Die Erdung eines Tonstudios

Die richtige Erdung eines Tonstudios
“Produzieren ohne Brummen”

Ein ärgerliches Phänomen der Studioverkabelung können unangenehm auftretende, tieffrequente Brummschleifen sein. Wer hat nicht schon einmal das nervenzereisende Brummen aus den Lautsprechern gehört nach dem er ein neues Audiogerät an sein Setup angeschlossen hat? Man versucht dann event. den Netzstecker umzudrehen, doch wenn überhaupt, dann bringt das nur leichte Minderung. Das Brummen ist immer noch da. Ganz todesmutige kleben dann aus Gier zum Musik produzieren den Schutzkontakt mit Gaffatape ab. Das Brummen ist dann weg – doch event. auch bald der mutige Tontechniker.

Sinnvoll ist es, das Ganze doch mal professionell anzugehen.

Wie entsteht eigentlich so eine Brummschleife?
Wenn man mindestens zwei Audiogeräte mit Schutzkontaktsteckern an den Stromkreislauf anschließt und diese beiden Geräte über ein Audiosignal miteinander verbindet, entsteht prinzipiell eine Brummschleife. Allerdings kann man nicht vorhersagen, wie stark dieses Brummen zu hören sein wird.
In einem Tonstudio hat man nun aber das Problem, dass nicht nur zwei sondern sehr viele Audiogeräte an den Strom angeschlossen werden müssen und auch audiotechnisch miteinander verbunden sind. Die zwei Gründe für das Brummen sind:

1. Es wird ein geschlossener Stromkreis (Schleife) von den Gerätemassen und dem Schutzleiter hergestellt.

2. In einem Stromkabel liegen die Kabel für Phase und Null parallel zum Schutzleiterkabel.

Es gilt nun mindestens einer dieser Gründe – besser beide – zu eliminieren. In einem Tonstudio mit sehr vielen technischen Geräten ist es sinnvoll die Signalmasse vom Stromschutzleiter zu trennen und konsequent an eine eigene Erdung anzuschließen. Das kann man beispielsweise durch eine sternförmige Erdung realisieren. Dies bedeutet:
Man installiert an einem zentralen Punkt im Studio eine Potenzialausgleichschiene. Ich nenne diese mal Hauptpotenzial.
Hauptpotenzialschiene
Diese Hauptpotenzialschiene verbindet man jetzt mit der Hauserde oder an ein extra für das Studio gelegtes Erdungsband.
Erdungsband

Nun verteilt man in jedem Rack wiederum Potenzialausgleichschienen. An diese kann man dann die Signalmassen der Geräte auf kurzen Weg anschließen. Jede Rackpotenzialschiene wird nun, wie im Erdungsbereich üblich, über ein gelbgrünes Kabel ebenfalls mit der Hauptpotenzialschiene verbunden. Graphisch betrachtet sind jetzt aller Rackpotenziale sternförmig mit dem Hauptpotenzial verbunden.
Rackpotenzial

Nun hat man den Grundstein für die Studioerdung gelegt. In den Racks kann man nun handelsübliche Mehrfachsteckdosen installieren. In die Steckdosen kommen jetzt nur noch Eurostromstecker. Diese besitzen keine Erdung. Eurostecker sind die flachen Netzstecker. Manche Audiogeräte, meist mit Kunststoffgehäuse, haben von Haus aus Eurostecker am Start.
Audiogeräte mit Netzteil besitzen auch schon einen Euronetzstecker. All diese Geräte kann man schon mal an den Strom anschließen.
Eurosteckerleiste
Komplizierter wird es nun mit all den Studiogeräten welche ein Kaltgerätekabel mit dazugehörigem Schutzkontaktstecker benötigen. Diese dürfen wir jetzt nicht einfach an die Steckdosen anschließen, denn sonst haben wir die Schleife von Signalmasse und Schutzleiter hergestellt. Nicht umsonst haben wir die extra Erdung installiert.

Also was tun? Erst einmal alle mitgelieferten Kaltgerätekabel, nicht gerade wegwerfen, aber dennoch in eine Kiste packen und beiseite stellen wo sie dich die nächsten Jahre nicht stören.

Dann braucht man Kaltgerätestecker zum aufschrauben, Eurokabel mit Euronetzstecker dran und gelbgrünes Kabel. Für jedes Gerät baut man nun sein individuelles Stromkabel. So kurz wie möglich, so lang wie nötig.
Das Eurokabel mit Phase und Null schließt man ganz normal an den aufgeschraubten Kaltgerätestecker an. Die Signalmasse wird über das gelbgrüne Kabel separat aus dem Stecker geführt und an die jeweilige Rackpotenzialschiene angeschraubt. Achtet bitte darauf, dass das Erdungskabel mindestens ein paar Zentimeter Abstand zu den Stromkabeln hat. Das muss man konsequent mit allen Geräten mit Schutzkontaktsteckern machen. Wenn man es bei einem nicht macht, kann es sein, dass man wieder ein Brummen bekommt und die ganze Arbeit wäre umsonst gewesen.
Kaltsteckerselbstbau1

Kaltsteckerselberbau2

Möchte man einen Computer an eine Art Hifiverstärker anschließen, der wiederum mit einem Antennenanschluss verbunden ist, benötigt man höchstwahrscheinlich einen Mantelstromfilter. Dieses ist ein einfacher Steckfilter in Form eines Hochpassfilters. Das 50HZ Brummen wird nicht durchgelassen. Erst Frequenzen ab ca. 80HZ können den Filter passieren. Dies ist in diesem Fall nötig, da der Antennenanschluss aus Blitzschutzgründen mit dem Schutzkontakt verbunden ist.

