Herstellung einer Regiescheibe

Herstellung einer Regiescheibe für Tonstudios

Heute geht es um eine Möglichkeit zur Herstellung einer Regiescheibe für ein Tonstudio. Wie immer im Leben gibt es mehrere Vorgehensweisen. Die nun folgende Lösung ist aber die, welche man am häufigsten in der Studioszene antrifft.

Wäre es nicht toll, wenn man bei einer Recording-Session den Künstler und dieser auch den Tontechniker im anderen Raum sehen – und beide auch visuell kommunizieren könnten? Vorteilhaft ist es auch, wenn der Tontechniker bei Problemen diese schnell erkennen kann, wenn er vom Arbeitsplatz aus in den Aufnahmeraum einsehen kann. Event. ist das Mikrofon im falschen Abstand zur Schallquelle, oder der Künstler singt in die Off-Axis, oder das Kabel ist nicht eingesteckt… und und und.
Es gibt viele Vorteile für das Vorhandensein einer Regiescheibe. Die Alternative ist eine Videokommunikation. Diese kann aber nicht aller Bereiche der Vorteile einer Regiescheibe abdecken. Möchte man Videotechnisch den Aufnahmeraum genauso im Blick haben wie mit einer Regiescheibe, dann wird der technische Aufwand und die Anzahl der Kameras sehr hoch. In unserem Fall haben wir uns für beides entschieden. Da wir später auch Filmvertonung machen werden, brauchen wir eh Videosignale in allen Aufnahmeräumen und natürlich der Regie.

Nun aber zur Herstellung einer Regiescheibe:

Regiescheibe_gemauert
Alles beginnt mit einem leeren Loch. Schon in der Planung sollte einem selbstverständlich bewußt sein, wo und wie groß eine Regiescheibe vorhanden sein soll. Wählt die Größe bedacht aus. Man sollte vom späteren Arbeitsplatz den Aufnahmeraum gut einsehen können und auch in event. weiter entfernte Aufnahmeräume und folgende Scheiben sollte man noch Sichtkontakt haben.

Regiescheibe_Holz_Daemmung
Dann folgt die Raum-in-Raum-Konstruktion. Die einzelnen Schalen haben keinen Kontakt zueinander. Diesen Schritt haben wir aber schon in einem früheren Blog ausreichend beschrieben.

Regiescheibe_Gips_Tapeziert
Auch in den folgenden Arbeitsschritten wie Gipskartonmontage und Tapezieren bleibt die Scheibenaussparung nicht unbeachtet. Die Größe der Schalenaussparungen ist immer gleich der Größe der Rohwandaussparung.

Regiescheibe_Unterlage_Sylomer
Man hat nun die Möglichkeit für jede einzelne Schale einen Rahmen einzubauen. Dies ist auch die Grundregel des Raum-in-Raum Prinzips. Jedoch werden dann die Rahmen sehr schmal und man hat nicht mehr viel Spielraum, die Scheiben schräg zu stellen. Die spätere Schrägstellung der Scheiben trifft man sehr oft in Tonstudios an. Diese hat zwei wichtige Vorteile:
1. Schallreflektionen werden vom Abhörpunkt weggeleitet
2. Reflektionen zwischen den Scheiben werden weitestgehend vermieden.
Um eben einen größeren Spielraum zur Schrägstellung zu bekommen, haben wir uns entschlossen, nur 2 Rahmen in den 3 schaligen Aufbau einzubauen. Hierzu muss aber unbedingt der mechanische Kontakt zur mittleren Rohwand vermieden werden. Dazu haben wir auf die Zwischenwand je einen Streifen Sylomer gelegt. Auf diesen werden die Rahmen später lose aufliegen. Die Befestigung der Rahmen erfolgt nur in den äußeren Schalen.

Regiescheibe_Rahmen
Nun sind die Rahmen eingebaut. Man erkennt hier gut die 1cm breite Fuge. Die Rahmen haben keinerlei Kontakt.

