Raumakustik in einem Tonstudio

Raumakustik in einem Tonstudio

 

Nachdem wir uns jetzt monatelang mit der Herstellung eines schalldichten Tonstudios beschäftigt haben, also mit der so genannten Bauakustik, geht es nun daran, den einzelnen Räumen unseres Bauprojekts zum optimalen Klang zu verhelfen.

Im Gegensatz zum freien Schallfeld, nehmen wir mal verbildlicht ein weites, weites  Feld mitten in der Pampa, wo dem Schall nach seiner Anregung keinerlei Hindernisse im Wege stehen, ergibt sich generell in geschlossenen Räumen eine Raumakustik. Diese ist so individuell wie der Raum selbst und ist das Ergebnis der Summe aus Reflektionen, Absorption, Diffusion und der Form und Größe des jeweiligen Baukörpers. Der Klang eines Raumes wird ebenso beeinflusst von den verbauten Materialien und der Art und Positionierung der Schallquelle. Baut man also einen Kasten mit Boden, Wänden und Decke, dann hat dieser Kasten oder eben in unserem Fall unsere Regie oder Aufnahmeraum schon mal eine sich gegebene Akustik. Um noch mal zum freien Schallfeld zurück zu kommen, im Gegensatz zu diesem stoßen die Schallwellen in geschlossenen Räumen nun durchaus auf Hindernisse. Nämlich Boden, Decke und Wände. Andere Hindernisse sind z.B. Pfosten, Säulen oder auch Möbel.

Betreten wir nun z.B. unseren leeren, tapezierten Raum mit Parkettfußboden und hören uns mal seine Akustik an. Beim Reden oder in die Hände klatschen fällt den meisten ein sehr langer Nachhall auf. Dieser kann je nach normaler Raumgröße zwischen 1sec. und 3 sec. liegen. Die Nachhallzeit eines Raumes sagt aber nichts über die Qualität der gesamten Akustik aus. Nicht immer ist eine lange Nachhallzeit als schlecht oder ungewollt zu bezeichnen. Je nach späterer Nutzung des Raumes können  2,5 sec Nachhall durchaus angestrebt werden wie z.B. in einem größeren Konzertsaal. Die Nachhallzeit ist aber nur ein  Beurteilungsfaktor von mehreren an denen man die Raumakustik fest macht. Die Nachhallzeit ist aber auch der Faktor, der am eindeutigsten wahrgenommen wird wenn man einen Raum betritt. Die anderen Faktoren, die in der Raumakustik eine Rolle spielen, sind meist gar nicht auffällig, meist unbemerkt oder erst bei genauerer Betrachtung merklich. In einem gut optimierten Konferenzsaal z.B. sitzt man und hört dem Referendar zu, man befindet sich ziemlich hinten im Raum und versteht doch jedes Wort perfekt und deutlich. In diesem Fall wird man sich sicherlich keine Gedanken über die tolle Raumakustik machen, sondern es als gegeben hinnehmen und dem Sprecher wohlfühlend lauschen. Die Auswirkungen der akustischen Baumaßnahmen und die damit optimierten Werte bleiben dem Besucher praktisch verborgen oder unbemerkt. Eine schlechte Raumakustik dagegen fällt jedem direkt auf, wird als störend empfunden und macht sich oft durch Dröhnen, Unverständlichkeit, nicht Ortbarkeit oder erhöhte Lautstärken in einzelnen Frequenzbereichen bemerkbar.

Wenn man nun eine optimale Raumakustik schaffen möchte, sollte man sich vorher Gedanken über die Art der späteren Nutzung der Räumlichkeit machen.

Im normalen Wohnungsbau wird sich über die Raumakustik relativ selten Gedanken gemacht. Ist die neue Wohnung noch leer, hallt diese ziemlich stark. Stellt man später seine Möbel rein, hängt Vorhänge und Bilder auf, legt eventuell noch einen Teppich – hat sich die Raumakustik für den Heimgebrauch fast von alleine reguliert. Die Betonung liegt auf „Heimgebrauch.“ Dies ist nun der Punkt um etwas tiefer in die Welt der Raumakustik einzutauchen.

