Antimechanische Stabilisierung

Der heutige kleine Blog beschäftigt sich mit einem Problem, dass sich während unserer Bauarbeiten aufgetan hat.

Wie im vorherigen Blog beschrieben, ist nach dem Legen der Schwellen, Montage der Pfosten und Deckenschwellen die ganze Konstruktion nirgends befestigt. Weder am Boden noch sonst irgendwo. Dies hat nun zur Folge, dass das gesamte Grundgerüst ziemlich stark wackelt. Außerdem verschieben sich die beiden Rechtecke der Schwellen insofern, dass die Pfosten nicht ihre bestimmte Position in Winkel und Wasser halten.

Der ein oder andere würde sagen:”das hält dann schon, wenn mal die Gipsplatten dran sind” – doch will man dem wirklich vertrauen? Was ist, wenn es dann nicht genügend versteift und man die Gipsplatten wieder wegmachen muss um sich dann doch noch eine Lösung einfallen zu lassen?

Auch die “zimmermannstechnischen” Mittel wie “Riegel” oder “Streben” kamen für uns nicht in Frage, da wir so wenig Holz wie möglich verwenden wollten und diese bei den Folgearbeiten sehr gestört hätten. (wo Holz – da später keine Mineralwolle – Mineralwolle besser :-))

Wir haben uns entschlossen nichts dem Zufall zu hinterlassen und uns Gedanken über eine funktionierende Lösung gemacht. Die nachfolgenden Arbeiten sollen ja schließlich auf einer soliden und fachlich korrekten Grundlage aufbauen. – ach ja und kosten soll das Ganze auch nicht so viel.

Ziel ist es nun also die Raumkonstruktion zu fixieren und zwar so, dass diese nicht mehr wackelt aber dennoch frei schwingt. Dazu soll sie auch die Position halten im Wasser wie auch in den Winkeln.

Grundgesetzt im Raum in Raumbau ist es: Keine mechanische Befestigung oder Verbindung zur der äußeren Hülle zu bekommen.

Es gibt einige patentierte Systeme von Herstellern aus der Industrie die solche Probleme mit großem finanziellen Aufwand prima lösen. Ich habe in einem der ersten Blogs einmal geschrieben, dass es eben immer die teure Ausführung gibt und parallel eine Low-Budget Lösung. Manchmal ist es aber auch eine Mischung davon. Unsere Lösung für das heutige Problem ist eine solche Mischlösung.

Ich nenne es mal liebevoll den “SYLOMERPUFFER”

Vorteile:
er erfüllt alle oben beschriebenen Anforderungen, ist leicht selbst zu machen, ist relativ günstig und variabel was die Dicke des Puffers angeht. – Außerdem ist er von uns selbst unter härtesten Bedingungen  getestet worden.

Die Zutaten:

man nehme ein Stück Sylomer (10cm x 10cm) und ein Stück Holz mit den gleichen Maßen. Die Dicke des Holzstücks richtet sich nach dem Abstand des Pfostens zur Rohwand. Jeder Puffer muß individuell angefertigt werden.

Die_Zutaten

dann verklebt man die beiden Stücke miteinander. Wir verwendeten dazu handelsübliches Silicon (transparent).

Verklebung

nach dem Aufbringen des Klebers nun das Sylomer aufdrücken.

Aufsetzten

zum trocknen nun etwas beschweren und ca. 3 Stunden ziehen lassen :-))

Pressung

dann kann der fertige Puffer eingebaut werden. Dazu den Puffer zwischen Rohwand und Pfosten klemmen,

Der_Einbau

und das ganze mit einer Schraube gegen Abrutschen so fixieren, dass die Schraube nur in das Holz des Puffers ragt (ca. 2cm) aber niemals die Rohwand berührt.

Befestigung

Diese Lösung wurde von unseren Mentoren des Studiobaus, es handelt sich u.a. um den Autor einiger Bücher im Bereich Audio und Akustik und den Firmenchef einer der führenden Studiobaufirmen Deutschlands, für gut befunden und zum Einbau freigegeben.

Wir haben diese Ausführung auch einem Härtetest unterzogen. Dabei haben wir mit einem schweren Hammer gegen den Pfosten geschlagen und geprüft, ob die Schwingung sich auf die Rohwand überträgt. – es kam nichts an – mit der Hand konnte man fühlen, wie sich die Schwingung vom Pfosten auf das Holz des Puffers ausbreitete. Wenn man den Finger auf den Rand des Sylomers legte, spürte man richtig wie die Schwingung ca. bei halber Dicke des Sylomers abstarb. Am Ende des Sylomers kam keine Schwingung mehr an. Würden noch Schwingungen ankommen, so sollte man die Stärke des Sylomers verdoppeln.

Darauf achten, das Sylomer nicht gepresst einzubauen. Es sollte noch seine Ursprüngliche Stärke nach dem Einbau haben, um eben noch genügend schwingen und puffern zu können.

Heute ging es um ein kleines aber feines Detail beim Studiobau von Soundhouse7. Vielleicht kann der ein oder andere eine Anregung mitnehmen. Bedenkt – jeder Studiobau ist individuell und es gibt immer mehrere Lösungen für ein Problem.

Vergesst nicht, wenn euch dieser Blog gefällt, hier unten bei Facebook zu teilen und zu liken. Wir freuen uns immer über positive Resonanz. Wem es nicht gefällt oder dieser Blog nichts bringt weil er schon alles weiß, der kann es ja für sich behalten.

Wir wünschen euch noch eine schöne Woche. Bleibt gesund und bis zum nächsten Blog.

viele Grüße

Simone und Thomas

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One comment on “Antimechanische Stabilisierung

  1. rafael says:

    Jedes Sylomer hat (in Abhängigkeit von Formfaktoren und Steifigkeit) unterschiedliche Eigenfrequenzen. Bei einer Frequenzanregung im Bereich der Eigenfrequenz passiert dann genau das Gegenteil der gewünschten Wirkung, sprich ne Signalverstärkung.

    Bevor man sich also blind ein Sylomer irgendwo reinpappt sollte man also den Taschenrechner kurz zücken und mal nachrechnen bevor man erst recht alles wieder rausreissen darf 😉

    faustregeln: gute dämpfung erfolgt im bereich f/f0 >> 1/sqrt(2) f0 ist entweder gegeben oder wird aus der Federkonstante abgeschätzt. cheerio r

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