Regiescheibe_Anschlagleisten
Nun werden Anschlagleisten an die Rahmen geschraubt. Diese dienen als späterer Anschlagspunkt für die eigentlichen Scheiben. Bis es aber soweit ist gibt es noch einiges zu tun.

Regiescheibe_Silicagel1
in die untere Fuge füllt man jetzt ein Trocknungsmittel. (Silica-Gel). Dieses verhindert die Entstehung von Kondenswasser zwischen den Scheiben. Der Zwischenraum zwischen beiden Scheiben ist später praktisch nicht mehr zugänglich. Somit ist auch ein Putzen oder Trocknen nicht mehr möglich.

Regiescheibe_Dampfsperre
Dann klebt man die Anschlagsleisten luftdicht ab. Dies verhindert das Eindringen von Wasserdampf zwischen die Scheibe.

Regiescheibe_Stoffbespannung
Jetzt füllt man den Zwischenraum zwischen den Anschlagsleisten mit absorbierenden Material und bespannt das Ganze mit Stoff. Vorteilhaft ist hier die Farbe “Schwarz”, da diese Lichtreflektionen zwischen den Scheiben verhindert.

Regiescheibe_Streichen
Jetzt streicht man den restlichen Rahmen auch schwarz. Ebenfalls wegen den Reflektionen.

Regiescheibe_Lieferung
Nun ist die Zeit der Scheibenlieferung gekommen. Am besten verwendet man zwei unterschiedlich schwere Scheiben. Damit hat jede Scheibe eine andere Resonanzfrequenz und man vermeidet dadurch einen Einbruch in der Dämmwirkung.

Regiescheibe_Einsetzen
Vorsichtig die Scheiben einsetzen und mit Silicon dicht einkleben.
Dann werden die Scheiben mit weiteren Halteleisten von außen fixiert.

Regiescheibe_fertig
Die fertige Scheibe. Es sind doch viele Arbeitsschritte nötig, bis die Regiescheibe dann so ausschaut – doch es lohnt sich.
Wir von Soundhouse7 wünschen euch ein frohes Nachbauen.

Alle weiteren Infos über uns findet ihr auf http://www.soundhouse7.de

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Bis zum nächsten Blog

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

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Türen schalldicht herstellen

Herstellung schalldichter Türen im Tonstudio

Hallo liebe Studiobauer,

heute geht es um ein sehr interessantes Thema im Studiobaubereich: der Herstellung von absolut schalldichten Studiotüren. Wir gehen hier in unserem Studiobaublog auf die von uns durchgeführte Lösung ein. Man kann diese als eine Art “Low Budget Lösung” deklarieren. Klar – umsonst war das Ganze auch nicht, aber das Preis – Leistungs – Verhältnis ist einfach genial.

Gegenüber richtig teuren Schallschutztüren spart man hierbei wahnsinnig viel Geld.

Jetzt gehts los:

Tür Roh
Hier nochmals die Ausgangssituation. Der rohe Raum mit Beton und Kalksteinwänden. Die Türdurchlässe sind schon hergestellt.

Tür_Estrich_abschneiden
Dann wurde der Estrich in allen Räumen abgeschnitten um die Raum in Raum Konstruktionen auf den Rohboden montieren zu können. Der Türbereich wurde komplett vom Estrich befreit.

Tür_Rahmenbau
Der nächste Schritt war die Montage der Tragkonstruktion. Hierbei wurde für jeden Türdurchlass in jede Wandschale eine Holzunterkonstruktion hergestellt. Es ist bei der Herstellung einer Raum in Raum Konstruktion immer und überall darauf zu achten, dass keine mechanische Verbindung zur Rohwand besteht. Dies muss man unbedingt bis zum letzten Arbeitsschritt beachten und einhalten, sonst ist die ganze Mühe vergebens.

Tür_Rahmenbau_Oben
Kein Kontakt zur Rohwand. Die einzelnen Räume können später jeder für sich frei schwingen.