Warum hat sich nach dem Einrichten des Wohnzimmers die Akustik wohl merklich auf uns Menschen reguliert? Dies hat zwei wichtige Gründe:

 

1. Das menschliche Gehör ist am empfindlichsten bei einer Frequenz um 4000 HZ.

Dies hat die Evolution so eingerichtet, damit wir unsere Artgenossen besser verstehen, aber auch Gefahren besser und früher erkennen zu können.

 

2. Die normale Nutzung eines Wohnraumes beschränkt sich meist auf Sprache und mäßige Lautstärken beim Genuss von TV oder Musik.

 

Aha, das menschliche Gehör ist also am empfindlichsten bei 4000 HZ. Das bedeutet, diese Frequenzen liegen im oberen Mitteltonbereich. Alle oben aufgeführten Gegenstände wie Möbel, Vorhänge oder Teppiche sind Schallabsorbierende Materialien. D.h. Schallwellen, die auf diese Materialien auftreffen, werden nicht mehr reflektiert. Doch so einfach ist es nicht. Diese Materialien sind nur bis zu einer bestimmten Frequenz absorbtiv. Meist nur hinunter bis in den Bereich von 1- 2 kHz. Darunter sind sie wieder ganz normal reflektiv. Dies reicht aber aus, um die vom menschlichen Gehör favorisierten 4 kHZ mit einzuschließen.

Diese Erkenntnis bedeutet nun, dass sich für unser Gehör bei normaler Nutzung des Raumes die Nachhallzeit verkürzt hat. Unserem Ohr und damit unserem Gehirn ist aber nicht klar, dass unterhalb von 1 – 2 kHz sich die Nachhallzeit nicht verändert hat. Da aber in einem normalen Wohnraum solch tiefe Frequenzen kaum mit entsprechendem Druck angeregt werden, gilt die erreichte Akustik in Wohnräumen als reale Raumakustik.
Leider werden in vielen Tonstudios oder Homerecordingstudios eigentlich gleiche Mittel verwendet um die Akustik zu optimieren. In diesem Fall würde ich dann nicht mehr von einer realen Akustik sprechen sondern von einer „PseudoAkustik.“

 

Viele privaten Tonstudiobauer pflastern ihre Wände und Decken mit Teppichen, Vorhängen, Eierkartons, Noppenschaumstoffen und vielem mehr zu, um eine Tonstudioakustik zu erreichen. Aber was haben sie erreicht? Eigentlich nur eine wie oben beschriebene Wohnzimmerakustik mit etwas kürzeren Nachhallzeiten im Hoch- und oberen Mitteltonbereich. Die unteren Mitten und die tiefen Frequenzen sind gänzlich unbeachtet und unverändert. Wir sprechen hier also von einer PseudoAkustik.

 

Nun kann man sich ja denken – wen juckts? – was stört mich das? – klingt doch dumpfer!!

 

Ja schon – dumpfer heißt aber nicht gleich, dass der Raum besser klingt für deine Bedürfnisse. Und jetzt kommen wir zum Punkt. Du willst den Raum ja nicht als Wohnzimmer nutzen, sondern als Tonstudioregie. In einer Regie werden eben auch Frequenzen durch deine Abhöre angeregt, welche in einem normalen Zimmer nicht zum Zuge kommen. Dazu möchtest du an deinem Arbeitsplatz dein Audiomaterial neutral und unverfälscht beurteilen können. In einem nur mit PseudoAkustik bestückten Studio wird es unmöglich sein, Audiomaterial besonders im Bass- und LowMid Bereich eindeutig zu beurteilen und zu mischen. Dein Mix wird sich auf anderen Boxen und unter anderen Bedingungen immer anders anhören als du es dir bei deiner Mischung in deinem Studio gedacht hast.

Das bedeutet, nicht nur die Art und Weise wie ich meine Akustik in den Griff bekomme ist wichtig, sondern auch an welchen Stellen im Raum ich welche Maßnahmen ergreife. Die Maßnahmen sollten auf den gesamten Frequenzbereich meiner Abhörmonitore abgestimmt sein. Im besten Fall bis hinunter auf 20 Hz.