Am Ende möchten wir uns nochmals für das große Interesse an unserem Studiobau – Blog bedanken. Das Soundhouse7 ist bald fertig gestellt. Über 30 000 Seitenaufrufe im letzten halben Jahr sind eine schöne Belohnung für unsere Arbeit. Auch schon der ein oder andere nette Kontakt konnten wir gewinnen und wir haben schon von anderen Studioprojekten gehört, welche den ein oder anderen Trick aus unserem Blog umgesetzt haben.

Bleibt uns bitte weiter treu – Wir bleiben am Ball und versorgen euch auch in Zukunft mit vielen Tipps und Trick zum Thema Studiobau und Akustikbau.

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Beste Grüße

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

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Patchbay – Was ist das? – Planung – Normalisierungsarten

Patchbay – Was ist das? –  Planung – Normalisierungsarten

So langsam wird es Zeit die ganzen Kabelbündel, die aus den Wänden schauen irgendwie sinnvoll anzubringen. Wenn man es sich zunächst einfach macht, könnte man an jedes Kabelende einen passenden Stecker löten und in die entsprechenden Gerätebuchsen einstecken. Würde fürs erste auch funktionieren. Bis man eventuell auf die Idee kommt, das Mikrofon, das bis jetzt auf Mic In 1 in das Mischpult manövriert wurde, man plötzlich im Mic Input 3 des Mixers einspeisen möchte – aus welchem Grund auch immer. Nun jetzt heißt es Sporthosen anziehen, Taschenlampe und Staubwedel besorgen – und abtauchen in die unendlichen Weiten der Kabelgalaxis, Heimat vieler vom Aussterben bedrohten noch nie gesehenen Lebewesen, Zeitzeugen des Speiseplans der letzten Monate und Jahre… — um in yogaähnlichen Positionen, Arme und Beine verknotend den Mic IN Stecker von 1 nach 3 umzustecken.

Genauso könnte es dir mit vielen veränderten Signalflüssen gehen. Irgendwann würde dir die ewige Krabbelei keinen Spaß mehr machen bis dort hingehend, dass dir die ganze Tontechnik keinen Spaß mehr macht.

Abhilfe schafft hier eine so genannte „PATCHBAY.“

Eine Patchbay soll dir die Änderungen in deinem Signalfluss vereinfachen und dir die Kriecherei hinter dein Equipment ersparen. Eine Patchbay ist ein passives Stück Audioequipment mit vielen Anschlussbuchsen auf der Vorderseite und meistens Lötkontakten auf der Rückseite. Es gibt sie in unsymmetrischer, symmetrischer, günstiger und hochwertiger Ausführung. Die Variationen an Buchsenarten auf der Vorderseite und Anschlussarten auf der Rückseite sind sehr, sehr vielfältig.

Was macht nun eine Patchbay genau? Ganz einfach ausgedrückt – Alle Anschlüsse deiner Geräte in deinem Studio, egal ob Mischpult, Interfaces, Zumischeffekte, Ersetzungseffekte u.s.w. werden an einen zentralen Punkt in deinem Studio geführt – der Patchbay – dort steckst oder lötest du diese Anschlüsse an die Rückseite der PB und dir stehen somit diese Anschlüsse auf der Vorderseite zum Abgriff zur Verfügung. Je nach Art des Studios kommen da schon mal mehrere Hundert Anschlüsse zusammen. Das bedeutet aber dann auch, sich irgendwann Gedanken über die Art der zu verwendeten Patchbay zu machen.

Nehmen wir mal an, du hast ein Studio mit 300 Anschlüssen insgesamt an allen Geräterückseiten die du hast. Dann brauchst du folglich auch mindestens eine Patchbay mit 300 Anschlüssen – eher mehr, aber dazu später mehr. Es gibt 19“ Patchbays mit symmetrischen Klinkenbuchsen auf der Vorderseite. Diese sind im Allgemeinen noch recht günstig, jedoch passen auf ein Panel mit 1 HE nur 2 x 24 Buchsen – also 48 Anschlüsse. Folglich müsstest du dir mind. 7 solcher Patchbays zulegen und 7 HE in einem Rack verbauen um deine 300 Anschlüsse unter zu bringen. Besser und professioneller sind da dann schon so genannte Bantam/ TT- Patchbays. Diese haben zwar einen stolzen Preis, sind aber wesentlich robuster, halten mehr Plugs aus und sind Kontaktsicherer. Der größte Vorteil von TT-Patchbays ist aber die Platzersparnis. Da die Buchsen und Stecker sehr schmal gebaut sind, passen 96 Buchsen auf ein 1 HE Patchpanel. Somit wärst du bei 300 Anschlüssen bei nur 4 HE und hättest noch viel Platz für spätere Erweiterungen. Ist einmal alles richtig installiert, kannst du nun ganz einfach mit Hilfe eines kurzen, so genannten Patchkabels, dein Mic Signal von 1 nach 3 umstecken – Ganz bequem von Vorne und in einem Bruchteil der sonst benötigten Zeit. Wichtig ist nur noch eine ordentliche Beschriftung deiner einzelnen Patchpunkte. Sonst bist du wieder verloren.