Tür_Rahmenbau_unten_isoliert
Im Bodenbereich für jede Schale eine Fußschwelle herstellen für die spätere Montage der Trittbretter. Die Zwischenräume mit Mineralwolle ausfüllen.

Tür_Zargen_unten
Dann baut man in die äußeren Schalen die Türzargen ein. Die Zargen berühren sich und die Rohwand nicht. Das Zwischenbodenbrett hat mind. 1cm Luft zu den äußeren Türzargen.

Tür_Zargen
Hier der Türaufbau mit einer 11,5er Rohwand als Zwischenschale.

Tür_Zarge_2_schalig
Hier eine Tür in einem Zweischaligen Gesamtaufbau. Die Zargen berühren sich nicht. Man sieht hier schön die Trennfuge.

Tür_mineralwolle
Den tiefen Zwischenraum zwischen den Zargen füllt man dann zuerst mit Mineralwolle.

Tür_schaumstoff
Man befestigt Anschlagleisten, montiert eine Dampfsperre über die Mineralwolle und füllt den Zwischenraum in Höhe der Leisten mit Akustikschaumstoff. Dieser soll Reflektionen zwischen den Scheiben bei geschlossenen Türen verhindern.

Tür_Stoffbespannung
Der nächste Schritt ist die Stoffbespannung. Diese dient der schöneren Optik und verdeckt die darunter liegenden akustischen Maßnahmen. Wählt hierbei eher dunkle Farben – vorzüglich schwarz – um Reflektionen zwischen den Scheiben zu vermeiden.

Tür_Kunstoffrahmen
Jetzt werden handelsübliche Balkon – oder Terassentüren eingesetzt. Jede äußere Schale bekommt eine Türe. Achtet darauf, dass die Türen einer Wand unterschiedliches Gewicht aufweisen. Dadurch erhält man unterschiedliche Grenzfrequenzen für jede Tür, und somit eine bessere Schalldämmung. Auf der lauteren Seite, meistens die des Aufnahmeraums, baut man in den Kunststoffrahmen eine Scheibe mit erhöhtem Schalldämmwert ein. In die andere Türe genügt eine “normale” Scheibe mit üblichen Schalldämmwerten.
Die Terassentüren haben den Vorteil einer umseitig schleißenden Dichtung, sie sind relativ günstig und leicht zu montieren. Dafür hat man den Nachteil einer Bodenschwelle über die man immer drüber steigen muss. Ein Übel mit dem man aber gut leben kann.

Tür_anschrauben
Die Türen werden an die mit Stoff bespannten Anschlagleisten gedrückt und in die Holzrahmen verschraubt. Danach noch mit speziellem Schallschutzschaum ausschäumen.

Tür_Überblick
So schaut es dann aus, wenn in jeder Schale eine Türe eingebaut ist. Die Scheiben wurden bei uns später eingesetzt, da die Glaslieferung beim ersten mal leider komplett zu Bruch ging.

Tür_fertig
Die Türen nach der Montage. Die Stoffbespannung füllt den Zwischenraum schön aus. Darunter besteht kein mechanischer Kontakt der einzelnen Schalen.

IMG_1754
Jetzt nur noch den Rest streichen. Auf die Bodenbretter kommt später noch ein Teppich und die jetzt noch sichtbare Schäumung der Türe wird mit einer kleinen Abdeckleiste verdeckt.

– Fertig –

Wir haben das Ganze auch schon in der Praxis getestet. Selbst ohne Akustikbau, der auch noch sehr viel Wirkung zeigen wird in Sachen Schallschutz,  hörte man eine Horde schreiender, an der Schmerzgrenze liegenden Kinder, absolut nicht mehr. Da die Regiescheibe noch nicht ganz fertig war, konnten wir bisher nur den Übergang Kleiner Aufnahmeraum – Großer Aufnahmeraum effektiv praktisch ausprobieren. Hier ist nur eine 11,5er Rohwand zwischen den Raumschalen. Also selbst hier schon phänomenale Ergebnisse. Für den Härtetest zwischen Regie und Aufnahme Groß müssen wir noch auf die Letzte Scheibe für das Regiefenster warten. Hier haben wir eine 24er Rohwand zwischen den Schalen. Wir werden dann auch den Schlagzeugtest durchführen.