 

Du musst dir einen „Sweet-Spot“ schaffen. Ein Punkt im Raum, meistens der Abhörpunkt, an dem dein Audiomaterial im gesamten Hörspektrum von 20 Hz bis 20 kHz neutral, möglichst frequenzlinear und frei von störenden stehenden Wellen, oder auch Raummoden genannt, wiedergegeben und abgehört werden kann.

 

Wir von Soundhouse7 möchten euch in den weiteren Beiträgen unseres Studiobaublogs detailliert aufzeigen, wie man professionell und doch selbst gemacht sein Studio akustisch ausbauen kann. Bleibt also dran. Der nächste Blog folgt bald.

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Viele Grüße

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

 

 

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Akustikbau von Soundhouse7

In der Ausgabe 1/12 des Recording Magazins (Herausgabe: 25.11.2011) kommt ein 8-seitiger Bericht über unseren Akustikbau und den dazugehörigen Messungen. Bilder vom fertigen Studio seht ihr auf unserer Homepage: http://www.soundhouse7.de

Bis nach dieser Ausgabe werden wir das Thema Akustikbau auf diesem Blog noch ausklammern. Wir werden das Thema aber auf diesem Blog in mehreren Beiträgen noch sehr viel ausführlicher behandeln.

Jetzt wo das Studio sozusagen fertig ist sind wir noch lange nicht am Ende dieses Blogs angelangt. Also, bleibt dabei – wir versorgen euch noch mit sehr viel nützlichen Infos auch weiterhin auf diesem Blog.

Tonstudio_Soundhouse7_Tonstudiobau_Front

Tonstudio_Soundhouse7_Studiobau_Front2

Tonstudio_Soundhouse7_Tonstudiobau_Rückwand_Regie

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Simone und Thomas
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Ein paar Schritte zurück: DIE BAUGENEHMIGUNG

Die Baugenehmigung

Hallo liebe Baugemeinde:-))

Der heutige Blog katapultiert uns nochmals zurück an die Ursprünge des Seins. Viele Zuschriften kamen bei uns rein um zu Fragen wie es denn bei uns mit der Genehmigung gewesen sei. Dies hat uns nun veranlasst einen Blog darüber zu verfassen. Für die Praktiker unter uns ein sicher sehr trockenes Thema, aber dafür um so wichtiger. Auch für die, welche nur ein Hobbyzimmer betreiben ist dieser Blog interessant.

Die Vorschriften und Gesetze von unserem Staat/unserem Land/unserer Gemeinde usw. 🙂

wenn man ein Studio bauen möchte…

(Hierzu eine kleine Vorbemerkung: Dies sind die Erfahrungen, die wir gemacht haben, sie beziehen sich auf unsere Situation – jeder Tonstudiobau hat eine andere Situation. Wir hoffen, ihr könnt Anregungen und Wissen  daraus mitnehmen – aber für das eigene Studio im Zweifelsfalle IMMER bei den Ämtern nachfragen. Wir sind hier in Baden-Württemberg – in Nordrhein-Westfalen kann (muss aber nicht)  das schon alles wieder anders geregelt sein.)

Wir gehen hier auf die (doch recht interessante Situation) gewerbliches Tonstudio in einem Wohngebiet ein.

Wir haben 2004 ein Haus gebaut. Ein Studio wurde in dem Zuge gleich im Rohbau im Keller angelegt. Das heißt, wir haben einen separaten Eingang gebaut, einen Aufenthaltsraum, einen Regie- und einen Aufnahmeraum. Gleichzeitig wurde eine Gästetoilette mit eingebaut.

Zu dem Zeitpunkt des Hausbaus wurde das Studio als Hobbyraum deklariert.

Um nun auf eine gewerbliche Nutzung umzusteigen, war in unserem Falle ein „Nutzungsänderungsantrag“ beim Bauamt des zuständigen Landratsamtes  nötig.

Der Entschluss ist gefasst: Wir wollen endlich unser Rohbau-Studio ausbauen, und gewerblich nutzen!

Sehr schnell landet man dann wieder auf dem Boden der Tatsachen, wenn man nun an den bürokratischen Aufwand denkt – aber was nicht tötet, härtet ab!!