Planung einer Patchbay

Bei der Planung einer Patchbay legt man meistens an die obere Buchsenreihe die Ausgänge der Geräte an, und an die untere Buchsenreihe die Eingänge. Dieses macht Sinn, da man sich bei der Planung gründlich Gedanken machen sollte, welcher Studiosignalfluss am meisten Sinn macht – ohne ein einziges Patchkabel verwenden zu müssen. Wie? Jetzt haben wir jede Menge Zeit und Geld in eine Patchbay gesteckt und nun soll doch alles fest verkabelt sein? – Jain – Wir geniesen nun zwar die Freiheit und Flexibilität jederzeit den Signalfluss zu ändern, doch liegt es im Gemüht des Tontechnikers faul zu sein und nicht gleich bei jedem z.B. eingesteckten Mikrofon gleich ein Patchkabel in die Hand nehmen zu müssen und auch noch einstecken zu müssen. Nein, sinnvolle Signalroutings werden auf der Patchbay „hardgepatched“ d.h. der Ausgang eines Gerätes (oberer Patchpunkt) wird auf den darunter liegenden Patchpunkt, sinnvoller Weise ein Eingang eines anderen Gerätes, durchgeschleift. Bestes Beispiel hiefür ist: Du steckst im Aufnahmeraum an der Wallbox ein Mikrofon in Eingang 1 ein. Das Mikrofonsignal liegt nun an deiner Patchbay am Patchpunkt Wall-1 an. Sinnvoll ist es nun den Mikrofoneingang von Channel1 an deinem Mischpult direkt am Patchpunkt darunter angebracht zu haben und diese zwei Patchpunkte „hardzupatchen.“

Du musst nun kein Patchkabel in die Hand nehmen. Das Mikrofonsignal wird direkt über die Patchbay in den Mic In 1 in dein Mischpult weiter geleitet.

Es gibt sehr viele sinnvolle Hardpatches. Du musst dir selbst Gedanken machen welche für dich und deine Arbeitsweise sinnvoll sind. Eine Patchbay ist so individuell wie sein Besitzer.

Nicht immer ist ein Hardpatch gewünscht. Dann lässt man ihn einfach weg. Ausführung eines Hardpatches kann gelötet sein, teuere Patchbays sind auf der Rückseite schaltbar, oder es gibt Patchbays, die fix gepatched sind – unveränderbar.

Normalisierungs-Arten

Verwendet man nun einen Hardpatch gibt es noch mehrere Möglichkeiten der Art des Hardpatches. Die gängigsten sind „halb-normalisiert“ und „voll-normalisiert.“

Voll-Normalisiert

Beim „Voll-Normalisierten“ Hardpatch steht einem das Signal nur einmal zur Verfügung. D.h. steckt kein Patchkabel in der oberen und unteren Buchse, so wird das Ausgangssignal wie oben beschrieben an den unteren Patchpunkt durchgeschleift. Greift man nun an der oberen Buchse das Signal ab, so wird der Hardpatch unterbrochen und das Signal liegt nun an dem anderen Ende meines Patchkabels an und kann irgendwo anders hin geleitet werden.

Steckt man in die untere Buchse ein Patchkabel, so wird der Hardpatch auch unterbrochen. Dies macht z.B. Sinn bei Mikrofoneingängen vom Mischpult. Wenn man wo anders her dort was einspeisen möchte, aber auch zufällig am Patchpunkt darüber ein Signal anliegt, vermeidet man Störungen, Fehler oder sogar Zerstörung der Vorverstärker.

Halb-Normalisiert

Beim „Halb-Normalisierten“ Hardpatch wird dieser nur beim Einstecken in die untere Buchse unterbrochen. Steckt man in die obere Buchse ein Patchkabel, so wird das Signal trotzdem an den unteren Patchpunkt durchgeschleift. Gleichzeitig liegt das Signal an dem anderen Ende meines Patchkabels an. Das Signal steht somit zweimal zur Verfügung. Man kann es dort abgreifen und parallel in den Eingang eines weiteren Gerätes schicken.

Offene Ausführung

„Offen“ bedeutet einfach – kein Hardpatch. Der obere und der untere Patchpunkt haben von sich aus keine Verbindung.