Ich hoffe dieser Beitrag hat euch gefallen und bringt etwas für das eigene Projekt.
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Im nächsten Blog geht es um die Regiescheibe.

Bleibt also dran

viele Grüße

Simone und Thomas
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Kabeldurchbrüche im Tonstudio

Kabeldurchbrüche im Tonstudio

Heute geht es um die Herstellung von Kabeldurchbrüchen und die Durchführung bis hin zur tapezierten Wand. Der Prozess des Kabeldurchführens verfolgt einen Studiobauer generell vom ersten Handstreich bis zum fertigen Objekt. Die “blöden” Kabel sind einem die ganze Bauphase hindurch im Weg und man muss ab dem Moment der Kabelverlegung bei jedem Arbeitsschritt darauf achten, dass die Kabel unversehrt bleiben. Ein defektes, hinter der Wand verlegtes Kabel ist später nicht mehr auszutauschen.

Schon im Rohbau muss man sich Gedanken machen, wo man wieviele Kabel und vor allem welche man braucht. Hierfür haben wir ja aber schon einen ausreichenden Blog veröffentlicht. Heute soll es um die Führung der Kabel durch die Wände in die einzelnen Räume gehen.

Es führt kein Weg daran vorbei, es müssen Löcher in die Rohwand gebohrt werden. Wählt den Durchmesser des Durchbruchs nur minimal größer als der Strang der Kabel die hindurch geführt werden sollen. Von einer Verlegung von Kabeln in Leerrohren ist aus Schallschutztechnischen Gründen dringends abzuraten. Plant eure Kabel anständig und mit Reserve. Zwar ist eine nachträgliche Änderung so nur schwer möglich, aber so bekommt man die Löcher später auch wieder anständig dicht.

Ist das Loch hergestellt, können auch schon die Kabel durchgezogen werden.

Durchbrueche_klein_roh
Man kann geeignete Kabel zusammen durch ein Loch führen, oder diese wegen Schirmung auch einzeln, getrennt bohren.

Nun dichtet man die Löcher am besten mit 2 verschiedenen Materialien ab. Erstens mit Mineralwolle, und dann noch mit speziellem Schaum mit erhöhten Schalldämmwerten. Dies hat den Grund, dass man eine doppelte Sicherheit hat, falls eines der Materialien mit der Zeit seine Wirkung auf Grund physikalischer Einflüsse etwas verlieren sollte.

Mineralwolle_Dichtung
Erste Dichtungsschicht mit Mineralwolle

Mineralwolle_Dichtung_klein

Durchbruch_groß_Schaum
Zweite Dichtungsschicht – geschäumt. Wir verwendeten einen Dichtschaum von Würth mit 68 dB Schalldämmwert.

Durchbrüche_Mineralwolle
Danach kann die 2. Schale gedämmt werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Dämmung die Kabel fest umschließt.

Durchbrüche_Dampfsperre
Ebenso beim Einbau der Dampfsperre auf einen Luftdichten Anschluss der Kabel achten.

Durchbruch_groß_Dampfsperre

Gips_Kabeldurchbruch
Nach der Verlegung der Gipskartonplatten nach jeder Lage die Kabel dicht verspachteln und die Löcher ausreichend mit Spachtelmasse satt füllen.

Durchbrüche_Gipskarton
Das schlimmste ist nun geschafft. Jetzt noch tapezieren und die Kabel liegen oder hängen sauber abgedichtet in den Räumen.

Durchbruch_Taperziert
Hier fertig tapeziert.