Vollen Mutes wendeten wir uns an……. ja…… wohin eigentlich?? Wer ist der erste Ansprechpartner, wenn man ein Studio einrichten möchte und sich natürlich auch an die deutschen Vorschriften und Vorgaben halten möchte? (wie auch immer die sein mögen – soweit waren wir ja noch gar nicht)

Die wichtigste Definition für einen Studiobau lautet:

1. Wird es ein gewerbliches Studio oder ein privater Hobbyraum?

Bei einem privaten Hobbyraum hängt es doch meist von der Toleranz der Mitmieter/Nachbarn ab – es besteht zwar keine Meldepflicht, aber man sollte sich durchaus einmal mit den rechtlichen Vorschriften auseinandersetzen, um Problemen vorzubeugen. Wenn man beginnt, regelmäßig Leistungen gegen Bezahlung zu erbringen, rutscht es ins Gewerbe ab (aber das ist jetzt Steuerrecht)

In unserem Falle soll aus den gemeldeten Hobbyräumen ein gewerbliches Studio werden. Um nun auf eine gewerbliche Nutzung umzusteigen, war in unserem Falle ein „Nutzungsänderungsantrag“ beim Bauamt des zuständigen Landratsamtes  nötig. Dies erfuhren wir auf dem Rathaus unserer Gemeinde.

2. Wo entsteht ein gewerbliches Studio? In einem Gewerbegebiet oder in einem Wohngebiet?

Wir hatten die große Hürde zu meistern, dass unser Einfamilienhaus, in dem das Studio entstehen soll, in einem reinen WOHNGEBIET liegt.

Das hieß für uns: Die Gemeinde und das Landratsamt müssen dies genehmigen.

Denn  bei einem gewerblichen Studio  ist mit Kunden  zu rechnen, (erhöhtes Verkehrsaufkommen im Wohngebiet )Ebenso brauchen die Kunden einen Parkplatz,sie machen Lärm, der Studiobetrieb an sich könnte zu laut sein etc.. Falls man die Absicht hat, Angestellte zu haben, muss man auch noch für deren Arbeitsschutz sorgen (was in unserem Falle aber noch nicht zutrifft, von daher lassen wir das mal links liegen J

Dazu wurde hier eine Ortsbesichtigung mit einem Vertreter der Gemeinde und dem zuständigen Kreisbaumeister  gemacht, wir erläuterten die Vorstellungen, wie unser Studiobetrieb ablaufen soll und wie für Schall- und Brandschutz gesorgt wird. Ebenso wurde bei der Ortsbegehung gleich geprüft, ob wir für unser Unternehmen ausreichend Parkplätze zur Verfügung stellen können.

Anschließend schickte die Gemeinde Einverständnisanfragen an die angrenzenden Nachbarn. Diese müssen das erlauben. (was sie auch taten – deswegen: immer mit den Nachbarn offen reden und sich gut stellen, damit sie wissen, das man auch ALLES dafür tut, dass die Musiker nicht schon ihre Session auf der Straße abhalten, wenn doch ein tolles Studio auf sie wartet gg – aber das bekamen wir tatsächlich zu hören )

3. Was soll in dem Studio gemacht werden? (z.B. „nur“ Einzelkünstler oder jeden Tag Big-Bands 🙂

Das war (glauben wir) das Zünglein, dass uns die Erlaubnis gegeben hat: Wir rechnen mit Publikumsverkehr, aber nur sehr begrenzt. Wir planen zwar ein gewerbliches Tonstudio, aber mit einer etwas anderen Arbeitsweise! (Zum späteren Zeitpunkt mehr dazu ) Wollten wir hier Big-Band o.ä.  produzieren – ich glaube, wir hätten keine Genehmigung bekommen!!

Wir bekamen die Genehmigung – das waren die Punkte, die dazu rein flossen.

1)    Für ausreichende Parkmöglichkeiten ist zu sorgen – je nach geschätztem Publikumsverkehr

2)    Baurechtlich hatten wir ja schon einige Vorschriften im Rohbau eingehalten: Fluchtweg, Toilette, Aufenthaltsraum, Mindesthöhe der Räume ( lichtes Maß :2,10 m)

3)    Und nun direkt aus der Baufreigabe: (einer der wichtigsten Punkte, wenn man in einem reinen Wohngebiet baut):   SCHALLSCHUTZ

Durch schall- und erschütterungstechnische Maßnahmen an den betrieblichen Einrichtungen ist sicherzustellen, dass der Beurteilungspegel der durch den Betrieb der Anlage verursachten Geräuschemissionen im Einwirkungsbereich folgende Immisionswerte  nicht übersteigt:

Im allgemeinen Wohngebiet (WA)

tagsüber: 49 dB (A)

Nachts     34 dB (A)

Einzelne kurzzeitige Geräuschspitzen dürfen den Immissionsrichtwert am Tage um nicht mehr als 30 db(A) und in der Nacht nicht mehr als 20 db(A) überschreiten.