Parallel-Verbindung

Diese Art des Hardpatches stellt eine Vervielfachung des Signals dar. Die Patchpunkte sind so miteinander verbunden, dass an mehreren Buchsen das gleiche Signal anliegt, und zwar egal an welchen der betroffenen Punkte mein Input Signal anliegt.

Ich hoffe wir konnten euch ein bisschen in die Welt der Patchbays versetzen und es war was Nützliches für den ein oder anderen dabei. Im Anschluss noch ein paar Bilder von unseren Lötsessions und unserer Patchbay. Wir haben 6 Stck. 96er TT-Patchbays voll bestückt. Das macht 6 x 96 x 5 Lötpunkte = 2880 Lötpunkte. Und auf die andere Seite müssen auch noch die passenden Stecker. Geschätzt haben wir ca. 6000 Lötstellen zu bewältigen gehabt.

Bis bald zum nächsten Blogbeitrag

Simone und Thomas

 Patch1
all diese Kabel müssen nun irgendwo hingelötet werden.

 Patch2
es sieht mehr durcheinander aus als es ist. Wir haben alles im Griff 🙂

 Patch3
Lötpatchbay von hinten. Vorne befinden sich die TT-Buchsen.

Das wars erst mal wieder von der Soundhouse7 Baustelle.

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Viele lötende Grüße

Simone und Thomas
http://www.soundhouse7.de

Kabeldurchbrüche im Tonstudio

Kabeldurchbrüche im Tonstudio

Heute geht es um die Herstellung von Kabeldurchbrüchen und die Durchführung bis hin zur tapezierten Wand. Der Prozess des Kabeldurchführens verfolgt einen Studiobauer generell vom ersten Handstreich bis zum fertigen Objekt. Die “blöden” Kabel sind einem die ganze Bauphase hindurch im Weg und man muss ab dem Moment der Kabelverlegung bei jedem Arbeitsschritt darauf achten, dass die Kabel unversehrt bleiben. Ein defektes, hinter der Wand verlegtes Kabel ist später nicht mehr auszutauschen.

Schon im Rohbau muss man sich Gedanken machen, wo man wieviele Kabel und vor allem welche man braucht. Hierfür haben wir ja aber schon einen ausreichenden Blog veröffentlicht. Heute soll es um die Führung der Kabel durch die Wände in die einzelnen Räume gehen.

Es führt kein Weg daran vorbei, es müssen Löcher in die Rohwand gebohrt werden. Wählt den Durchmesser des Durchbruchs nur minimal größer als der Strang der Kabel die hindurch geführt werden sollen. Von einer Verlegung von Kabeln in Leerrohren ist aus Schallschutztechnischen Gründen dringends abzuraten. Plant eure Kabel anständig und mit Reserve. Zwar ist eine nachträgliche Änderung so nur schwer möglich, aber so bekommt man die Löcher später auch wieder anständig dicht.

Ist das Loch hergestellt, können auch schon die Kabel durchgezogen werden.

Durchbrueche_klein_roh
Man kann geeignete Kabel zusammen durch ein Loch führen, oder diese wegen Schirmung auch einzeln, getrennt bohren.

Nun dichtet man die Löcher am besten mit 2 verschiedenen Materialien ab. Erstens mit Mineralwolle, und dann noch mit speziellem Schaum mit erhöhten Schalldämmwerten. Dies hat den Grund, dass man eine doppelte Sicherheit hat, falls eines der Materialien mit der Zeit seine Wirkung auf Grund physikalischer Einflüsse etwas verlieren sollte.

Mineralwolle_Dichtung
Erste Dichtungsschicht mit Mineralwolle

Mineralwolle_Dichtung_klein

Durchbruch_groß_Schaum
Zweite Dichtungsschicht – geschäumt. Wir verwendeten einen Dichtschaum von Würth mit 68 dB Schalldämmwert.

Durchbrüche_Mineralwolle
Danach kann die 2. Schale gedämmt werden. Hier sollte darauf geachtet werden, dass die Dämmung die Kabel fest umschließt.

Durchbrüche_Dampfsperre
Ebenso beim Einbau der Dampfsperre auf einen Luftdichten Anschluss der Kabel achten.

Durchbruch_groß_Dampfsperre

Gips_Kabeldurchbruch
Nach der Verlegung der Gipskartonplatten nach jeder Lage die Kabel dicht verspachteln und die Löcher ausreichend mit Spachtelmasse satt füllen.

Durchbrüche_Gipskarton
Das schlimmste ist nun geschafft. Jetzt noch tapezieren und die Kabel liegen oder hängen sauber abgedichtet in den Räumen.

Durchbruch_Taperziert
Hier fertig tapeziert.

Wer die Möglichkeit hat der kann Kabel auch im Boden verlegen. Es ist aber immer darauf zu achten, keinen Kontakt oder gar eine mechanische Verbindung der einzelnen Schalen und Räume zu bekommen (Raum in Raum Prinzip)

Weiter geht es nun in die Kabelkanäle und Führungen der Studiomöbel. Hier kann man die Dichtigkeit des Durchbruchs noch verbessern, wenn man im entsprechenden Bereich den Kabelkanal größer baut, also eine Art Vorbaukasten und diesen mit Sand füllt. Das Kabel bettet sich dann sauber in den Sand ein und wird nach oben in den weiteren Kabelweg aus dem Sand heraus geführt.