Wer die Möglichkeit hat der kann Kabel auch im Boden verlegen. Es ist aber immer darauf zu achten, keinen Kontakt oder gar eine mechanische Verbindung der einzelnen Schalen und Räume zu bekommen (Raum in Raum Prinzip)

Weiter geht es nun in die Kabelkanäle und Führungen der Studiomöbel. Hier kann man die Dichtigkeit des Durchbruchs noch verbessern, wenn man im entsprechenden Bereich den Kabelkanal größer baut, also eine Art Vorbaukasten und diesen mit Sand füllt. Das Kabel bettet sich dann sauber in den Sand ein und wird nach oben in den weiteren Kabelweg aus dem Sand heraus geführt.

Leider haben wir davon noch keine Bilder – kommen aber noch –

Das war´s wieder für heute. Bleibt dran an der Soundhouse7 Baustelle. Jetzt wird es zunehmend spannender.

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Viele rockige Grüße

Simone und Thomas
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Klimaanlage-Einbau Teil 2

Klimaanlage – Einbau in einem Tonstudio Teil 2

Heute geht es weiter mit dem Einbau der Klimaanlage in unseren Studioräumen. Wie es halt oft so ist bei Baumaßnahmen, greift ein Arbeitsgang in den nächsten und der eine Schritt kann ohne die Fertigung des anderen Schritts nicht weiter gemacht werden. So verhält es sich auch mit der Klimaanlage. Um alle Wände nun endgültig dämmen und schließen zu können ist es nun nötig die letzten Arbeiten hinter den Wänden zu erledigen.
Geplant war in unserem Fall das Außengerät der Klimaanlage zwei Stock höher auf einer Terrasse zu installieren. Hierzu mussten wir erst zwei Kernlochbohrungen durchführen. Ein 100 mm Loch vom Studio nach außen und eines oben wieder durch eine Betonbrüstung wieder auf die Terrasse.

Kernlochbohrung_Aussen
Kernlochbohrungen durch Beton sind sehr aufwendig und sollten bei Unerfahrenheit besser vom Fachmann durchgeführt werden. Allein schon wegen dem nötigen Kernlochbohrgerätschaften.

Nachdem die Löcher gesetzt waren montierten wir ein 100mm Regenfallrohr aus Zink als “Fake” Kabelkanal. Das Zinkrohr passt eben optisch zum Haus und es fällt nicht auf, dass wir hier ein Kabelbündel nach oben führen. Dafür ist aber auf eine 100% ige Abdichtung gegen eindringendes Wasser zu achten. Da das Rohr direkt durch die Außenwand hinter unsere Studiowand führt darf absolut kein Wasser eindringen.

Fallrohr_Komplett
Hier das fertige Fallrohr vom Keller auf die Terrasse. Sieht aus wie ein gewöhnliches Fallrohr, beherbergt jedoch die Klimaleitungen, die Stromversorgung und die Steuerleitungen zu den Innengeräten.

Fallrohr_Abdichtung
Die Wanddurchdringung wurde mit qualitativ hochwertiger Abdichtungsmasse (Enkopur) mit Fliesverstärkung abgedichtet.

Fallrohr_Innen
Man sieht hier wie das Zinkrohr etwa 4cm zurückversetzt in die Wand eindringt. Hier können nun die Leitungen nach oben gezogen werden.

Kabeldurchfuehrung_Innen
Klimaleitungen, Steuerleitungen und die Stromversorgung für das Außengerät durchgezogen. 

Aussengerät_Installiert
Das Außengerät wurde auf der Terrasse stehend montiert. Bei Bedarf kann man noch eine Gummimatte unterlegen um event. Vibrationen zu dämpfen.

Kabeldurchbruch_Terasse
Hier der Leitungsdurchbruch auf der Terrasse. Den Schaum später abschneiden und den Wandanschluss mit Silkon abdichten.