Die von den gewerblich genutzten Räumen ausgehenden Geräuschübertragungen innerhalb von Gebäuden und bei Körperschallübertragung (z.B. durch den Betrieb von Maschinen und Geräten) dürfen in den baulich verbundenen schutzbedürftigen Räumen folgende Immisionswerte nicht überschreiten

Tags  35 dB (A)

Nachts 25 dB (A)

Gemessen und bewertet nach Nr. 6.2. der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm – TA-Lärm-. Kurzzeitige Geräuschspitzen dürfen die vorgenannten Immisionsrichtwerte um nicht mehr als 10 db(A) überschreiten.

Hierzu sind im übrigen auch die Anfahrten der Kunden mit den Autos rein zu berechnen .. ;-))

Auf gut Deutsch:  Der Geschäftsbetrieb in und außerhalb der geplanten Räume darf keinen Nachbarn stören –am besten unbemerkt ablaufen :-))))))))))))))

Nicht zu unterschätzen sind übrigens auch die Kosten, die mit so einem Bauantrag (bzw. in unserem Falle einen Nutzungsänderungsantrag) auf einen zukommen. Wir haben für den grünen Schein 150 Euro gezahlt.

So geschafft – ich hoffe ihr habt was Neues erfahren oder habt wenigsten eine Kleinigkeit mitnehmen können.

Im nächsten Blog wird es dann wieder praktisch zugehen. Im Augenblick planen wir die Kabel (welche, wieviele davon und wohin – sehr,sehr wichtiges Thema) – aber dazu mehr im nächsten Blog.

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viele rockige Grüße

Simone und Thomas

Immission- Emissionschutz

Immission- Emissionsschutz

Zunächst möchte ich aber etwas ausholen und über die eigentliche Planung sprechen. Es ist sehr wichtig, dass ihr euch, bevor ihr solch ein Vorhaben startet, das Ganze bis auf den letzten Punkt durchplant. Also eigentlich bis zur Beleuchtung, späteres Equipment und dessen Anordnung, Nutzung des Studios… also wirklich bis ins letzte Detail. Denn schon jetzt bei den ersten Arbeitsschritten können sich für später fatale Fehler einschleichen.

Für was denn überhaupt Schallschutzplanung und Akustikbau in einem Tonstudio?

Vorrangiges Ziel der Bauakustik ist es, die Aufnahmen die ich in meinem Studio mache, sauber zu halten und eine störungsfreie Arbeitsumgebung zuschaffen. Die Einwirkung von nicht gewünschten Schallereignissen von außerhalb des Studios, sei es von benachbarten Räumen oder der Außenwelt, gilt es zu vermeiden. Diese Art der Schalleinstreuung, also von
Außen in das Studio hinein nennt man „Immission.“ Die baulichen Maßnahmen dagegen nennt man Immissionsschutz.

In meinem Fall sind aber weniger Komplikationen in dieser Hinsicht zu erwarten. Wie vorhin schon erwähnt befindet sich mein Studio in einem freistehenden Einfamilienhaus in einem ländlichen Neubaugebiet. Der Verkehrslärm hält sich dort sehr in Grenzen. Über dem Haus befindet sich auch keine Flugschneise und die nächsten Bahngleise sind über einen Kilometer entfernt. Aus immissionstechnischer Sicht also perfekt.