Leider haben wir davon noch keine Bilder – kommen aber noch –

Das war´s wieder für heute. Bleibt dran an der Soundhouse7 Baustelle. Jetzt wird es zunehmend spannender.

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Viele rockige Grüße

Simone und Thomas
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Die praktische Hinterwandverkabelung eines Tonstudios

Kabelverlegung in unserem Tonstudio

Da die Planung der Verkabelung ja schon erledigt ist (letzter Blog) geht es jetzt an die Praxis und die Verlegung sämtlicher Kabel. Und das sind in einem Ton- oder Filmstudio nicht gerade wenige. Wie gesagt, man muss sich jetzt schon genau sicher sein, wo man was und wie viel davon haben will plus einer angemessenen Reserve. Man sollte auch in die Zukunft gedacht haben – welche Arbeiten erledige ich heute in meinem Studio und welche event. in 5-8 Jahren. Es ist später nicht so leicht, Kabel ohne größeren Aufwand an eine entsprechende Stelle hinter der Wand zu ziehen.

Wir haben erst einmal mit der Stromversorgung begonnen. In einem der vorhergehenden Blogs habt ihr ja gesehen, dass uns der Elektriker einen separaten Verteilerkasten installiert hat. Von dort haben wir nun die Stromzuleitungen in die einzelnen Räume verlegt. Hierfür haben wir für jeden Raum, egal ob Regie oder Aufnahmeraum mehrere getrennte Stromkreise vorgesehen. Es werden in den Räumen hinter Wand und Decke die Kabel für Licht und Schalter verlegt. Die Stromverteilung erfolgt später in einem Aufputz-Kabelkanal. Somit brauchen wir uns zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gedanken über Anzahl und Positionierung von Steckdosen machen. Die kann man dann später im Kanal setzen wie man sie braucht.

 Stromzentrale
Die Stromversorgung trifft auf einen Punkt 

Die Erdungskabel werden ebenfalls gleich mit verlegt. Das Thema Erdung in einem Tonstudio ist so ein Fall für sich und wird in einem der nächsten Blogs behandelt. Aber kurz gesagt werden wir die Erdung Sternförmig verlegen auf einen zentralen Punkt – der Hauptpotenzialausgleichsschiene. Diese ist auch direkt neben dem Studioverteilerkasten montiert und bildet eine komplett separate Erdung für die Studiogeräte.

 Erdungstrennung
Die separate Erdung auch immer schön trennen von den Stromleitungen 

Als zweites haben wir uns an die Audioverkabelung gemacht. In unserem Fall verwendeten wir folgende Kabelsorten:

1. Sommercable SC Mistral-20 (er Multicore) 20x2x0,22mm / paarweise isoliert durchnummeriert und farbcodiert.
PVC-Schlauch, AL/PT-Folie + Gesamtfolienschirm

2. Sommercable SC Mistral-24 (er Multicore) 20x2x0,22mm / paarweise isoliert durchnummeriert und farbcodiert.
PVC-Schlauch, AL/PT-Folie + Gesamtfolienschirm

3. Sommercable SC Mistral-16 (er Multicore) 20x2x0,22mm / paarweise isoliert durchnummeriert und farbcodiert.
PVC-Schlauch, AL/PT-Folie + Gesamtfolienschirm

4. Sommercable SC Mistral-8 (er Multicore) 20x2x0,22mm / paarweise isoliert durchnummeriert und farbcodiert.
PVC-Schlauch, AL/PT-Folie + Gesamtfolienschirm

5. The Planet FMC-12+2 Multicore 14x2x0,19mm als Blindkabel für event. Erweiterungen.

6. Club Series Mikrofonkabel 2×0,34 für Einzelzuleitungen

7. Lautsprecherkabel Ampire XLS250 2,5mm Premium Kupfer

Dies sind alles nur die Kabel, die hinter der Wand verschwinden.

Bei der Verlegung ist jetzt immer darauf zu achten, dass man Audiokabel und Stromkabel möglichst getrennt und weit voneinander entfernt verlegt. Dies ist nötig, um spätere Einstreuungen in das Audiosignal und somit Störgeräusche zu vermeiden.

 Getrennte_Verlegung
saubere Trennung von Audio/Video und Strom
Die Multicores verlaufen unten am Boden hinter der Fußschwelle

 Getrennte_Verlegung2
hier die räumliche Trennung Strom/Audio an einer Wallbox

Sollte es sich einmal nicht vermeiden lassen, dass sich ein Audiokabel mit einer Stromleitung kreuzt, dann immer im rechten Winkel die Kabel überkreuzen. Niemals Audiokabel parallel mit Stromkabeln im direkten Kontakt verlegen. Wenn parallel, dann mit entsprechenden Abstand.