Sind die Leitungen alle verlegt kann es an die Installation der Innen-Montagekästen gehen.
Diese sind zwar nicht bei jedem Klimasystem nötig, jedoch bei unserem System waren sie eben dabei und wurden eingebaut. Man kann Innengeräte auch ohne einen solchen Kasten einbauen. Noch dazu waren diese etwas ungeschickt produziert, da die Einbautiefe nur für eine Einfachbeplankung konzipiert ist, wir aber 3- fach beplanken werden. Es musste also vor der Installation der Kästen die erste Lage Gipskartonplatten zumindest an den entsprechenden Stellen  montiert sein. Es bedarf einer Hand in Hand Arbeit zwischen uns und dem Klimabauer, da ja auch im Bereich des installationskastens der Wandaufbau eingehalten werden musste. (Leitungen rauslegen, dämmen, Dampfsperrfolie luftdicht anbringen, Gipskarton schließen, Kasten einfädeln und einschäumen)

Leitungsmontage_Klima
Die Leitungen wurden rausgelegt und dahinter gedämmt.

Montagekasten_Einbau
Die Dampfsperre wurde geschlossen, die Gipskartonplatten angebracht und nun wird der Kasten eingefädelt und passgenau montiert.

Montagekasten_Eingebaut
Ein fertig eingebauter Montagekasten für ein Klimainnengerät. In unserem Fall werden nun die weiteren Lagen auf den umlaufenden Falz des Kastens aufliegen lassen. Das Innengerät kann nun nach dem Tapezieren und Streichen ganz einfach montiert werden.

Info:
Die aus Japan stammende Klimaanlage wurde vor der Katastrophe geliefert und ist nicht verstrahlt :-))

Für heute war es das mal wieder. Zur Zeit ist es schwer regelmäßig zu bloggen, da wir sehr viel Eigenleistung erbringen. Ab nächster Woche wird es wieder etwas ruhiger für uns, da wir dann wieder tatkräftig von Firmen unterstützt werden.
Zur Zeit stecken wir noch mitten im Fertigstellen der Gipskartonverkleidung. Ca. 400 m2 halten da ganz schön auf und gehen echt in die Knochen. Aber ich glaube es wird sich lohnen.

Wir freuen uns, einige unserer mittlerweile recht großen Community auf der Musikmesse kennengelernt zu haben. Es hat uns gezeigt: die Musikszene ist voll von netten und super Menschen mit denen man viel Spaß haben kann.

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Bleibt uns treu – bis bald

Simone und Thomas

Einbau einer Klimaanlage – Teil1

Einbau einer Klimaanlage Teil 1

Heute geht es um ein sehr heikles Detail im Tonstudiobau: Dem Einbau einer Klimaanlage.

Vorweg möchte ich allen raten die Finger von einem Selbsteinbau zu lassen, die noch nie mit dieser Materie in Berührung gekommen sind. Zum einen ist es schallschutztechnisch und später akustisch eine sehr große Herausforderung, zum anderen müssen Klimageräte regelmäßig gewartet werden und im Falle einer Undichtigkeit der Kondenswasserleitung oder der Kühlflüssigkeitsleitungen kann es zu einem enormen Schaden kommen. Wenn also eine Firma die Anlage eingebaut hat, habt ihr zumindest auch die Garantieleistung der Firma nicht nur über die Geräte, sondern auch der kompletten Installation. Wasserschäden durch Klimaanlagen sind nicht allzu selten.

Fachfirma
Geuder – wir bringen die Kälte gleich mit :-)) 

Heute beschäftigen wir uns aber erst einmal mit den ersten Schritten einer solchen Klimainstallation. Grob gesagt teilt sich die ganze Arbeit in 2 Teile:

1.) die Leitungsverlegung in oder hinter der Wand

2.) die Installation der Innengeräte und des Außengeräts – Inbetriebnahme

Als erstes stand bei uns erst einmal die Verlegung der nötigen Leitungen und Rohre ins Haus. Wir haben beim Einbau der Metallunterkonstruktion die betreffenden Wände noch frei gelassen, damit der Klimainstallateur seine Arbeit leichter und schneller ausführen kann.

