Kabeldurchbrüche im Tonstudio

Kabeldurchbrüche im Tonstudio

Heute geht es um die Herstellung von Kabeldurchbrüchen und die Durchführung bis hin zur tapezierten Wand. Der Prozess des Kabeldurchführens verfolgt einen Studiobauer generell vom ersten Handstreich bis zum fertigen Objekt. Die “blöden” Kabel sind einem die ganze Bauphase hindurch im Weg und man muss ab dem Moment der Kabelverlegung bei jedem Arbeitsschritt darauf achten, dass die Kabel unversehrt bleiben. Ein defektes, hinter der Wand verlegtes Kabel ist später nicht mehr auszutauschen.

Schon im Rohbau muss man sich Gedanken machen, wo man wieviele Kabel und vor allem welche man braucht. Hierfür haben wir ja aber schon einen ausreichenden Blog veröffentlicht. Heute soll es um die Führung der Kabel durch die Wände in die einzelnen Räume gehen.

Es führt kein Weg daran vorbei, es müssen Löcher in die Rohwand gebohrt werden. Wählt den Durchmesser des Durchbruchs nur minimal größer als der Strang der Kabel die hindurch geführt werden sollen. Von einer Verlegung von Kabeln in Leerrohren ist aus Schallschutztechnischen Gründen dringends abzuraten. Plant eure Kabel anständig und mit Reserve. Zwar ist eine nachträgliche Änderung so nur schwer möglich, aber so bekommt man die Löcher später auch wieder anständig dicht.

Ist das Loch hergestellt, können auch schon die Kabel durchgezogen werden.

Durchbrueche_klein_roh
Man kann geeignete Kabel zusammen durch ein Loch führen, oder diese wegen Schirmung auch einzeln, getrennt bohren.

Nun dichtet man die Löcher am besten mit 2 verschiedenen Materialien ab. Erstens mit Mineralwolle, und dann noch mit speziellem Schaum mit erhöhten Schalldämmwerten. Dies hat den Grund, dass man eine doppelte Sicherheit hat, falls eines der Materialien mit der Zeit seine Wirkung auf Grund physikalischer Einflüsse etwas verlieren sollte.

Mineralwolle_Dichtung
Erste Dichtungsschicht mit Mineralwolle

Mineralwolle_Dichtung_klein

Durchbruch_groß_Schaum
Zweite Dichtungsschicht – geschäumt. Wir verwendeten einen Dichtschaum von Würth mit 68 dB Schalldämmwert.

Durchbrüche_Mineralwolle
Danach kann die 2. Schale gedämmt werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Dämmung die Kabel fest umschließt.

Durchbrüche_Dampfsperre
Ebenso beim Einbau der Dampfsperre auf einen Luftdichten Anschluss der Kabel achten.

Durchbruch_groß_Dampfsperre

Gips_Kabeldurchbruch
Nach der Verlegung der Gipskartonplatten nach jeder Lage die Kabel dicht verspachteln und die Löcher ausreichend mit Spachtelmasse satt füllen.

Durchbrüche_Gipskarton
Das schlimmste ist nun geschafft. Jetzt noch tapezieren und die Kabel liegen oder hängen sauber abgedichtet in den Räumen.

Durchbruch_Taperziert
Hier fertig tapeziert.

Wer die Möglichkeit hat der kann Kabel auch im Boden verlegen. Es ist aber immer darauf zu achten, keinen Kontakt oder gar eine mechanische Verbindung der einzelnen Schalen und Räume zu bekommen (Raum in Raum Prinzip)

Weiter geht es nun in die Kabelkanäle und Führungen der Studiomöbel. Hier kann man die Dichtigkeit des Durchbruchs noch verbessern, wenn man im entsprechenden Bereich den Kabelkanal größer baut, also eine Art Vorbaukasten und diesen mit Sand füllt. Das Kabel bettet sich dann sauber in den Sand ein und wird nach oben in den weiteren Kabelweg aus dem Sand heraus geführt.

Leider haben wir davon noch keine Bilder – kommen aber noch –

Das war´s wieder für heute. Bleibt dran an der Soundhouse7 Baustelle. Jetzt wird es zunehmend spannender.

Vergesst nicht, wenn euch dieser Blog gefällt, hier unten bei Facebook zu teilen und zu liken. Wir freuen uns immer über positive Resonanz. Wem es nicht gefällt oder dieser Blog nichts bringt weil er schon alles weiß, der kann es ja für sich behalten.

Viele rockige Grüße

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

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2 comments on “Kabeldurchbrüche im Tonstudio

  1. Clemens says:

    Hallo Thomas,

    könntet ihr sagen, welchen Dichtschaum von Würth genau ihr genommen habt? Alle, die ich finde haben max. 59 dB Fugenschalldämmung…
    Danke 🙂

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