 Kreuzung_Trennung
Audioleitung kreuzt Stromleitung im rechten Winkel

Schlaufenbruecke
rechtwinklige Audio/Strom Kreuzung mit Schlaufenbrücke für höhere Sicherheit gegen Störsignale

Die Anfälligkeit von Einstreuungen hängt natürlich gravierend von der Qualität und der Abschirmung der verwendeten Audiokabel ab. Gewöhnliche Lautsprecherkabel sind in der Regel am störanfälligsten. Bei ihnen ist auf eine besonders bedachte Verlegung zu achten.

Wie ihr seht, bedarf es nicht nur einer guten Bedarfsplanung, sondern auch einer guten Verlegeplanung um später keine bösen Überraschungen zu erleben. Fehler hinter der Wand, egal welcher Art können später fast unreparabel sein.

Als nächstes kam die Verlegung der Netzwerkkabel (LAN)
Wir verwendeten folgendes Kabel:

Belden 1885ENH CAT7

7 einzeln geschirmte Twisted-Pair-Kabel
23 AWG Blanker Massivkupferleiter mit Polyethylen-Isolierung
Abschirmung aus verzinntem Kupfergeflecht
Raucharme, halogenfreie (LSZH) Umhüllung
Betriebstemperatur: -20 °C bis +60 °C
Entspricht ISO/IEC 11801 2. Ausgabe und prEN 50288-3-1
Verwendung als Standard-Horizontalverkabelung in Cat. 6- und Cat. 7-Anwendungen und 1000Base-T (Gigabit-Ethernet)-, FDDI- und ATM-Anwendungen

 

Die LAN-Kabel gehören in jeden Raum hineingelegt auch wenn man noch keine Verwendung dafür weiss. Jedoch eine Anbindung an das kabelgebundene Hausnetzwerk schadet auf jeden Fall nie.

In unserem Fall hatten wir schon eine genaue Planung und somit war die Verlegung vorgegeben. Auch die Einbindung von Netzwerkkameras, Standorte von mehreren Rechnern in verschiedenen Räumen und der zentrale Standpunkt eines Servers sollte berücksichtigt werden. Für mobile Rechner sollten ausreichend LAN-Steckdosen in den einzelnen Räumen vorgesehen sein.

Wir bekommen auch noch in jeden Raum eine Bildübertragung zu etlichen Monitoren.

Wenn man so etwas vorhat, sollte man für die wichtigsten Bildsignale gewappnet sein.

An jeden Monitor Haben wir vier Broadcastkabel gelegt, die dann mit den Steckern bestückt werden können die man eben dann braucht. Zusätzlich liegt an jedem Monitor ein HDMI und ein Tos-Link Kabel. Zum großen Monitor in der Regie haben wir noch Kabel TV und Stereo Chinch für TV Audio verlegt.

Insgesamt haben wir nun ca. 2000 Meter Kabel verlegt. Die gesamten Stränge kommen nun an der zentralen Stelle in der Regie an. Dort wo später die Patchbay und der Rechner stehen werden. Wir freuen uns schon auf vergnügliche Wochen beim Löten. Event. ist es bis dahin schon etwas wärmer und es wird die ein oder andere Grillparty dazu geben.

 AlleRaeume
In alle Räume sind die Kabel verlegt. Kann es ja weiter gehen.

P.S. Die Kabeldurchbrüche kommen im nächsten Blog.

So, das wars vorerst vom Verkabeln. Bleibt uns weiter treu. Bis zum nächsten Blog.

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Simone und Thomas
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Planung der Studioverkabelung (Hinterwandverkabelung)

Planung der Verkabelung

Die Zwangs-Faschingspause ist vorbei und es kann endlich wieder weiter gehen auf unserer Soundhouse7 Baustelle und mit unserem dazugehörigen Blog.

Heute geht es um die Planung der Studioverkabelung.

Vorab möchte ich ausdrücklich erwähnen, dass jede Studioverkabelung so individuell wie sein Studiobesitzer ist und somit die hier erläuterte Planung eben auf unser Studio zugeschnitten ist. Jedoch gibt es ja rein von den Möglichkeiten oder Arten von Kabeln nicht so viele Gruppierungen.

Bei der Planung eines Tonstudios muss man sehr viele Dinge beachten, bedenken und berücksichtigen. Das ging ja schon los mit dem bürokratischen Kram über den Schallschutz, den vielen kleinen baulichen Herausforderungen bis jetzt eben der Planung der Kabel. Und spätestens jetzt muss einem endgültig klar sein, wie sein Studio später auszusehen hat und welche Funktionen es nach dem Bau, aber auch in weiterer Zukunft haben soll. Das Problem ist, dass wir uns noch in einem recht frühen Stadium des Studiobaus befinden, wir aber jetzt schon wissen müssen, welche Kabel und wie viele davon und vor allem wo gebraucht werden.

Die Wände sind noch offen und hinter diese sollen nun Kabel verlegt werden, an die man später nicht mehr oder nur sehr schwer heran kommt. Das Studio soll kommerziell genutzt werden und es kommt sehr uncool im fertigen Zustand lose Kabel oder Sichtkabel zu haben.