Ein größeres Augenmerk sollte ich aber dem Emissionsschutz widmen. Emission bedeutet der Schutz der Außenwelt oder benachbarten Räumen vor Schallereignissen, die aus meinem Studio nach außen dringen. Gerade in unserem ruhigen Neubaugebiet sollten die angrenzenden Bewohner nicht unbedingt des Nachts aus dem Bett fallen, wenn ich z.B. gerade die neue Rammstein Scheibe produziere. Es gibt zwar keine konkrete Richtlinie für die Lärmbelästigung von Tonstudios in Neubaugebieten, jedoch kann man hierbei eventuell die TA-Lärm (Richtwerte für Immission von Gewerbeanlagen) als Grundlage hernehmen, um einen Anhaltspunkt an die zu erreichenden Werte zu bekommen. Mit einem handelsüblichen  dB – Messgerät kann man dann anhand der so genannten „A Kurve“ (diese entspricht der 30 Phon Linie der Kurven gleicher Lautstärke von Fletcher und Munson) die erreichten Werte nachmessen. Nach TA-Lärm sollte ich in unserem Wohngebiet tagsüber einen Wert von 50 dB (A) und nachts 35 dB (A) einhalten. Einzelne Geräuschspitzen dürfen die Immissionswerte am Tag um 30 dB (A) und in der Bauakustik Nachts um 20 dB (A) nicht überschreiten. Hierbei ist der Tag von 6.00 Uhr bis 22.00 Uhr, und die Nacht von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr definiert.

Sehr wichtig ist auch der Schutz der restlichen Räume in unserem Haus vor Schall aus dem Studio. Gerade über der Regie befindet sich unser Wohnzimmer und dort sollte man noch gut leben können, auch wenn im Studio gearbeitet wird. Angegebene Richtwerte für die Immission innerhalb von Gebäuden sind hierfür am Tag 35 dB (A) und in der Nacht 25 dB (A).

Diese Werte werde ich versuchen mit meinen bauakustischen Maßnahmen mindestens einzuhalten oder sogar zu unterbieten.

Ich weiß, dies ist ein etwas trockenes Thema, aber gerade diese Punkte sind der Grund für den ganzen bautechnischen Aufwand den wir die nächsten Wochen betreiben werden.

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Bauliche Begebenheiten

Hier die ersten Bilder von den zukünftigen Studioräumen. Das neue Tonstudio entsteht im Kellergeschoss unseres 2004 gebauten Einfamilienhauses. Uns stehen für den Studiobau ca. 100m2 Fläche zur Verfügung. Im Rohbau wurde damals schon ein Studio vorgesehen und die Fläche wie folgt eingeteilt:

20 m2 Regie, 15 m2 Aufnahmeraum 1, 5 m2 Aufnahmeraum 2, 30 m2 Chill-out und Aufenthaltsbereich, 4 m2 Flur 1, 7 m2 Flur 2 mit Serverplatz, 3 m2 Toilette, und 16 m2 Gästezimmer mit Dusche.

Die eine oder andere Planung von damals gefällt uns allerdings heute nicht mehr und so sind doch auch ein paar kleine Änderungen von Mauern und Durchbrüchen geplant.

Die Außenwände bestehen aus 24cm Beton, die inneren Wände aus 24cm oder 11cm Kalksandstein.

Hier unser separater Eingangsbereich im derzeitigen Zustand:

1_Eingang

Das zukünftige Gästezimmer und auch aller anderen Zimmer müssen natürlich erst einmal von allem Unrat der letzten Jahre befreit werden. Es musste raus was raus geht, da fast der ganze Keller Baustelle wird. Plant also auch Müllgebühren und Lagerplatz für Sachen die ihr aufheben wollt ausreichend mit ein.

1_Gästezimmer2

Regie und Aufnahmeraum 1 sind noch im absoluten Rohbau.
Hinten in die Wand kommt später noch der Türdurchbruch als Zugang in den Aufnahmeraum 2:

1_Studioräume

Das Regiefenster ist doch etwas zu groß geplant. Den Grund erfahrt ihr noch später. Dieses wird noch etwas kleiner gemauert
werden.

1_Studioräume2

Hier seht ihr Flur 1 direkt nach der Eingangstür.
Geradeaus ist die schon fertige Toilette, links geht es in den
Aufenthaltsraum und in die Studioräume, rechts kommt später der Durchbruch als neuer Zugang ins Gästezimmer.

1_Flur1

Soweit für heute der erste Eindruck über unsere Räumlichkeiten.

Die Maurerfirma ist schon bestellt. Bald wird es staubig :-))

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Thomas und Simone
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