedämmung stattfindet.
Auch zur Schalldämmung verwenden wir Mineralfaserdämmstoffe und diese arbeitet eben nur am besten, wenn diese knochentrocken ist. Wird die Dämmung nass verliert die Mineralwolle schnell 50% seiner Wirkung oder gar komplett.

Durch aufwendige Berechnungen kann man den Wandaufbau so gestalten, dass sich der Taupunkt außerhalb der Dämmung oder gar erst außerhalb der Wand befindet. Ganz auf Nummer sicher geht man wenn man eine so genannte Dampfsperre einbaut. Eine Dampfsperre ist aus einem Material, welches keine feuchte Luft durchlässt. Meistens eine dünne Folie. Diese muss unbedingt absolut dicht verklebt an alle gedämmten Bauteile angebracht werden und darf keinerlei Schwachstellen aufweisen. Somit verhindert man, dass Feuchtigkeit in die Wand eindringen kann und bei gleichbleibender Temperatur bleibt das Wasser weiterhin Gasförmig. Klar ist nun, dass das immer schlechter werdende Raumklima durch Klimaanlagen und Frischluftzufuhr ausgeglichen werden muss. Auch in unserem Studio sind diese Maßnahmen geplant. Wir werden diese zu gegebener Zeit in separaten Blogs detailliert behandeln.

Da unser Studio sich in einem Kellergeschoss befindet, haben wir schon beim Bau die komplette Bodenplatte gegen aufsteigende Feuchtigkeit mit einer Schweißbahn G-200 S4 vollflächig abgedichtet. Inkl. einer Aufkantung bis 5cm über Oberkante Estrich. Die Außenwände sind gegen eindringende Feuchtigkeit von außen gestrichen und mit Noppenmatten abgestellt, da die Außenwände komplett mit Erde eingeschüttet sind.

Uns ereilte auch noch eine Frage zu unserem verwendeten Holz.
Das Holz ist selbstverständlich farblos imprägniert. 

Ihr seht, es braucht keinen Tsunami oder einen Wasserrohrbruch um euer Studio unbrauchbar zu machen. Das gemeine Wasser welches man nicht sieht,ist in geringen Mengen mit dem nötigen Zeitfaktor ein möglicher Killer eurer Schalldämmung.

Kleiner kurzer Tipp:

Dampfsperre auf jeden Fall einbauen. Bei Außenwänden auf die wärmere Wandseite. (Das ist in unseren Regionen meistens innen)

Viele Grüße

Simone und Thomas

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2 comments on “Der Killer der Schalldämmung – WASSER –

  1. Hans says:

    Hallo zusammen,
    zu dem Thema wollte ich auch noch kurz was anmerken.  Im Keller muß man auch mit der Feuchtigkeit von außen durch das angeschüttete Erdmaterial rechnen. Ihr habt zwar Noppenschaum an der Außenwand, aber optimal wär auch schon da eine Dämmung. Ich hab im Keller “nur” einen Proberaum, der mit Rigips in Verbindung mit 10cm Styropor gedämmt ist. Dieser Raum ist im Sommer nahezu nicht zu gebrauchen, soviel Feuchtigkeit ist da drin:-( Nach Infos die ich mir eingeholt hab, hat man mir gesagt, dass ein Kellerraum nur dann wohnbar gemacht werden kann, wenn die kalte Außenmauer (in dem Fall Beton) von außen optimal gedämmt sei. Das kommt wohl von dem Erdreich, das immer feucht ist. Nur dann bringen auch die Dämmungen von innen was. Ich hoffe dass das bei Euch nicht zum Problem wird.
    bis dann
    Hans

  2. Soundhouse7 says:

    Hallo Hans,
    Die Kellermauern sind von außen gedämmt. Wir haben auch in 6 Jahren der bisherigen Nutzung keine Feuchtigkeit feststellen können.
    Grüße Thomas

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