Mit der Planung der Kabel kommt also spätestens jetzt zugleich die Planung der Möbel, des Equipments, Platzierung der Patchbay, Abhören usw. hinzu. Mit einem Auge sollte man aber auch immer auf die Zukunft schauen. Was will ich später mal in meinem Studio alles machen? Wo kann es mal hingehen? Klar hat niemand von uns eine Glaskugel in der man sehen kann, was die Zukunft für Aufträge bringt oder welche technischen Neuerungen die Industrie die nächsten Jahre bereithält. Ihr merkt schon, an diesem Punkt des Baus sollte man ruhig eine kleine Pause einlegen und mit Bedacht sein Vorhaben nochmals genau überdenken.

Jetzt wird vielleicht der ein oder andere sagen: „wieso? Schmeiss ich halt ein paar Leerrohre rein und fertig. – kann ich dann immer noch was nachziehen wenn ich es brauche“

Nun das wollen wir aus ein paar Gründen vermeiden:

1. Leerrohre= immer eine mögliche Schallbrücke. Wenn man diese mit diversen Schallknicken einbaut erschwert es wieder das Nachziehen neuer Kabel.

2. Wie dick sollte man denn ein Leerrohr wählen? Wählt man es zu dick ist es ein immer größerer negativer Schalldämmfaktor, wählt man es zu dünn bringt es einem auch nicht viel, wenn man später nur 1 bis 2 Kabel durchbringt.

3. Wohin mit den Leerrohren? Ein Leerrohr bringt  mir an einer falschen Stelle später auch nicht viel.

Wir haben uns dazu entschlossen, die Verkabelung ganz genau und mit sehr vielen Reserven zu planen und zu verlegen. Wir verzichten auf Leerrohre und werden die Wanddurchbrüche direkt mit den durchgehenden Kabeln abdichten.

Es geht nun um die Planung der Kabel die hinter die Wand kommen. Nicht zu verwechseln mit der Rackverkabelung oder die Verkabelung später in einem Aufputz-Kabelkanal. Das kommt später dran. Nein rein die Kabel in der Wand.

Bleibt nun erst einmal die Überlegung was für Kabel in ein Tonstudio kommen können. Als erstes natürlich die normale Stromversorgung, die Lampen, die Lichtschalter u.s.w. – Steckdosen werden wir später in einem auf dem Boden entlangfahrenden Kabelkanal einbauen. Hier hat man später auch die Möglichkeit je nach Bedarf Steckdosen oder Netzwerkanschlüsse einzubauen.

Zweitens selbstverständlich die Audiokabel. Da die Kabel alle durch die Bank hinter der Wand verschwinden und auch eine Weile halten sollen, haben wir uns für hochwertige Multicores von Sommercable entschieden. Ich kann über diese Firma nur positives berichten. Die Qualität ist super und der Service und die Logistik absolut professionell.

 Sommercable

Man überlegt sich nun genau wo man wie viele Audioanschlüsse braucht und errechnet sich dann die benötigten Meter je Multicore. Wählt bei den Multicores immer eine oder besser zwei Nummern größer. Dann habt ihr genügend Reserve für event. Erweiterungen oder als Ersatzweg falls mal ein Kabel den Geist aufgibt.

Multicores

Die Verlegung der Kabel behandeln wir im nächsten Blog.

So wir haben nun Strom und Audio. Fehlt als nächstes das Netzwerk. Netzwerkkabel kann man für die verschiedensten Sachen gebrauchen und gehören generell in die Wand mit eingebaut. Auch wenn man es nicht gleich braucht – rein damit. Du kannst damit z.B. ein Computernetzwerk betreiben, Internet, Netzwerkkameras oder über einen Server arbeiten. Es gibt da sehr viele Möglichkeiten.

Wer in seinem Studio später auch mit Bild arbeiten möchte, auf den kommt nun das leidige Thema der Bildübertragung hinzu. Es gibt unzählige Standards und Anschlussmöglichkeiten, dass man sich selbst schlau machen muss was man davon braucht und was nicht. Nicht zu unterschätzen ist auch der Qualitätsverlust bei z.B. HDMI u.s.w. wo nach einer schon geringen Meterzahl wieder Zwischenverstärker oder gleich Verstärkerkabel nötig werden können. Man muss sich genau überlegen, in welchem Aufnahmerraum und an welcher Stelle später ein Monitor platziert werden soll und was man später an diesen senden möchte.

Zum Thema Bildübertragung im Studio könnte man selbst ein ganzes Buch schreiben. Event. gehen wir da noch mal gezielt in einem Blog darauf ein.

So was haben wir nun alles geplant?

Strom, Audio, Video, LAN,

fehlen nur noch die Lautsprecherkabel. Lautsprecherkabel benötigen wir überall dort, wo später einmal passive Boxen montiert werden sollen – oder als Throughline Weg von der Regie in die Aufnahmeräume falls man einmal ein verstärktes Gitarrensignal oder ähnliches von der Regie in einen Aufnahmeraum schicken möchte. Dies ermöglicht es einem z.B. mit dem Gitarristen bequem in der Regie bei angenehmer Mischung und Abhörlautstärke einzuspielen, während im Aufnahmeraum die Lautheitshölle losbricht.