Zunächst werden die endgültigen Positionen der späteren Innengeräte an der Wand markiert. Von dort aus zeichnet man eine mit leichtem Gefälle verlaufende Linie. An dieser entlang verläuft später die Kondenswasserableitung. Jedes Klimagerät (in unserem Fall zwei Innensplitgeräte und eine Außeneinheit) produziert bei Betrieb am Tag ca. 7-9 Liter Kondenswasser. Dieses muss über ein Rohr nach außen geführt werden. Dieses geschieht ohne Druck einfach durch eine im Gefälle verlegte Leitung.

 Anzeichnen

Zusätzlich verlegt man die Leitungen für den Kühlflüssigkeitskreislauf und eine Steuerleitung zu jedem Innengerät. Die letzteren werden nach draußen zum Außengerät geführt.

Für unseren Baufortschritt war es erst einmal wichtig, dass die Leitungen hinter der Wand liegen, damit wir mit dem Wändebau fortschreiten können.

Das Schallschutzproblem:

Nun werden ja die Innengeräte jeweils an die vorbeilaufende Kondenswasserableitung angeschlossen. Diese besteht aus einem 30-50mm Kunststoffrohr. D.h. Schall könnte z.B. durch die Öffnung am Innengerät der Regie – durch die Kondenswasserleitung – aus dem Innengerät des Aufnahmeraums in den selbigen oder umgekehrt gelangen. Wäre natürlich dumm. Abhilfe würde hier der Einbau einer Art Sifon schaffen. Durch die Unterbrechung des ursprünglich geraden Verlaufs eines Rohres, durch 90 Grad nach unten und wieder nach oben, wird dem Schall ein Großteil, wenn nicht sogar die komplette Energie entzogen.  Man könnte zur Sicherheit auch 2 Sifons einbauen. Der Nachteil hierbei ist, dass man hinter der Wand immer einen Punkt in der Leitung hat, in dem Wasser steht. Dies ist auch immer mit einem gewissen Risiko verbunden was einen späteren Wasserschaden betrifft. Event. Sollte man dann an den entsprechenden Stellen Revisionsöffnungen vorsehen um im Falle von Problemen noch hinter die Wand zu kommen.

Wir lösten das Problem anders:

Für jedes Innengerät legten wir eine separate Kondenswasserableitung aus den betreffenden Räumen hinaus und führten diese erst ganz am Ende, in einem Raum in dem kein Innengerät mehr vorgesehen ist, zusammen zu einer Ableitung. Nach draußen tropft das Kondensat nur durch eine Leitung ab.

 Zusammenführung_Klima_fern

Der Metallständer ist noch nicht fixiert und muss so montiert sein, dass er auf keinen Fall die fix an der Rohwand befestigte Leitung berührt.

 Zusammenführung_Klima

Für die anderen Leitungen müssen wir jetzt noch eine Kernlochbohrung nach außen vornehmen und diese nach oben auf eine große Terasse leiten wo später unsere Außengerät stehen soll. Die für ca. 3m an der Außenwand verlaufenden Kabel und Kühlleitungen werden in einer Zink-Fallrohratrappe versteckt wie man es von Dachrinnen her kennt.

Das ist alles aber noch Zukunftsmusik und wird erst in einem 2. Block über die Fertigstellung der Klimaanlage behandelt werden.

 Kabelgewirr_Klima

 So – die Leitungen liegen also hinter der Wand und die Wechsel für die Installationskästen der Innengeräte sind vorgefertigt. Jetzt kann die Unterkonstruktion der Wand vollendet werden.

 Wechsel_Klima

Abtropf_Durchbruch
immer heikel. Den Durchbruch der Kondenswasserleitung nach außen gut, gut abdichten.

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Viele Grüße von der Soundhouse7 Baustelle

 Simone und Thomas