Zusammengefasst haben wir nun folgende Kabel geplant:

– Stromversorgung

– Audioverkabelung

– Videosignale (verschiedenste Standards)

– LAN Kabel

– Lautsprecherkabel

– Erdungskabel

 KabelKomplett

wie wir nun diese fast 2 km Kabel verlegt haben kommt im nächsten Blog.

Wir werden auch noch näher auf die Erdung eines Tonstudios eingehen.

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Viele verkabelte Grüße

Simone und Thomas

Der Elektriker war da – Die Grund-Stromversorgung des Studios

Der Elektriker war da – Die Strom-Grundversorgung des Studios

Was wäre ein Tonstudio ohne Strom?

Liegt es also nahe, sich über eine Stelle im Haus Gedanken zu machen, wo man den nötigen Saft für seine späteren tollen Geräte, dem Licht, der Klimaanlage usw. herbekommt.

Klar ist auch, dass eine normale Schukosteckdose in einer bestehenden Wand mit einer normalen 16A Absicherung etwas knapp werden könnte. Wir wollen ja auch nichts dem Zufall überlassen und haben natürlich alles bis aufs Detail genau durchgeplant.

Ebenfalls klar ist, dass die Hauptzuleitung und der Schaltschrank für das Studio bei uns der Fachmann gemacht hat. Zum ersten, weil ich persönlich nicht viel Ahnung von Elektrik in der Praxis habe und zweitens wegen der technischen Abnahme und der Gewährleistung.

In der Vorplanung der Hauptstromversorgung geht es in erster Linie darum:

Wie viele Stromkreise brauche ich und wie hoch müssen diese abgesichert sein. Die Aufteilung des späteren Gesamtobjekts „Tonstudio“ auf verschiedene Stromkreise hat mehrere Gründe:

1. Man stellt sicher, dass ein Stromkreis (auch bei extremen Pegelspitzen) nicht überlastet wird und ständig die Sicherung fliegt. Oder schlimmer, dass Leitungen oder Geräte zerstört werden.

2. Ist dies eine erste Maßnahme um event. Störgeräusche im späteren Audiosignal zu vermeiden. Ich betone „erste oder eine Maßnahme“ da für ein sauberes Audiosignal viele, viele Faktoren eine Rolle spielen können. Aber ich glaube, hierzu gibt es einen oder sogar mehrere separate Blogs. Wichtig in diesem Zug ist z.B. schon die richtige Wahl und die Verlegung der Kabel, die richtige Erdung usw. – Dazu aber genauer in einem anderen Blog.

Wir entschieden uns für einen Ort für den Verteilerkasten, wo er keinen stört, wo er nicht hässlich auffällt und wo man doch gut hin kann wenn man will. – Unter der Treppe direkt hinter der Außenwand der Regie. Die Kabellängen sind da noch akzeptabel und wir haben dort eben ausreichend Platz. Auch der spätere Server soll dort seinen Platz finden.

Gesamtinstallation_Studio

Gut, selbst gemacht haben wir da jetzt relativ wenig und in 3 Stunden hatte der Elektriker den Kasten installiert und an der Hauptzuleitung angeschlossen. Zusätzlich haben wir noch eine separate Potenzialausgleichschiene (eine eigene Erdungsleitung) an die Stelle zum Verteilerkasten legen lassen. Die wird später der direkte Draht zur Mutter Erde sein den unser Studio mit selbiger verbindet. Dazu ist beim Bau des Hauses ein Erdungsband tief in die Erde eingelassen worden.

Erdungsschiene_Studio
Erdungsband

Im Inneren des Verteilerkastens sieht es jetzt so aus:

 20 Sicherungsautomaten – je 10 durch einen eigenen FI – Schutzschalter abgesichert. Dies hat den Grund, dass wenn mal ein FI rausfliegt die Musiker und Techniker nicht gleich im Dunkeln stehen und sich den Weg zum Sicherungskasten durch unnötige Tastbewegungen bahnen müssen.

Dient also auch der Unfallverhütung 🙂

Sicherungen

 Im Hauptschrank des Hauses (wo die Studio-Hauptzuleitung angeschlossen ist) haben wir einen eigenen Zähler für das Studio eingebaut, um die Stromkosten ein bisschen im Blick zu haben. Dieser Zähler läuft nicht direkt über den Stromversorger, sondern nur für uns privat zum ablesen. Dadurch konnten wir einen günstigeren, gebrauchten Zähler der nicht neu geeicht und abgenommen werden musste, verwenden.

Zaehler_Studio

 Hauptsicherung_Studio_Zuleitung

So sieht es also nun aus. Die Interne Verkabelung des Studios ist schon in vollem Gange.

Zuleitungen_Studio
hier die Leitungen für die Stromversorgung ins Studio.

Um die Planung der kompletten Verkabelung des eigentlichen Studios geht es beim nächsten Mal.

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 Viele Grüße

 Simone und Thomas Hemming